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    <title>Meinung</title>
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    <updated>2011-07-08T16:34:24Z</updated>
    <subtitle>Kommentare und Standpunkte der Journalisten der Salzburger Nachrichten.</subtitle>
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    <title>Wie wäre es mit einem Steuerstreik?</title>
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    <id>tag:mein.salzburg.com,2011:/meinung//20.172282</id>

    <published>2011-07-08T16:23:28Z</published>
    <updated>2011-07-08T16:34:24Z</updated>

    <summary>Zuletzt hat es also Heinz Fischer getan. Der Bundespräsident sprach sich vergangenen Sonntag in der TV-„Pressestunde&quot; für Vermögenssteuern aus, wobei ihm insbesondere die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer ein Anliegen war. Denn mit Leistungsgerechtigkeit habe das derzeitige Steuersystem nichts zu tun, befand...</summary>
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        <name>Andreas Koller</name>
        
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        Zuletzt hat es also Heinz Fischer getan. Der Bundespräsident sprach sich
 vergangenen Sonntag in der TV-„Pressestunde&quot; für Vermögenssteuern aus, 
wobei ihm insbesondere die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer ein 
Anliegen war. Denn mit Leistungsgerechtigkeit habe das derzeitige 
Steuersystem nichts zu tun, befand das Staatsoberhaupt. 
        <![CDATA[<br />Heinz Fischer hat natürlich recht. Es ist tatsächlich ungerecht, dass Leistung (vor allem Arbeitsleistung) in diesem Lande in einem Ausmaß besteuert wird, als gälte es, Lohnarbeit (ähnlich wie das Zigarettenrauchen) als unerwünschte Tätigkeit zu bestrafen. Ebenso ungerecht ist der Umstand, dass Bürgerin A für jeden Euro, den sie mit ihrer Leistung verdient, bis zu 50 Cent Steuern zahlen muss, während Bürger B für jeden Euro, den er völlig leistungsfrei erbt, Null Cent Steuern zahlt. Die Bestrafung der Arbeitsleistung zementiert überdies die sozialen Unterschiede in unserem Land: Wohlstand ist mit Arbeit kaum zu erlangen. Mit Erben sehr wohl. Was dazu führt, dass die Wohlhabenden hübsch unter sich bleiben und nicht durch soziale Aufsteiger, die sich ihren Status - igitt - erarbeitet haben, gestört werden. <br /><br />Die Forderung nach vermögensbezogenen Steuern ist also zu unterstützen. Freilich nur unter der nicht ganz unwesentlichen Bedingung, dass die vermögensbezogenen Steuern allerhöchstens in dem Ausmaß angehoben werden dürfen, in dem die einkommensbezogenen Steuern gesenkt werden. Alles andere würde nämlich dazu führen, dass der unersättliche Staat den Bürgerinnen und Bürgern noch mehr Geld aus der Tasche zieht, als er es heute schon tut. Und das wäre angesichts der auf Rekordhöhe befindlichen Abgabenquote ein schlechter Witz. Den neuesten Zahlen zufolge ist Österreich gerade drauf und dran, mit seiner Staatsquote von 44,4 Prozent das einstige Steuerfegefeuer Schweden (46,1 Prozent) einzuholen. Dort sinkt die Quote nämlich, während sie bei uns steigt. <br /><br />Das Gebot der Stunde lautet also logischerweise: Vermögenssteuern rauf, Einkommenssteuern runter. Doch davon ist keine Rede. Der ÖGB erhob kürzlich sogar allen Ernstes die Forderung, die Steuer für Bruttojahreseinkommen von über 60.000 Euro nicht mehr mit 50 Prozent, sondern mit 51,5 Prozent zu besteuern. Dies käme einer Enteignung des Mittelstandes gefährlich nahe. Denn nur zur Klarstellung: Ein Jahreseinkommen von 60.000 Euro ergibt bei 14maliger Auszahlung eine Monatsgage von knapp 4.300 Euro. <br /><br />Was recht ordentlich ist, die Empfänger aber keineswegs zu bösen Multimillionären macht. <br />Es verwundert nicht wirklich, dass bei all diesem steuerpolitischen Wahnwitz niemand auf die Idee kommt, die horrende Abgabenquote zu senken. Im Gegenteil, sie wird willkürlich in die Höhe getrieben. Jede Erhöhung der Gerichtsgebühren (im Herbst beschlossen), jede gebührenpflichtige Befristung der Führerscheine (diese Woche beschlossen) kommt einer Umverteilung vom Bürger zum Staat gleich. Wirtschaftsforscher Felderer leistete dem unersättlichen Staat dieser Tage Assistenz, in dem er dekretierte, dass derzeit kein Spielraum für eine Steuersenkung da sei. Seltsam eigentlich, dass die Österreicher noch nicht in Steuerstreik getreten sind.<br /><br />]]>
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    <title>Vom Herumdoktern an Wahlterminen</title>
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    <id>tag:mein.salzburg.com,2010:/meinung//20.128775</id>

    <published>2010-12-28T19:20:12Z</published>
    <updated>2010-12-28T19:25:30Z</updated>

    <summary>Es sind gar nicht die Wahlkämpfe, die unsere Politiker an der Arbeit hindern. Es sind unsere Politiker selbst.</summary>
    <author>
        <name>Andreas Koller</name>
        
    </author>
    
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        <![CDATA[Es sind gar nicht die Wahlkämpfe, die unsere Politiker an der Arbeit hindern. Es sind unsere Politiker selbst.<br />]]>
        <![CDATA[<br />Ein bestechender Gedanke, diskutiert vor etlichen Monaten von dieser Zeitung, geäußert diesmal von der Nationalratspräsidentin: Man möge die Nationalrats- und sämtliche Landtagswahlen alle fünf Jahre gleichzeitig und gemeinsam an einem fixen Tag abhalten. Weiters möge man den genannten zehn Vertretungskörpern untersagen, sich zwecks vorverlegter Neuwahlen selbst aufzulösen.&nbsp; Auf dass unser Land in den Jahren zwischen den Super-Wahlsonntagen aus dem Dauerwahlkampf gerissen werde und endlich Zeit für echte politische Arbeit sei. <br /><br />Soweit die Theorie, die von der Überlegung getragen ist, dass in Österreich ständig irgendwo Wahlen stattfinden. Weshalb permanenter Wahlkampf herrscht. Weshalb in der Politik nichts weitergeht. <br /><br />Ebenso gewichtig ist freilich die gegenteilige Überlegung: Durch eine Laune des Wahlkalenders finden in den kommenden beiden Jahren in Österreich keinerlei Wah-len statt. Daher auch keinerlei Wahlkämpfe. Und trotzdem geht in der Politik nichts weiter. Offenbar sind es gar nicht die Wahlkämpfe, die unsere Politiker an der Arbeit hin-dern. Offenbar sind es die Politiker selbst.<br /><br />Auch sei in Erinnerung gerufen, dass die famose Regierung Gusenbauer/Molterer seinerzeit entschieden hat, den Nationalrat nicht mehr alle vier, sondern nur noch alle fünf Jahre zu wählen. Und zwar - erraten! - mit dem Argument, dass die Regierung zwischen den Wahlkämpfen mehr Zeit zum Arbeiten brauche. Derzeit befinden wir uns in der ersten fünfjährigen Legislaturperiode. Weiterer Kommentar überflüssig.<br /><br />Es gibt also gewichtige Gründe für die Annahme, dass das „Herumdoktern an Wahlterminen", wie es Verfassungsrechtler Heinz Mayer auf Seite 2 nennt, die Politik um nichts verbessert. Und dafür die Demokratie schwächt. Denn erstens ist es nicht gerade eine Aufwertung des Parlamentarismus, wenn sich die Volksvertretungen das Recht der Selbstauflösung aus der Hand nehmen lassen. Zweitens ist das großflächige Wegräumen von Wahlterminen eine Entmündigung der Wähler, die dann nicht mehr, wie jetzt, kurzfristig korrigierend ins politische Geschehen eingreifen können. <br /><br />Und drittens sind parlamentarische Konstellationen denkbar, in denen nichts mehr geht, schon gar nicht eine Regierungsbildung, weshalb als Befreiungsschlag nur die Auflösung plus Neuwahl bleibt.&nbsp; Daher empfiehlt es sich, nur mit äußerster Vorsicht an den Schrauben des Parlamentarismus zu drehen.]]>
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    <title>Ein neues Wahlrecht reicht nicht aus</title>
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    <id>tag:mein.salzburg.com,2010:/meinung//20.122595</id>

    <published>2010-12-03T19:27:56Z</published>
    <updated>2010-12-03T17:44:39Z</updated>

    <summary><![CDATA[Rotschwarzer Proporz immerdar? Österreich wäre gut beraten, über ein neues Wahlsystem nachzudenken.&nbsp;...]]></summary>
    <author>
        <name>Andreas Koller</name>
        
    </author>
    
        <category term="Aktuell" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
    
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        <![CDATA[Rotschwarzer Proporz immerdar? Österreich wäre gut beraten, über ein neues Wahlsystem nachzudenken.&nbsp; ]]>
        <![CDATA[<br />Noch nie in ihrer jüngeren Geschichte hat unsere Zeitung so viele Leserreaktionen erhalten wie in dieser Woche: Reaktionen auf den Leitartikel „Österreich braucht jetzt seine Bürger", Reaktionen auf unsere „Zehn Punkte für ein besseres Österreich" - beides erschienen in der letzten Samstagausgabe. Hunderte Bürgerinnen und Bürger teilten uns ihre Ideen für eine Wiederbelebung der erstarrten Innenpolitik mit. Und es stellte sich heraus: Dieses Land und seine Bewohner stecken voller positiver Energien. Es läge an den Regierenden, dieses Potenzial zu heben. Wir werden die Diskussion weiterführen.<br /><br />Heftigen Zu-, aber auch Widerspruch erntete unser Vorschlag, der Politik mittels eines mehrheitsfördernden Wahlrechts auf die Sprünge zu helfen. Die Idee dahinter: Ein Wahlrecht, das der stärksten Partei automatisch eine absolute parlamentarische Mehrheit beschert, befreit den Wahlsieger von der mühsamen Suche nach einem Koalitionspartner. Und es befreit das Land von der koalitionären Dauerlähmung, unter der wir leiden. Warum soll nicht die stärkste Partei - so lautet die Überlegung - fünf Jahre Zeit haben, unbehindert durch einen Koalitionspartner, aber kontrolliert von einer starken Opposition, ihre Vorstellungen umzusetzen? Wenn die Wähler zufrieden sind, werden sie diese Partei wiederwählen. Wenn nicht, kommt die bisherige Opposition zum Zug. Traditionsreiche Demokratien wie England fahren nicht schlecht damit. <br /><br />Unser System hingegen leidet darunter, dass die Wähler, wenn sie unzufrieden sind, zwar ebenfalls die Opposition wählen können. Die abgewählte Regierung kehrt aber durch die Hintertür wieder, weil SPÖ und ÖVP selbst dann noch eine parlamentarische Mehrheit zustandebringen, wenn sich die Wähler mit Grausen abwenden. Die Unmöglichkeit, die rotschwarze Koalition per Stimmzettel loszuwerden, führt zu Wählerfrust und zu Protestverhalten an der Wahlurne, wie die Erfolge Heinz-Christian Straches zeigen. Selbst dort, wo ausnahmsweise keine rotschwarze Koalition amtiert, bleiben die großkoalitionären Strukturen erhalten: Wie einst in der Ära Schüssel, als die Sozialpartner munter mitregierten. Oder jetzt in Wien, wo die schwarze Wirtschaftskammer wie seit eh und je mit am Regierungstisch sitzt. <br /><br />Daran würde übrigens das schönste Mehrheitswahlrecht nichts ändern. Man sieht: Eine Wahlrechtsreform reicht nicht aus, Österreich neu zu gestalten.<br /><br />]]>
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    <title> Die Wiener Landtagswahl als Feldversuch</title>
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    <id>tag:mein.salzburg.com,2010:/meinung//20.108824</id>

    <published>2010-10-08T16:53:03Z</published>
    <updated>2010-10-08T16:34:55Z</updated>

    <summary><![CDATA[In der Bundeshauptstadt findet am Sonntag ein großangelegter Feldversuch statt, welcher der Klärung von zwei Fragen dient. Frage eins: Kann man sich als Bürgermeister&nbsp; einen Wahlsieg kaufen? Frage zwei: Kann man als Bürgermeister durch die Einleitung der richtigen Maßnahmen bei...]]></summary>
    <author>
        <name>Andreas Koller</name>
        
    </author>
    
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        <![CDATA[In der Bundeshauptstadt findet am Sonntag ein großangelegter Feldversuch statt, welcher der Klärung von zwei Fragen dient. Frage eins: Kann man sich als Bürgermeister&nbsp; einen Wahlsieg kaufen? Frage zwei: Kann man als Bürgermeister durch die Einleitung der richtigen Maßnahmen bei den Wählern punkten?&nbsp; ]]>
        <![CDATA[<br />
Aus der unterschiedlichen Tendenz der beiden Fragen&nbsp; kann geschlossen 
werden, dass Michael Häupl ein zwiespältiges Bild bietet. Da ist 
einerseits der Stadt-Tribun, der ungeniert öffentliche Gelder auf seine 
Parteipropagandamühlen umlenkt. Der Wiener Stadtwerke, Wien Energie und 
ein Dutzend weiterer kommunaler Betriebe seine Wahlwerbung bezahlen 
lässt. Der Großprojekte ungeniert so handhabt, dass ihre Fertigstellung 
just in die Tage vor der Wahl fällt. Der selbst die seiner Partei 
heilige Wehrpflicht dem Boulevard vorwirft, wenn's ihm nur ein paar 
positive Schlagzeilen bringt. Da ist, kurzum, der Michael Häupl, dessen 
Wirken in die Frage mündet, ob man einen Wahlsieg auch kaufen kann.<br />
Doch da ist auch der andere Michael Häupl, der - alles in allem 
betrachtet - oft das richtige tut und der meist einen untrüglichen Blick
 für die Probleme der Stadt hat. Eines der Probleme bestand und besteht 
in den Spannungen zwischen eingesessenen Wienern und Migranten. 
Jahrelang war es in der SPÖ nicht opportun, über dieses Problem auch nur
 zu sprechen. Michael Häupl beschloss eines Tages, über das Problem 
nicht nur zu sprechen, sondern Lösungen zu suchen. Daher die 
professionellen städtischen Vermittler, die in den Gemeindebauten mit 
Erfolg Konflikte lösen und damit den sozialen Frieden zwischen Alt- und 
Neuwienern wahren. <br />
Einem ähnlichen Zweck dienen die diversen amtskappelbewehrten 
Ordnungskräfte, die über und unter der Wiener Erde Präsenz zeigen. Sie 
sollen den Wienerinnen und Wienern das Gefühl vermitteln, sich auch 
nachts sicher in ihrer Stadt bewegen zu können. Auch dazu bestand 
aktueller Anlass, denn Wien war dabei, seinen guten Ruf als eine der 
sichersten Städte zu verspielen. Selbst wenn man die Ansicht vertritt, 
dass Häupl all das nur um eines Wahlerfolgs willen tat, muss man 
konstatieren: Er tat das richtige. <br />
Bei der Wahl am Sonntag wird Häupls SPÖ rund zwanzig Prozentpunkte vor 
der zweitplatzierten Partei liegen. Leider wird man nie erfahren, ob ihm
 das gelang, weil er den Wahlsieg kaufte. Oder weil er die richtige 
Politik machte.]]>
    </content>
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    <title>Gestohlene Zeit</title>
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    <id>tag:mein.salzburg.com,2010:/meinung//20.108646</id>

    <published>2010-10-08T04:00:18Z</published>
    <updated>2010-10-08T06:47:39Z</updated>

    <summary>Ein neues Argument gegen den Wegfall der Wehrpflicht hat der Rennleiter des Hahnenkammrennens, Peter Obernauer, genannt. Gäbe es keine Präsenzdiener mehr, sagte der Streif-Chef, wäre dies „eine Katastrophe.&quot; Dann gäbe es nämlich auch keine billigen Kräfte mehr für die Präparierung...</summary>
    <author>
        <name>Andreas Koller</name>
        
    </author>
    
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://mein.salzburg.com/meinung/">
        <![CDATA[<p>Ein neues Argument gegen den Wegfall der Wehrpflicht hat der Rennleiter des Hahnenkammrennens, Peter Obernauer, genannt. Gäbe es keine Präsenzdiener mehr, sagte der Streif-Chef, wäre dies „eine Katastrophe." Dann gäbe es nämlich auch keine billigen Kräfte mehr für die Präparierung der Pisten. So weit der Herr des Hahnenkamms, der damit - unbeabsichtigt - das Bundesheer-Dilemma auf den Punkt bringt. Soldaten müssen burgenländische Maisfelder bewachen, damit dem dortigen Landesfürsten bei den Wahlen nicht die Mehrheit flöten geht. Sie müssen Kasernen in abgelegenen Regionen füllen, damit die dortigen Bäcker und Fleischer Semmerl und Schnitzel liefern können. Und sie steigern als wohlfeile Pistenplanierer die Rendite des millionenschweren Skizirkus.&nbsp; Alles sehr nett. Aber nicht Grund genug, jungen Leuten Lebenszeit zu stehlen.a. k.</p>]]>
        
    </content>
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    <title>Eine Zeit fokussierter Unanständigkeit</title>
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    <id>tag:mein.salzburg.com,2010:/meinung//20.108059</id>

    <published>2010-10-06T05:02:38Z</published>
    <updated>2010-10-06T05:05:09Z</updated>

    <summary>Ein erbärmliches Spiel: Die SPÖ ruiniert die Diskussion über die Wehrpflicht, ehe sie noch geführt wurde.</summary>
    <author>
        <name>Andreas Koller</name>
        
    </author>
    
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        Ein erbärmliches Spiel: Die SPÖ ruiniert die Diskussion über die Wehrpflicht, ehe sie noch geführt wurde. 
        <![CDATA[Um es betont höflich zu formulieren: Man muss sich ernstliche Sorgen um die Regierungsfähigkeit der SPÖ machen. Zum zweiten Mal in zwei Jahren hat die große Regierungspartei nun ihre ideologische Ausrichtung über Nacht um 180 Grad gedreht und sie der Blattlinie der „Kronen Zeitung" angepasst. Im Frühsommer 2008 agitierte die „Krone" gegen den EU-Vertrag von Lissabon - folglich und folgsam warf das Duo Gusenbauer/Faymann in einem Leserbrief an das Blatt alle roten EU-Prinzipien über Bord und gelobte gemäß Befehlsausgabe der „Krone", EU-Verträge fürderhin nur noch nach Volksabstimmungen zuzulassen.<br /><br />Heuer agitiert das Boulevardblatt gegen die Wehrpflicht, und das Spiel der Würdelosigkeit wiederholt sich. Die SPÖ, bis Montagnachmittag strenge Hüterin der Wehrpflicht, will diese nun - „Krone" befiehl, wir folgen dir! - zur Disposition stellen. Einem berühmten Wort Michael Häupls zufolge sind Wahlkämpfe „Zeiten einer fokussierten Unintelligenz". Häupl macht den diesjährigen Wahlkampf zu einer Zeit fokussierter Unanständigkeit.<br /><br />Und man muss fragen: Was kommt noch? Was wird die SPÖ tun, wenn irgendein Boulevardblatt nur lang genug nach dem EU-Austritt ruft? Nach der Deportation missliebiger Migranten? Nach der Todesstrafe? Wird die SPÖ auch dann, wie sie's jetzt tut, die Schlagkraft und Lautstärke dieses Boulevardblatts mithilfe von Inseratengeldern ins Unermessliche steigern und sich hernach den Schlagzeilen fügen?<br /><br />Erbärmlich ist nicht allein, wie eilfertig diese Partei nach der Pfeife eines Boulevardblattes tanzt. Erbärmlich ist auch, wie nordkoreanisch schnell sich die führenden Funktionäre dieser Partei von ihren Oberen gleichschalten ließen. Was Bürgermeister Häupl Montagnachmittag vorgab, war Montagabend bereits akkordierte Parteilinie.<br /><br />Und wieder ist eine wichtige Diskussion, ehe sie noch geführt wurde, im Graben gelandet. Ja: Österreich muss über den Sinn der Wehrpflicht diskutieren, das haben umsichtige Zeitgenossen bereits gefordert, als die SPÖ die Wehrpflicht noch in Stein meißelte. Ja: Österreich braucht eine neue Sicherheitsdoktrin, in deren Rahmen auch die Fragen der Neutralität und eines allfälligen NATO-Beitritts diskutiert werden müssen. Die SPÖ hat sich diesen Diskussionen jahrelang verweigert und ruiniert das Thema nun für ein paar Wählerstimmen. Erbärmlich.]]>
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    <title>Die MTV-Welt und der Franzbranntwein</title>
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    <id>tag:mein.salzburg.com,2009:/meinung//20.31856</id>

    <published>2009-02-21T09:00:00Z</published>
    <updated>2009-02-20T18:10:52Z</updated>

    <summary>Red Bull liegt im Gerichtsstreit mit seinem Ex-Fußballtrainer. Der Prozess ist auch ein Kampf der Kulturen.</summary>
    <author>
        <name>Christian Sprenger</name>
        
    </author>
    
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        <![CDATA[Dopingfälle ohne Ende, Korruption um die Errichtung von Sportstätten, Zweifel an der korrekten Vergabe von Veranstaltungen, Spionage wegen des technischen Know-hows der Konkurrenz und so weiter&nbsp;&nbsp; - immer wieder gerät der Sport auch außerhalb des Wettkampfgeschehens in die Schlagzeilen.&nbsp;]]>
        <![CDATA[In den vergangenen Tagen wurden nun in Salzburg Vorgänge um die
Verpflichtung von Profifußballern publik, die neuerlich einen Teil der
Sportbranche in Verruf bringen: Der Verein Red Bull Salzburg engagierte
Sportler, bei diesen Transfers versickerte viel Geld. Der Klub macht
seinen Ex-Trainer Kurt Jara dafür mitverantwortlich, dieser wehrt sich
vehement. Die Causa ist nun gerichtsanhängig.<br />
Red Bull war als Konzern 2005 in den Fußball eingestiegen, schon zuvor
hatte sich das Unternehmen einen weltweiten Namen in Sachen
Eigenvermarktung gemacht: Der Getränkehersteller sponsert nach wie vor
Autorennställe aller Art, finanziert Fliegerwettkämpfe und findet mit
Klippenspringern, Eisspeedwayfahrern, Base-Jumpern, Streetskatern und
ähnlichem seine Öffentlichkeit.<br />
Doch die Abläufe einer traditionellen&nbsp; nach Franzbranntwein und
Umkleidekabinen riechenden Sportart wie dem Fußball und die Philosophie
einer Firma, die geübt war, ein MTV-Publikum anzusprechen, passten
nicht gleich zusammen: Das merkte man in den ersten
Fußball-Heimspielen, als Red Bull Teile seines traditionsgewohnten
Stadionpublikums mit eher bizarren Showeinlagen verstörte.<br />
Und auch jetzt ist noch viel Spielraum zwischen dem Fußball und Red
Bull: Über dubiose Geldflüsse bei manchen Transfers wird in der Branche
nur hinter vorgehaltener Hand geflüstert, Streitigkeiten oftmals im
Stillen bereinigt. Dass eine an diesen Geschäften beteiligte Seite nun
Details zu Spielertransfers offenlegt, kann man getrost als Tabubruch
werten.<br />
Wie auch immer die Gerichtsverfahren enden werden: Einen
Selbstreinigungs-Prozess der Branche wird dies kaum auslösen. Dazu ist
im Profifußball zu viel Geld im Spiel. Regeln wie die Begrenzung von
Transfersummen oder&nbsp; Spielergehältern gibt es in Europa im Gegensatz zu
den USA leider nicht.&nbsp; Das Mitschneiden an Transfersummen hat immer
Saison.<br />
Übrigens: „Sport" leitet sich vom englischen Begriff „disport" ab.
Dieser steht für „Belustigung, Ergötzung, Kurzweil". Doch die
unschuldige Bedeutung&nbsp; aus dem Wörterbuch ist im Profisport schon lange
fremd geworden. ]]>
    </content>
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    <title>Gebührt gehört</title>
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    <id>tag:mein.salzburg.com,2008:/meinung//20.26472</id>

    <published>2008-12-06T11:39:12Z</published>
    <updated>2008-12-05T16:41:59Z</updated>

    <summary>Rundfunkorchester versorgen das öffentliche Musikleben - und somit auch den Sender - mit unverzichtbarer Musikkultur. Das müsste doch unser (Gebühren-)
Geld wert sein?</summary>
    <author>
        <name>Karl Harb</name>
        
    </author>
    
    <category term="startseite" label="Startseite" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://mein.salzburg.com/meinung/">
        Braucht eine Rundfunkanstalt ein eigenes Orchester? Die deutschen Sendeanstalten der ARD unterhalten, von München bis Hamburg und Berlin, derzeit vierzehn gebührenfinanzierte Orchester. Der Bayerische Rundfunk hat sogar zwei: das von Mariss Jansons geleitete, zur Weltspitze zählende Symphonieorchester und das Münchner Rundfunkorchester unter Ulf Schirmer mit gut definierten, wichtigen Spezialaufgaben. Dazu kommt einer der besten Chöre der Welt. Die BBC ist immer noch stolz auf ihre „regionalen&quot; Ensembles, weil sie, wie in Deutschland, einen unverzichtbaren Teil zum öffentlichen Musikleben leisten. 
        <![CDATA[Hierzulande steht derzeit wieder einmal das Radio-Symphonieorchester auf dem Sparplan. Vom ORF wird argumentiert, man wolle das Orchester ja nur „ausgliedern". Richtig: Ausgliedern muss nicht sofort heißen, auch „abwickeln". Es geht um marktorientierte Maßnahmen. Würde das RSO derzeit Extragelder lukrieren wollen, wäre ihm dies untersagt, argumentiert ORF-Sprecher Pius Strobl. In die Selbstständigkeit entlassen, wäre dies aber möglich. Und der ORF würde ohnedies weiterhin eine hohe Grundabgeltung liefern.<br />Ein zweischneidiges Schwert: Was ist, wenn „freie" Geldquellen nicht sprudeln? Dann würde das Orchester auf dem Markt mit Sicherheit teurer werden, was wiederum Folgewirkungen zeitigte - etwa für die Oper im Theater an der Wien, wo das RSO hervorragende Dienste leistet. Es erhält damit einen wesentlichen Teil des Systems im „dritten" Wiener Opernhaus und kann dabei neue Facette&nbsp; des Repertoires zeigen: Poulencs „Dialogues des Carmelites" zählten zu den besten Aufführungen der letzten Jahre.<br />Kulturpolitisch lautete der einstige Auftrag, Rundfunkorchester sollten die zeitgenössische Musik propagieren. Diese pure Vorgabe ist längst ausgeweitet: Rundfunkorchester leisten mehr. Sie versorgen das öffentliche Musikleben - und somit auch den Sender - mit unverzichtbarer Musikkultur. Das müsste doch unser (Gebühren-)<br />Geld wert sein?]]>
    </content>
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    <title> Wolfgangs Werk und Wille waltet</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="http://mein.salzburg.com/meinung/2008/09/wolfgangs-werk-und-wille-walte.html" />
    <id>tag:mein.salzburg.com,2008:/meinung//20.15058</id>

    <published>2008-09-02T12:00:00Z</published>
    <updated>2008-09-01T17:37:22Z</updated>

    <summary>Richard Wagners Musikdramen werden den zum Teil erbärmlichen, zum Teil tragischen Diadochenkampf der letzten Jahre unbeschadet überstehen. </summary>
    <author>
        <name>Karl Harb</name>
        
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        <![CDATA[Nur eines will ich noch: das Ende. An diese verzweifelten Worten Wotans aus der „Walküre" mochten sich viele Beobachter der vergangenen Monate&nbsp; halten, ehe am Sonntag in Bayreuth endgültig der Vorhang über der 58-jährigen Regentschaft Wolfgang Wagners gefallen ist und der neue aufging über dem Doppelgestirn seiner ungleichen Töchter Eva und Katharina. Sie werden die Richard-Wagner-Festspiele leiten und haben&nbsp; wolkige Aussichten und schwammige Allgemeinplätze parat: behutsame&nbsp; Reformen ohne große Änderungen (die ohnehin niemand&nbsp; richtig wollen würde), dafür ein&nbsp; etwas aufgepepptes Image, das sich heuer schon durch einen neu gestalteten Internetauftritt zu erkennen gab, ein paar Aktionen Richtung Öffnung („public viewing", mit dem Salzburg durch die Siemens-Festspielnächte schon seit Jahren punktet) und Jugend.<br /><br />]]>
        <![CDATA[Richard Wagners Musikdramen werden den zum Teil erbärmlichen, zum Teil
tragischen Diadochenkampf der letzten Jahre unbeschadet überstehen.&nbsp;&nbsp;
Seine zehn Meisterwerke sind und bleiben Richtschnur des Programms. Es
ist im Übrigen bis schätzungsweise 2015 in seiner Abfolge (von
„Lohengrin" 2009 bis zum „Ring" im Wagner-Jubeljahr 2013, dem 200.
Geburtstag) ohnehin vorgeplant. Das Getöse um die Bayreuther
Festspielführung, zuletzt mit Gérard Mortier als - womöglich sardonisch
lächelndem - Jolly Joker, war also Theaterdonner.&nbsp; Jetzt gilt's -
hoffentlich - der Kunst, an der man die Schwestern messen wird.&nbsp; Obwohl: Katharinas Regievisitenkarte mit den „Meistersingern" lässt
schon auch ein wenig schaudern . . .&nbsp; ]]>
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