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Dragon Age: Origins

Von toni | 27. Nov 2009 um 15:49 in PC, Playstation, Xbox | Kommentare (0)

Kein Rollenspiel wurde in diesem Jahr mit so viel Spannung erwartet wie dieser Titel von Bioware. Das Entwicklerstudio hatte ja wieder einmal angekündigt, mit Dragon Age - Origins einen standesgemäßen Nachfolger des mittlerweile legendären Baldurs Gate zu veröffentlichen.

Und ein paar Lektionen scheint Bioware aus den diesbezüglich gescheiterten Versuchen mit Neverwinter Nights gelernt zu haben. Mit Dragon Age verließ man sich nicht mehr auf das für Neueinsteiger sperrige D&D-Regelwerk sondern legte dem Spiel eigene Rassen, Klassen und Charakterentwicklungen zugrunde. Vielmehr konzentrierte sich Bioware auf das, was den eigentlichen Erfolg von Baldurs Gate ausmachte: Story und Stimmung.

Und die kommt bei Dragon Age düster und blutrünstig daher. Eine Armee Untoter droht das Königreich Ferelden ins Chaos zu stürzen, die größere Gefahr droht aber von Innen, da sich schnell herausstellt, dass verschiedene Parteien durch Verrat und Intrigen an die Macht kommen wollen. Als Spieler weiß man also nie wirklich, wer auf wessen Seite man steht. Die klassischen Grenzen von Gut und Böse verschwimmen. Das trifft genauso auf die Weggefährten zu, die sich dem Helden im Laufe des Spieles anschließen. Die geheimnissvolle Magierin aus der Wildnis unterstützt uns zwar, hat aber für das Leid und Elend der Bevölkerung wenig übrig. Ebenfalls nicht leicht einzuordnen ist der fremdländische Krieger, der zwar eine Bauernfamilie auf dem Gewissen hat, aber trotzdem mehr Mut und Ehrgefühl in sich trägt als die meisten Soldaten des Königs.

Schnell wird man bei Dragon Age in die dichte Story hineingezogen. Und das könnte auch einigen Genre-Neulingen gefallen. Zwar gibt es nach wie vor längere Dialoge mit den zahlreichen Charakteren von Ferelden. Die Handlung ist aber äußerst dicht und wird ständig von abwechslungsreichen Kämpfen belebt, sodass auch Actionliebhaber ausreichend auf ihre Kosten kommen.

Bis zu vier Charaktere steuert man bei Dragon Age gleichzeitig, die Ansicht lässt sich sehr unkompliziert je nach Situation auf Ego-Perspektive und Draufsicht verändern. Richtiges Baldurs-Gate-Feeling kommt bei den Kämpfen auf. Die lassen sich nämlich in bewährter Weise mit der Leertaste pausieren um den Charakteren stndäig neue Befehle erteilen zu können. Und das ist auch notwendig, will man die Auseinandersetzungen auf höheren Schwierigkeitsgraden überstehen. Wer mehr auf Arcade-Action steht kann die Schwierigkeit reduzieren und erhält so ein flüssigeres und actiongeladeneres Spielerlebnis.

Zimperlich darf man bei Dragon Age jedenfalls nicht sein. Angeblich ließ man sich von dem Fantasy-Bestseller "Song of Ice and Fire" von G.R.R Martin beeinflussen. Die Geschichte von Dragon Age schreckt ebenfalls nicht vor Raub, Mord und Schlimmerem zurück und das Blut fließt sprichwörtlich in Strömen. Nach längeren Kämpfen laufen die Charaktere regelrecht Blutverschmiert durch die Spielwelt. Bevor jetzt aber wieder die Moralkeule geschwungen wird sei angemerkt, dass die dargestellte Gewalt nicht über jenes Maß hinausgeht, wie es auch bei Kinofilmen des Fantasygenres zu sehen ist. Unter 18-Jährigen ist der Spielgenuss aber untersagt.

Einziger winziger Schwachpunkt des Spieles ist der Versuch, Online-Vermarktung in das Spiel zu integrieren. Einzelne Quests und besondere Ausrüstungsgegenstände werden erst freigeschalten, wenn man sich Online registriert, weitere Inhalte werden dort a la longe zum Verkauf angeboten. Wer keine Lust hat, seine Stammdaten an Electronic Arts zu schicken, dem sei versichert, dass Dragon Age - Origins auch ohne dem Quest "The Stone Prisoner" und der "Blutdrachenrüstung" hervorragenden Spielspaß für viele, viele Spielstunden bietet.