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Freizeit | Spiele & Trends

Uncharted 3

Von stef/FRITZ | 10. Nov 2011 um 07:55 in Playstation | Kommentare (1)

Uncharted 3

© stef/FRITZ

Spielerisch, erzählerisch und optisch ist „Uncharted 3: Drake´s Deception" schlichtweg atemberaubend, ein furioses Abenteuer, gedreht und animiert in Studios in Los Angeles. Doch der filmisch inszenierte Blockbuster aus Bits und Bytes birgt einen Nachteil: Der Spieler ist Sklave des Skripts.

Vor drei Jahren definierte "Uncharted 2" das Genre des Action-Adventures mit atemberaubenden Verfolgungsjagden, spektakulären Stunts und augenzwinkernden Dialogen neu. Geblieben sind unvergessliche Videospielmomente: ob auf dem Dach eines gekaperten Zuges oder in der gemütlichen Hütte eines idyllischen Bergdorfes in Tibet, in dem man am liebsten stundenlang hätte verweilen wollen.

Mit "Uncharted 3: Drake's Deception" liefern die Macher erneut ein audiovisuelles Meisterwerk, digitale Unterhaltung in Perfektion, von der ersten bis zur letzten Sekunde. Auch dieses Mal führt die atemlose Schatzjagd rund um den Globus, nach London und Frankreich bis in die entlegensten Winkel der Rub al-Khali-Wüste. Ziel der gefährlichen Reise ist die legendäre Stadt Iram, die einst von Lawrence von Arabien den Namen „Atlantis des Sands" bekam. Zu allem Überfluss werden die Glücksritter rund um Protagonist Drake, eine Art zeitgenössischer Indiana Jones, auch noch von einem okkulten Geheimorden verfolgt. Audiovisuell gehört „Uncharted 3" definitiv zum Besten, was derzeit auf Konsolen geboten wird: Zu den spektakulärsten Etappen gehört die Flucht aus einer brennenden Schlossruine, die am Ende einstürzt sowie die atemlose Hatz über die Dächer der kolumbianischen Hafenstadt Cartagena, bei der die Verfolger immer nur ganz knapp abgehängt werden können.

Immer wieder schweift der Blick über atemberaubende Landschaften, ansehnliche Festungs- und Tempelanlagen oder Ruinen, die in der Wüste Rub' al Khali nach heftigen Stürmen mit Sand bedeckt sind. All das sind Impressionen, die der Spieler auch lange nach dem Abspann nicht vergessen wird. 

Entwickelt hat die kongeniale Fortsetzung wieder das amerikanische Studio Naughty Dog, das an sich selbst offenbar die höchsten Ansprüche stellt. Zwei Jahre lang hat die Entwicklung des Spiels gedauert, es wurden keine Kosten und Mühen gescheut: Bei den Dreharbeiten in den Sony Picture Studios in Los Angeles standen professionelle Hollywood-Schauspieler vor den über 80 Kameras, die jede noch so kleine Bewegung der Darsteller einfingen. Und so gibt es kaum eine Kameraeinstellung, kaum eine Szene, die nicht an große Hollywood-Vorbilder wie „Indiana Jones" oder „Die Jagd nach dem grünen Diamanten" erinnert: ein sagenumwobener Schatz, exotische Kulissen, gefährliche Fallen und kniffelige Rätsel, Bösewichte und sympathische Helfer.

Mal muss sich der Spieler verzweifelt an der Ladeluke eines Frachtflugzeuges festklammern, mal gilt es eine ganze Armada giftiger Käfer nur mit einer brennenden Fackel in Schach zu halten.
Dabei schafft der nahtlose Wechsel zwischen temporeicher Action, schwindelerregenden Klettereinlagen und spektakulären Filmsequenzen einen unnachahmlichen Rhythmus, der fließend und ohne Unterbrechungen das Raum- und Zeitgefühl komplett lahmgelegt. „Uncharted 3" entwickelt auf diese Weise eine ungeahnte Sogwirkung, die man sonst nur aus Filmen kennt. Gleich einem Treibsand verschlingt der bis ins letzte Detail durchkomponierte Abenteuertrip den Spieler, dessen Augen mit jedem weiteren Kapitel immer noch größer werden. Erst Stunden später kehrt man in die Realität zurück, staunend, die Nerven liegen blank.

Weil „Uncharted 3" dem Spieler kaum Handlungsfreiräume und auch nur wenig Raum für eigene Entscheidungen lässt, ist er gewissermaßen ein Sklave des Skripts, der sich nur auf jenen Pfaden bewegen darf, die strikt vorgegeben sind. Wer von den unsichtbaren Schienen abweicht, wird sofort zurückgepfiffen - ausgiebige Erkundungstrips wie etwa in den GTA-Spielen oder in „Red Dead Redemption" sind hier nicht vorgesehen. Wer unbedingt meckern will, könnte das als Manko auffassen. Dafür gibt es kaum Ladezeiten, abgesehen von der Erstinstallation. Danach wird die Software nämlich unauffällig im Hintergrund nachgeladen, wodurch ununterbrochener Spielspaß garantiert ist.

Fazit: Figuren, Dialoge, Kulissen und die einmalige Inszenierung machen „Uncharted 3" zu einem unvergesslichen Konsolen-Kino-Trip. Besser unterhalten wird man derzeit nur selten.

Info: „Uncharted 3: Drake´s Deception" (PEGI 16) erscheint exklusiv für die PS3.

Hier noch der Trailer zum Spiel:

 
 
Kommentar (1)
 
  • Letho

    27. Nov 2011
    16:19 Uhr

    Ich muss leider gestehen, dass ich ein bisschen entäuscht bin von Uncharted 3's Einzelspielerkampagne.

    Nachdem ich alle drei Teile auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad durchgespielt habe, muss ich leider feststellen, dass "Extrem Schwer" über die Jahre zu "Extrem Einfach" verkommen ist.

    Natürlich wünscht sich niemand Fruststellen in einem Spiel, aber wenn ich auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad spiele, will ich auch gefordert werden und das war hier definitiv nicht der Fall.

    Früher waren Automatenspiele vor allem deswegen fordernd, damit der Spieler nach dem Ableben, fleißig weiter Münzen in den Automat schmiss, nur um endlich diesen "einen Endgegner" zu besiegen.

    Aber mit der Zeit erkannten Spieleentwickler, dass Computer- und Konsolenspiele schnell beiseite gelegt werden und in Verruf geraten, wenn sie zu schwierig sind.

    Daher: Was tun?

    Natürlich! Den Schwierigkeitsgrad nach unten schrauben! Sodass auch ungeübte Spieler den Abspann sehen können.

    Gut für den Mainstream, schlecht für echte Zocker...

    Aber immerhin gibt's ja noch Demon's Souls ;D.

    Obwohl...

    War das wirklich so schwer?

    MfG Letho.

    @stef: Gab's da nicht auch einen Multiplayer bei Uncharted 3? Zwar kein Modern Warfare 3 Multiplayer-Konkurrent, aber immerhin erwähnenswert!

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