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Freizeit | Spiele & Trends

"Farmville"-Anbieter neun Milliarden Dollar wert

Von mike/FRITZ | 22. Feb 2011 um 13:15 in News | Kommentare (1)

© mike/FRITZ

Investoren reißen sich um Anteile an Sozialen Online-Netzwerken. Denn Millionen Nutzer - Farmville verzeichnet bereits 51 Millionen Nutzer im Monat - versprechen hohe Werbeeinnahmen. Skeptiker warnen vor einer „Internet-Blase 2.0".


Virtuelle Kürbisse und Kartoffeln können ein Vermögen wert sein. Der erst drei Jahre alte Spiele-Anbieter Zynga - bekannt für sein Facebook-Spiel „Farmville" - wird nach Informationen des „Wall Street Journal" mittlerweile auf sieben bis neun Milliarden Dollar taxiert. Die Summe kursiert demnach bei Verhandlungen des Senkrechtstarters mit Investoren, die frisches Geld für weiteres Wachstum zuschießen sollen. Das Unternehmen selbst kommentierte den Bericht nicht.

Die Zynga-Spiele sind kostenlos, zahlen müssen Nutzer nur für virtuelle Extras, bei „Farmville" etwa bessere Landmaschinen oder besonderes Saatgut. Damit habe das Unternehmen im vergangenen Jahr 400 Millionen Dollar verdient - bei einem Umsatz von 850 Millionen, schrieb die Zeitung am Montag. Zynga wolle nun in einer neuen Finanzierungsrunde um die 250 Millionen Dollar einsammeln - die Frage ist dabei, welchen Anteil die Investoren im Gegenzug bekommen. Das lässt Rückschlüsse auf den Gesamtwert des Unternehmens zu.

In der Internet-Branche wachsen die Unternehmens-Bewertungen derzeit in den Himmel. Das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook wurde jüngst mit 50 Milliarden Dollar bewertet und soll bereits die Marke von 60 Milliarden anstreben. Die Schnäppchen-Website Groupon wird auf 15 Milliarden Dollar taxiert, der Kurzmeldungsdienst Twitter auf 8 bis 10 Milliarden Dollar.

Nach US-Medienberichten will die US-Großbank JPMorgan Chase einen neuen Fonds auflegen, über den wohlhabende Kunden in derartige Internetfirmen investieren können. Von einem Volumen zwischen 500 und 750 Millionen Dollar ist die Rede. Die Investmentbank Goldman Sachs hat gerade erst einen Fonds über 1 Milliarde Dollar aufgelegt und war von begeisterten Anlegern überrannt worden - das Geld ging komplett an Facebook.

Skeptiker warnen bereits vor einer „Internet-Blase 2.0". Die erste Internet-Blase war zum Jahr 2001 geplatzt, weil sich die überhöhten Geschäftserwartungen bei vielen Unternehmen nicht erfüllten. Einige Aktionäre mussten damals Totalverluste hinnehmen; viele Kleinanleger auch in Deutschland zogen sich nach den bitteren Erfahrungen ganz von der Börse zurück.
In den vergangenen zehn Jahren ist das Internet aber deutlich gewachsen und damit auch für die Werbeindustrie viel interessanter geworden. Das ist die Basis für einen möglichen wirtschaftlichen Erfolg der Sozialen Netzwerke. Ihre Millionen Nutzer, die oft Stunden bei Facebook und Co. verbringen, sind eine ideale Zielgruppe für Anzeigen aller Art.

„Farmville" habe aktuell rund 51 Millionen Nutzer im Monat, das ähnlich angelegte „Cityville" rund 96 Millionen, schrieb das „Wall Street Journal" unter Berufung auf den Statistik-Dienst AppData. Insgesamt komme Zynga auf 275 Millionen Spieler im Monat.

Bisher soll Zynga etwa 360 Millionen Dollar an Investorengeldern eingesammelt haben, plus eine Beteiligung von Google mit unbekanntem Wert. Immer wieder wird auch über einen möglichen Börsengang spekuliert. Mit dem frischen Geld könnte Zynga auf Einkaufstour gehen. Die Firma hat heute rund 1500 Mitarbeiter. (Quelle: SN/dpa)
 
 
Kommentar (1)
 
  • mowgli

    28. Feb 2011
    03:43 Uhr

    Ich bin mir sicher, dass Zynga mit dem Verkauf ihrere speziellen Ingame- und Saison-Items jede Menge Geld in Form von verwendeten paysafecards und sonstigem macht, aber ich denke ebenso, dass der größte Wert von Zyngas Spielen zum einen in der riesigen Datenbank an werberelevanten Informationen über ihre Spieler liegt sowie (in Zusammenhang damit) in der Werbung, die man damit vollkommen gezielt schalten kann.

    Insofern bin ich mir sehr sicher, dass der geschätzte Wert von Zynga keine "Internetblase" ist, sondern schon sehr nahe an den tatsächlichen Wert des Unternehmens rankommen wird.

    Ich finde es faszienierend, wie es dieses Unternehmen schafft, mit solchen wirklich simplen und eigentlich schon beinahe sinnlosen Games Millionen von Leuten süchtig zu machen...
    Um richtig fett Kohle zu machen, bedarf es sichtlich wirklich nur der richtigen Idee, die nicht mal besonders ausgefallen sein muss ;)

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