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Freizeit | Tier & Mensch

Das klappt wie am Schnürchen

Von Tanja Warter | 6. Okt 2010 um 12:11 in Tierisch gut | Kommentare (2)

Das klappt wie am Schnürchen

© Tanja Warter

Neue Erlebnisse. Warum Rudi hochintelligent ist, dringend eine Hausordnung braucht und ich vorgestern zehn Zentimeter gewachsen bin.

Neues von Rabenkrähe Rudi. Mein Ziehkind, das im Mai aus dem Nest gefallen ist, hat sich als hochbegabt entpuppt. Das kam so: Um mehr über die Entwicklung und die Verhaltensweisen von Krähen zu erfahren, reiste ich an die Konrad-Lorenz-Forschungsstelle nach Grünau. Dort macht Wissenschafterin Claudia Wascher zusammen mit ihrem Team Intelligenztests mit acht Rabenkrähen. Ein Test nennt sich „string pulling", also Schnürlziehen. Dazu wird ein Leckerbissen (Käse eignet sich hervorragend) mit einer Wäscheklammer am Ende einer Schnur befestigt und das Ganze an einem Ast aufgehängt. Die Krähe muss versuchen, mit geschickter Koordination von Schnabel (zum Hochziehen) und  Kralle (zum Fixieren der Schnur) an das Futter zu gelangen. Claudia Wascher erklärte, ihre Krähen seien frühstens mit einem Jahr dazu in der Lage. Nachdem ich die Apparatur für Rudi - ein halbes Jahr alt! - auf dem Balkon aufgebaut hatte, dauerte es keine zehn Minuten, bis er wusste, wie er an seinen geliebten Höhlengruyère kommt. Mittlerweile kann er Schnürlziehen aus dem Effeff.
Was gibt es sonst noch Neues? Eine Hausordnung für Rudi muss ich deshalb dringend einführen, weil der Kleine die frisch gedüngten Felder rund um Morzg so liebt.  Seine Füßchen hinterlassen Schlammspuren vom Eingangsfenster bis zur Kühlschranktür. Und das duftet . . .  Außerdem muss ein strengeres Computerverbot her, denn die Reparatur meines Laptops, aus dem er kürzlich brachial sechs Tasten heraushämmerte, machte 40 Euro aus.
Warum ich zehn Zentimeter gewachsen bin? Rudi und ich begegneten zwei Joggerinnen in der Hellbrunner Allee. Eine zur anderen: „Schau, das ist sicher Rudi, der berühmteste Rabe von Salzburg." Ich nickte, und Rudi bekam bewundernde Blicke. Seither bin ich einen Kopf größer - vor lauter Stolz.

Bild: SN/Tanja Warter
 
 
Kommentare (2)
 
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    Holger

    25. Nov 2010
    12:36 Uhr

    Vielleicht wäre jetzt nochmal ein guter Zeitpunkt für die Wiederholung des Stöckchen/Glas-Experimentes in der ursprünglichen Version(Oxford), evtl. kommt er jetzt auf die Idee, das Stöckchen als Werkzeug einzusetzen. Als Köder sollte vielleicht auch sein Lieblingskäse -statt Fleisch- zum Einsatz kommen.
    Viel Erfolg und liebe Grüße von
    Holger

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      Tanja Warter

      26. Nov 2010
      13:43 Uhr

      Hallo Holger! Freut mich, an dieser Stelle auf einen Krähenfan zu treffen. Hast Du auch Erfahrung mit Experimenten oder in der Jungvogelaufzucht? Lass es mich gern wissen. Hier oder an info@docwarter.com. Ich schau mir jetzt Deine Krähenvideos an ;o), Tanja Warter

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