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Freizeit | Spiele & Trends

Ausgeträllert und aufgetanzt

Von stef/FRITZ | 30. Nov 2011 um 11:21 in Nintendo, Playstation, Xbox | Kommentare (0)

Ausgeträllert und aufgetanzt

© stef/FRITZ

Schonung für die Stimmbänder: Karaoke-Abende im Eigenheim könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Statt ins Mikrofon zu grölen und Sänger zu imitieren, haben Konsolenspieler längst eine neue Passion entdeckt. Tanzspiele sind die neuen Kassenschlager in der Pixelindustrie.


Karaoke-Spiele waren eine Zeit lang sehr beliebt. Mit Programmen wie „SingStar", „Rock Band" oder „Lips" konnte sich plötzlich jeder zu Hause wie ein Sängerknabe fühlen. Doch jedes Videospiel hat ein Verfallsdatum, selbst erfolgreiche Serien wie "Guitar Hero" sind davon nicht ausgenommen: 2005 auf den Markt gekommen, sicherte der erste Teil dem Hersteller Activision bereits im Jahr darauf über 100 Millionen Dollar. Vor einigen Jahren war das Genre, bei dem man mit einem Mikrofon oder einer Gitarre Rockstars imitieren musste, ein Milliardengeschäft, der Handel mit Plastik-Instrumenten boomte.

Jetzt, sechs Jahre nach dem Release, hat Activision angekündigt, sein einstiges Zugpferd begraben zu wollen. Game over für „Guitar Hero". Auch Ableger wie Band Hero" und "DJ Hero" werden aus dem Sortiment genommen. Der Markt überschwemmt, die Zocker übersättigt: Musizieren auf dem Bildschirm ist aus der Mode gekommen. Der jüngste Trend bei Musikspielen sind Tanz-Games.

Im Vorjahr landete das Entwicklerstudio Harmonix mit "Dance Central" einen Mega-Hit. 2,5 Millionen Mal ging das Spiel über die Ladentische, seit kurzem gibt es Teil Zwei. Bei dem bewegungsgesteuerten Tanzspiel ist voller Körpereinsatz gefragt, Controller braucht man keine, das Spiel wird ausschließlich über die Bewegungen der Gamer gesteuert. So wie in Ubisofts „Just Dance" erfasst die Kinect-Software Bewegungen des Spielers, überträgt sie auf den Bildschirm und wertet sie anschließend aus. Ziel ist es, die Tanzeinlage eines Computervorbilds möglichst treffsicher zu imitieren. Trockentraining für Freizeittänzer, wenn man so will.

Mit „DanceStar PARTY", soeben für die PS3 erschienen, will Sony ein Stück vom Kuchen. Vor dem Kamera-Auge der Playstation in Position gebracht, gilt es im Takt Hände und Füße nach dem digitalen Vorbild zu rekeln. Leuchtet ein „Perfekt" oder „Cool" auf, wurden die Bewegungen korrekt ausgeführt, erscheint dagegen ein „X", dann hat der Spieler einen Fehler gemacht, er bekommt keine Punkte.

Einziger Unterschied zur Konkurrenz ist, dass bei „DanceStar PARTY" noch - ganz klassisch - mit Controllern getanzt wird. Der Spieler muss sie in der Hand halten, Sensoren füttern die Konsole laufend mit Informationen. Die Bewegungen der Beine und des restlichen Körpers werden dabei nicht erfasst. In diesem Punkt sind die Kinect-Titel klar im Vorteil. Zugegeben: Ein bisschen albern kommt sich schon auch vor, mit den leuchtenden Stäben in der Hand, die man mit ausladenden Bewegungen gleich einem Flugzeugeinweiser durch die Luft schwingt. Dafür ist „DanceStar PARTY" bislang das erste Game, bei dem der Spieler zur Musik tanzen und singen kann.

Eine gute Figur auf dem heimischen Dancefloor zu machen, ist dabei gar nicht so leicht. Und wer meint, er hätte brasilianischen Rhythmus im Blut, der wird spätestens beim Anblick des Videos, das während der Performance aufgezeichnet und später vorgeführt wird, eines besseren belehrt.

#Stephan Kliemstein


Aktuelle und kommende Tanzspiele für Playstation 3, Xbox 360 und Wii:
21.10. DanceStar Party (PS3)
21.10. Dance Central 2 (PS3, XBOX360, WII)
10.11. Black Eyed Peas Experience (WII, XBOX360)
24.11. ABBA - You Can Dance (WII)
08.12. Just Dance 3 (PS3, XBOX360, WII)
17.12. Singstar Dance (PS3)