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Freizeit | Tier & Mensch

Spieglein, Spieglein

Von Tanja Warter | 16. Nov 2011 um 13:10 in Tierisch gut | Kommentare (0)

Allein in einem Käfig sitzen, das ist Wellensittichen viel zu fad. Aber ob Spiegel und Plastikkameraden das Problem lösen?
Ein Blick in die Heimat des Wellensittichs reicht aus, um zu verstehen, was diese Vögel mitmachen, wenn sie bei uns allein in einem Käfig sitzen: In Schwärmen mit bis zu 1000 Tieren leben unsere beliebtesten Stubenvögel in der freien Wildbahn in Australien. Bei uns fristen viele von ihnen ein trostloses Dasein. Heute ist längst erwiesen, dass die Einzelhaltung von Wellensittichen nicht artgerecht ist.
Trotzdem sind noch immer in vielen Zoohandlungen allerlei Spielsachen für einsame Wellis zu finden. Sehr bekannt: Plastikvögel, die einen schwergewichtigen Ring   statt Füßen haben. Durch diesen Ring steckt man die Sitzstange  und schon hat Piepsi einen sympathischen Artgenossen, könnte man glauben. Ein Trugschluss!
Plastikvögel sind zwar als Partnerersatz vorgesehen,  führen in der Realität aber zu Verhaltensstörungen. Der schweigende Kamerad wird wie ein richtiger Vogel behandelt und deswegen auch beim Balzen gefüttert. Weil der regungslose Freund nichts annimmt, wird die Fütterung weiter und weiter betrieben. So lang, bis sich Frustration im Vogelkäfig breitmacht. Diese kann bis zur Futterverweigerung gehen.  Ein Spiegel im Käfig sorgt für ähnliche Symptome. Der Wellensittich erkennt sich nicht selbst und hofft auf eigenständige Reaktionen des Gegenübers. Die Erwartung wird enttäuscht, Frust entsteht.
Fazit: Wellensittiche mindestens zu zweit halten! Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob es sich um zwei Weibchen oder zwei Männchen handelt. Die meisten Vögel vertragen sich ohne Probleme. Nur in sehr großen Gruppen sollten die Weibchen immer in der Minderheit sein, damit es keinen Streit um die Buben gibt.  Übrigens ist die Geschlechtsbestimmung einfach: Die Wachshaut über dem Schnabel ist bei weiblichen Tieren  braun, bei männlichen Vögeln blau.