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Freizeit | Tier & Mensch

Mobbing unter Miezekatzen

Von Tanja Warter | 19. Okt 2011 um 15:32 in Tierisch gut | Kommentare (0)

Mobbing unter Miezekatzen

© Tanja Warter

Zoff. Wenn zwei Stubentiger sich nicht leiden können, hängt der Haussegen schief. Viele Besitzer beobachten ein Phänomen: Ein Tier wird gemobbt.

Unter all den Rätseln, die Katzen uns bis heute aufgeben, ist ihr Sozialverhalten eines der geheimnisvollsten. Nehmen wir folgende Situation: Trixi, Wuschel und vor allem Carlo versperren Minki regelmäßig den Weg zum Napf, sie blockieren Engstellen in der Wohnung oder  Türdurchgänge, damit Minki nicht hinüber in den anderen Raum kann.
Offensive Attacken gibt es dabei kaum. Das alles läuft auf einer ganz subtilen Ebene ab, die nur dem aufmerksamen Beobachter auffällt. Minkis Reaktion darauf: Sie scheint sich immer mehr zurückzuziehen. Ein Hinweis, dass die Kleine nicht sehr glücklich ist mit der Situation. Aber die Suche nach der Ursache ist kompliziert. Viel hängt von der Kinderstube eines Kätzchens ab. Tiere, die in der Gruppe aufgewachsen sind, entwickeln oft sehr enge Bindungen und zeigen sich sehr sozial. Außerdem sind kastrierte Katzen verträglicher als unkastrierte. In Österreich müssen übrigens laut Gesetz  alle Katzen, männliche wie weibliche, kastriert sein, da es sonst viel zu viel unerwünschten Nachwuchs gibt. Die Bedürfnisse nach Gesellschaft halten sich hingegen bei einzeln aufgewachsenen Katzen in Grenzen. Mit zunehmendem Alter verkümmern sie ganz. Im Fall von Minki lässt sich das alles nicht mehr feststellen. Sie lebte das erste Lebensjahr   bei einer Familie, die sie später nicht mehr haben wollte und kam als Nachzügler in die Gruppe.  Die drei Revierinhaber waren eine eingeschworene Gemeinschaft, das etablierte System geriet aus den Fugen. Würden die „Alten" diese Hierarchie mit Krallen und Zähnen verteidigen, ließe sich für den Besitzer einiges machen: getrennte Ruhe- und Fressplätze zum Beispiel. Minkis Problem liegt tiefer. Wenn das Trio seine Abneigung nicht nach einigen Monaten ablegt, muss gut überlegt werden, ob sie nicht besser an einen neuen Platz umzieht. Sonst bekommt sie Dauerstress, der sich auch auf die körperliche Gesundheit niederschlagen kann.