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Freizeit | Tier & Mensch

Der Poltergeist

Von Tanja Warter | 7. Sep 2011 um 15:26 in Tierisch gut | Kommentare (0)

Der Poltergeist

© Tanja Warter

Mitbewohner. Das Festspielhaus hat einen Untermieter, der unter strengem Schutz steht. Siebenschläfer hausen gern in kühlen, leeren Gebäuden.

In Dachböden oder leeren Scheunen quartieren sie sich generell gern ein.  Und wer je einen Siebenschläfer im Haus gehabt hat, der weiß, was für ein Poltergeist dieser ist. Zwar sind die Tierchen harmlos, richten für gewöhnlich auch kaum Schäden an, aber die ruhigsten Mitbewohner sind sie wahrlich nicht. Im Festspielhaus wird es vermutlich kaum jemanden stören, wenn der heimliche Untermieter nachts seine Runden dreht. Für ihn ist es eine optimale Wohnstätte.

Erfreulich ist, dass Siebenschläfer in Salzburg nicht zu den gefährdeten Tieren gehören. Im Flachgau und Tennengau sind sie sogar häufig anzutreffen, im Gebirge eher vereinzelt. Aber  die Bestände haben schon starke  Schwankungen durchgemacht. Deshalb zählen diese Tiere zu den vollkommen geschützten Arten. Wer also
einen Siebenschläfer im Haus hat, hat es nicht gerade leicht, ihn wieder loszuwerden. Susanne  Stadler, Biologin der Naturschutzbehörde: „Geschützte Tiere darf natürlich niemand töten. Man darf Siebenschläfer aber auch nicht mutwillig beunruhigen, verfolgen, fangen oder befördern." Da wird die Sache schon recht kompliziert. Und auch „Fortpflanzungs- und Ruhestätten dürfen nicht beschädigt werden."  Wer einen Siebenschläfer umsiedeln möchte, braucht dazu eine Ausnahmegenehmigung. Alle wichtigen Infos, wie am besten vorzugehen ist, geben die Mitarbeiter der Naturschutzbehörde. Den Nager im Festspielhaus betrifft das bislang ohnehin nicht. Er darf ja bleiben, wo er ist.

Stadler: „Vermutlich handelt es sich um ein Jungtier. Die sind neugieriger und mutiger als die erfahrenen Alten." Siebenschläfer sind außerdem gesellig und verbringen, wenn ihnen die Behausung gefällt, auch das ganze Jahr in einem Gebäude. Wichtig ist nur, dass sie genug zum Fressen finden. Nüsse, Kastanien, Eicheln, frisches Obst und auch Insekten stehen auf dem Speiseplan.

Im späten Herbst beginnt der Siebenschläfer seinen Winterschlaf. Bis April wird von ihm nichts zu hören und zu sehen sein. Gleich nach dem Erwachen beginnt die Paarungszeit und nur fünf Wochen später erblicken bis zu sechs blinde und nackte Siebenschläferbabys das Licht der Welt. Vielleicht ist das Exemplar im Festspielhaus ja ein Weiberl. Und vielleicht tritt es nächstes Jahr sogar mit seinen Kindern auf.