Die Schweizer haben neue Reglementierungen für Wirbeltiere erlassen - von der Kuh bis zum Meerschweinchen. Dabei berücksichtigen sie einen Aspekt, der bis heute kaum Beachtung findet: das Sozialleben der Tiere.
Ein einzelner Wellensittich in einem Käfig ist ab sofort bei den Eidgenossen verboten. Ebenso ein einsames Kaninchen. „All diese Tiere sind gesellig und akzeptieren den Menschen nicht als Ersatz-Artgenossen", heißt es aus dem Bundesamt für Veterinärwesen in Bern. Was Besitzer zum Beispiel bei Meerschweinchen für Zutraulichkeit halten, kann in Wirklichkeit eine Schreckstarre sein. Deshalb sollen Gesetze über die neue Haltung im Doppelpack die Tiere glücklicher machen.
Doch damit nicht genug: Die Regierung ist noch weiter ins Detail gegangen und schreibt neben der Nahrung und Einstreu sogar Knabbereien für Nagetiere vor, damit diese ihre ständig nachwachsenden Zähne permanent abnutzen können. Kluge Begründung der Staatsveterinäre: „Achtung und Respekt schulden wir auch kleinen Tieren!" Auf Kontrollen im Wohnzimmer muss sich aber keiner gefasst machen, die Gesetze sollen Tierbesitzer zunächst stärker sensibilisieren.
Die Reaktionen auf das rigorose Vorgehen sind bis dato gespalten. Kritiker sehen darin Auswüchse der Bürokratie. Dennoch will die Schweiz ihre Vorreiterrolle in Sachen Tierschutz abermals bestätigt wissen. Die meisten Eidgenossen finden es okay: Immerhin lebt in jeder zweiten Schweizer Familie ein Haustier.
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