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Aufklärungsserie: Das ist Tai Chi Gung - Teil 10/15

Von tai chi gung-User | 16. Jun 2009 um 09:05 in Fitness | Kommentare (1)

Aufklärungsserie: Das ist Tai Chi Gung - Teil 10/15

© tai chi gung-User

Die Geschichte(n) der Entstehung
Eigentlich ist es kaum verwunderlich, je weiter die Entstehungsgeschichte in die Vergangenheit zurückreicht, desto mehr Legenden ranken sich um dieses Ereignis. Wer vermag heute noch zu unterscheiden, welche Begebenheit sich auf eine mündlich überlieferte Anekdote bezieht oder schlichtweg einen Mythos darstellt? Werden die unterschiedlichen Erzählungen, welche je nach Schule, d.h. Familienstil, überliefert wurden, miteinander verglichen, scheint es offensichtlich so zu sein, dass die Überlieferungen mehr darauf bedacht sind, eine "Urphilosophie" und Gleichnisse für die Sinnhaftigkeit der Beschäftigung mit Tai Chi (vor allem mit dem propagierten eigenen Stil) zu vermitteln, als dem Interessierten tatsächlich historische Fakten und Begebenheiten zu liefern.


Eine dieser Geschichten des Ursprungs lautet:

Der Erfinder von Tai Chi war ein taoistischer Einsiedler namens Chang San-Feng (auch unter "Zhang Sanfeng" bekannt), welcher um die Jahre 1300 (nach Christus) gelebt haben soll.
Er war ursprünglich Staatsbeamter und zog sich nach vielen Jahren im Staatsdienst schließlich auf den heiligen Berg Wudang Shan zurück, wo er den Rest seines Lebens in Meditation und Besinnung verbrachte. [Anm.: die Wudang-Berge gelten auch heute noch als eines der Hauptzentren, wo "ursprüngliches" Tai Chi praktiziert werden soll und welches auch als Pilgerstätte für viele westliche Besucher dient].

Eines Tages beobachtete er ... - und hier gehen auch schon die Berichte selbst über jene Geschichte auseinander - manche sprechen davon, dass er von seiner Hütte oder Höhle aus eine Beobachtung machte, andere, dass er im Traum die folgende Begebenheit gesehen hatte und wiederum andere, dass er folgendes als Vision während einer Meditation an einem Flussufer erlebt hatte - doch bleiben wir bei der Geschichte:
er beobachtete den Kampf zwischen einem Kranich und einer Schlange. Gebannt sah er, dass sobald der Kranich auf die Schlange zutrat, die Schlange dessen Nähe entglitt und wenn die Schlange sich aufbäumte, um ihrerseits den Vogel zu attackieren, der Kranich seine Flügel spreizte und sich zurückzog. Er erkannte, das keines der beiden Tiere das andere verletzen konnte, weil beide geschmeidige runde Bewegungen, sowie Sensitivität und Zeitgefühl einsetzten, um im Wechselspiel von yin und yang dem jeweiligen Angriff zu entgehen.
Von dieser Vision (Traum, Beobachtung) inspiriert, entwarf Chang ("Zhang") eine Reihe von Bewegungen, basierend auf den Stellungen und Bewegungen, welche die Schlange und der Kranich im Kampf eingenommen hatten. Wie viel von dieser Geschichte oder auch deren Abwandlungen wahr ist oder auch historisch belegbar ist, sei dahingestellt. Wichtig ist, dass diese Geschichte etwas vom Geist des Tai Chi vermitteln kann. Auch wenn Abwandlungen selbiger Begebenheiten "Kampf und Bewegung von Tieren" in vielen Kampfkünsten chinesischer Herkunft, als Ursprung thematisiert und in vielen "Martial-Arts-Filmen " vermarktet wurden.

Bemerkenswert ist:

Chang (bzw. "Zhang") sollte ein Meister der Kampfkunst und ein Meister in der "Methode zur Verlängerung des Lebens", "Yangsheng" (heute bekannt unter der Bezeichnung TCM, der Traditionellen Chinesischen Medizin, wozu als fünfte Säule spezielle Atem- und Bewegungstechniken mit der Bezeichnung "Chi kung" gezählt werden), gewesen sein. Er sollte einen Weg gesucht haben, diese beiden Disziplinen zu vereinen. Die Beobachtung (Vision, Traum) des Kampfes zwischen Schlange und Kranich ermöglichte ihm, die runden Bewegungen der "Methoden zur Verlängerung des Lebens" ("Chi kung", seit Mitte des 20. Jahrhunderts unter dem Begriff: "Qi Gong" bekannt) zu erweitern und gleichzeitig auch als Kampfkunst einzusetzen.

So konnte er zwei bereits sehr hoch entwickelte und separat existierende Übungssysteme vereinen und zu einer überragenden Disziplin - heute bekannt als Tai Chi (Chuan) - zusammenführen.
Über die Entstehung in der fernen Vergangenheit, ca. um 1300 n.C., scheinen sich alle Familien grob einig zu sein, auch wenn die Entstehungsgeschichte in verschiedenen Varianten weitergegeben wird. Dazwischen, bis zum 20. Jahrhundert, klafft eine große Lücke. Aber auch in der jüngsten Geschichte des Tai Chi hängt die Historie, welche man überliefert bekommt, von demjenigen ab, welcher diese erzählt. Besser gesagt, es hängt davon ab, welcher Stilrichtung (d.h. welcher Familienschule), der "Historiker" zuzuordnen ist. Es gibt keine schriftlichen Quellen über die Entstehung und alle grundlegenden Texte des Tai Chi stammen aus der Neuzeit. ...Fortsetzung folgt...

...mehr zum Verein unter www.tai-chi-gung.at

Hinweis:
am Sonntag, den 21. Juni 2009, beginnt in Salzburg ein weiteres Einsteigertraining im Umfang von 12 Einheiten zu je 1,5 Std. Lehrgangskosten: EUR 85,-/Person (Schüler u. Studenten 75,-); die erste Einheit kann auch zur Probe besucht werden und kostet EUR 5,- (wird bei Kursteilnahme dann angerechnet). ...mehr
 
 
Kommentar (1)
 
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    tai chi gung-User

    13. Jun 2009
    12:59 Uhr

    Sorry - jetzt ist mir der Formatierungsfehler wieder passiert. Wahrscheinlich durch den Hinweis mit Link (egal ob an Beginn oder zum Ende gesetzt).

    Bitte, liebe SN-Mitarbeiter, könntet Ihr ein paar Absätze einfügen?

    Antworten