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Freizeit | Tier & Mensch

Nervt total, hilft aber

Von Tanja Warter | 11. Jan 2012 um 16:46 in Tierisch gut | Kommentare (0)

Nervt total, hilft aber

© Tanja Warter

Kaum etwas verabscheuen Hunde und Katzen so sehr wie eine Halskrause. Aber sie ist bei  vielen Verletzungen und bei OPs extrem  hilfreich.

Typische Reaktionen von Tierbesitzern: „Meine Katze hat sich mit dem Ding keinen Zentimeter mehr bewegt!" - „Unser Hund ist gegen jeden Türrahmen gerannt. Er hat völlig die Orientierung verloren." Wer je nach einem Unfall eine Halskrause getragen hat, kann sich ungefähr vorstellen, wie nervig das erst für einen Hund oder eine Katze sein muss. Nicht nur, dass man den Tieren den Zweck des Geräts nicht erklären kann. Bei ihnen wird die Bewegungsfreiheit noch deutlich stärker eingeschränkt als beim Menschen, denn die Halskrause der Tiere hat eine ganz andere Funktion. Sie soll verhindern, dass Bello oder Mieze sich an  Stellen kratzen, beißen oder schlecken, an denen gerade ein Heilungsprozess abläuft.

 Beispiel: Kater Carlo hat eine Verletzung knapp über dem Auge. Die Sache muss genäht werden. Wenn Carlo sich ans Werk macht und sich mit den Pfoten im Gesicht  kratzt, kann das schlimme Folgen haben. Mit seinem spitzen Krallen könnte er  den Faden lösen und die Wunde sogar aufreißen. Im schlimmsten Fall war dann alles umsonst und die Operation muss nochmals durchgeführt werden. Mit einer Halskrause ist dieses Risiko ganz einfach auszuschalten.

Beispiel Hündin Trixi: Sie ist vor wenigen Tagen kastriert worden. (Übrigens: Auch bei weiblichen Tieren heißt es „kastrieren".) Nun hat sie eine Wunde am Bauch. Natürlich hat Trixi darüber ein großes Pflaster, aber alles, was juckt, wird von Hunden abgeschleckt und angeknabbert. Wenn sie sich richtig bemüht, kann sie das Pflaster mit der Hinterpfote herunterkratzen. Damit sie dann nicht nagt und schleckt, muss sie den Plastiktrichter tragen. Auch Trixi hasst das. Vor allem, weil sie den Futternapf immer selbst zur Seite schiebt und nicht mehr abschätzen kann, wie viel Platz sie braucht. In manchen Fällen gibt es  Alternativen: Trixi könnte einen Pulloververband tragen (gibt es beim Tierarzt). Hundeschulen bieten sogar  Halskrausentraining an. Aber Kater Carlo hat keine andere Chance. Dafür wird er mit Streicheleinheiten verwöhnt.