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Freizeit | Sport & Action

Tai Chi - Die ideale Bewegungsform für ein fittes Kreuz

Von tai chi gung-User | 25. Nov 2009 um 19:40 in Fitness | Kommentare (0)

Tai Chi - Die ideale Bewegungsform für ein fittes Kreuz

© tai chi gung-User

Donnerstag Abend besuchte ich den Vortrag "Das Kreuz mit dem Kreuz" von MMag. Oliver Jarau, ASKÖ - Club Sport Aktiv.
Dieser Vortrag interessierte mich als (ehemals) Betroffener, sprich: Bandscheibenvorfall - genauso wie als Vereinsorgan des Tai Chi Gung - Landessportverein mit engem Kontakt zum ASKÖ-Landesverband.


Herr Jarau referierte über Wirbelsäulenprobleme sowie Fehlhaltungen des Rückens und veranschaulichte beteiligte Muskelgruppen und "Schmerzzonen" anhand von Bildmaterial am Projektor.
Zusätzlich berichtete er von Studien, welche z.B. belegen, dass der durchschnittliche Österreicher sich nur(!) 900m am Tag fortbewege, schon jetzt enorme Bewegungsmängel in der Bevölkerung vorliegen und diese schon im Vorschulalter(!) nachweisbar wären. Rückenprobleme und Folgesymptome könnten schon jezt als Volkskrankheit Nr. 1 angesehen werden und die Gebietskrankenkassen hätten in den vergangenen Jahren Milliarden(!) Euro an Behandlungs- und Rehabilitationskosten ausgegeben. Deren Einsatz jedoch nur der Schmerzlinderung und Wiederherstellung dienen konnte - nicht jedoch die Ursachen für die "Erkrankung" bzw. "Lebensqualitätsminderungen" behoben.

Die Anwesenden konnten erfahren, dass viele Probleme mit unserem Bewegungsapparat (schmerzhaft erkennbar erst in Folge an der Wirbelsäule) durch unseren ungesunden Lebensstil erworben sind.
Darüber hinaus erfuhren die Teilnehmer mehr über den "Teufelskreislauf Rückenschmerz" - in etwa: mangelnde und/oder falsche Bewegung führt zu Erschlaffung/Verkürzung/Degeneration von bestimmten Muskelgruppen, diese wiederum zu "Fehlstellungen"/Fehlhaltungen von Becken und Wirbelsäule, bis "es" dann zu irgend einem Zeitpunkt "einschiesst" und sogar Dauerschmerzen auftreten (häufigste Punkte: Hals/Nackenwirbel- oder Lendenwirbelbereich), welches selbstverständlich neben der Schwerzbehandlung zur "Schonung" als Selbstschutzmechanismus führt (d.h. der Betroffene meidet nun erst recht Bewegung) - wobei zusätzlich nach erfolgter Schmerzbehandlung und Wiederherstellung - sofern man sich selbst wieder einigermaßen schmerzfrei fühlt, der gesamte Themenkomplex als "abgeschlossen" betrachtet UND man GENAUSO "weitermacht" und "weiterlebt" WIE BISHER (also die vom Physiotherapeuten oder in der Kur angeratenen Bewegungen und Übungen vielleicht 14 Tage lang weitermacht, wenn überhaupt... und sich eben "schont") - bis... Das ganze von vorne beginnt: "Einschiessen" / Schmerzen - und meist heftiger als zuvor!

Meiner Meinung nach ist eine Operation (an der Wirbelsäule) die letztmögliche Maßnahme einer Rehabilitation, wenn nichts anderes mehr hilft. Ich wurde in dem Vortrag bestärkt, dass dies nur eine (vorübergehende) Beseitigung des Schmerzes und dessen Auswirkungen sein kann, jedoch keine Behandlung der Ursachen, weil diese in falscher und/oder fehlender körperlicher Bewegung zu finden sind. Was nichts anderes bedeutet, dass eine Bandscheibenoperation nur(!) die Chance bietet, "danach" - hoffentlich weitestgehend schmerzfrei - sich selbst um geeignete Bewegung und Aktivität zu kümmern und zu betreiben, damit andernfalls die "Krankheit" nicht AUTOMATISCH (bei "Nichtstun") wiederkehrt.

Auch aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass man selbst nur allzu gerne alle Ratschläge befolgt, damit der Schmerz wieder weggeht. Dies war für mich der Anlass endlich Tai Chi Kurse zu besuchen und diese haben mir sehr gut getan.
Sobald jedoch dies geschehen ist - also die Schmerzen nachgelassen haben - man wieder "heilfroh" (wie das Wort schon beinhaltet) ist, wieder "normal" zu leben.
D.h.: Also "genauso" wie vor der Erkrankung - ohne Änderung des Lebensstils (...ist doch klar, oder?).
Man fühlt sich "wieder" prächtig, gesund und munter - und glaubt, "die Übungen" (der Rehabilitation, der Kur, des Kurses) bräuchte man nicht mehr.

Bis zu dem Zeitpunkt, wo es "einen" "plötzlich"(!) schlimmer trifft als zuvor - meine mitgeteilte Diagnose war: akuter Bandscheibenvorfall!
Einziger nunmehr möglicher Ratschlag des Arztes: Schmerzbehandlung (d.h. 3 Wochen Infusionen, Arbeits- und Bewegungsunfähig) mit anschließender Operation.
Diese habe ich nicht durchführen lassen, sondern begann (sehr, sehr langsam und vorsichtig) wieder mit Tai Chi (Chuan), weil ich bereits wusste, was dies für mich bewirken konnte ...und habe diese Bewegungsform(en) seither (ca. 9 Jahre) beibehalten und übe seither kontinuierlich immer wieder.
Meine Rückenprobleme? Kein Thema mehr! - Sobald ich "spüre", dass etwas "nicht richtig" ist (zu lange am Schreibtisch, im Auto, etc.), weiss ich genau, was ich dagegen tun kann.
(Der Ausschlag für meinen "tatsächlichen Beginn" von Tai Chi waren meine Rückenprobleme, zwischenzeitlich weiss ich selbstverständlich "wieviel mehr" diese Bewegungsform für uns Menschen darstellen kann - aber dies wurde/wird an anderen Stellen berichtet).

Auch Herr Mag. Jarau bestätigt, dass es so simpel wäre: mit ein wenig Kenntnis der eigenen Physiognomie - sprich: beachten einiger weniger Punkte bei Tätigkeiten, welche die Wirbelsäule belasten (und manche von uns sogar in der Schule kennenlernen durften - oder unter anderem an einem der Vorträge oder Kursen des ASKÖ Club Aktiv "beigebracht" werden können), sowie ausreichender, geeigneter, regelmäßiger Bewegung kann dem "Rückenproblem" entgegengewirkt werden.

Ebenfalls, so berichtete er uns, bedeutet eine ausreichende, geeignete, regelmäßige Bewegung:
- eine ständige und kontinuierlich beibehaltene Bewegungs- und Trainingsform,
welche mindestens zwei bis dreimal die Woche
- Minimum: 20 Minuten bis zu einer Stunde
- mit einer Kreislaufbelastung von mindestens 50% der Maximalbelastung
ausgeführt wird.

Die Idealform einer solchen "Sportart" bzw. "Bewegungsform" besteht aus einer Kombination von
- Ausdauer-
- Kräftigungs- und
- Koordinationsübungen
in einem.

Betrachten wir eine körperliche Aktivität unter diesen Kriterien, so erkennen wir, dass GENAU die Ausübung von TAI CHI GUNG als Idealform angesehen werden kann, weil dieses Training alle zuvor genannten Punkte erfüllt.

Das regelmäßige "Üben" von Tai Chi - zwei- bis dreimal die Woche, ist eine ideale Möglichkeit - völlig unabhängig von Alter, Geschlecht, Gewicht, Aussehen oder sonstigen "persönlichen Widerständen" - um schmerzfrei beweglich und möglichst gesund zu bleiben.

Damit ist Tai Chi Gung die ideale Beschäftigung, sich und seinen Körper fitt bis ins hohe Alter zu halten, die Koordinationsfähigkeit zu schulen und zu erhalten, sowie immer wieder Neues zu entdecken und gleichzeitig Spaß in der Gruppe zu haben.

Mehr zum Tai Chi Gung - Landesportverein unter seiner neuen Homepage: www.tai-chi-gung.at