Tai Chi ist keine Frage der Religion
Von tai chi gung-User | 10. Nov 2009 um 22:40 | Kommentare (0)
© tai chi gung-User
Ernsthaft: es scheint Menschen zu geben, welche die Ausübung und Beschäftigung mit der Bewegungskunst Tai Chi Chuan von vornherein skeptisch uns sogar ablehnend gegenüberstehen, weil sie der Überzeugung sind, dies hätte etwas mit religiösen Praktiken zu tun, oder würde zumindest jedoch der eigenen Religion(sanschauung) widersprechen.
Möglicherweise muß zuvor mancher Zeitgenosse - auch in unser (scheinbar) aufgeklärten Welt - persönliche Scheuklappen ablegen, bevor er überhaupt Zugang zu einer offeneren Sicht erlangen kann oder mit Tai Chi in Berührung kommen kann. Aber mit "Religion" im engeren Sinne haben weder die sportliche Betätigung noch die Hintergründe oder Ursprünge zu tun. Diese stellen eine philosophische Sicht der Welt dar (welche man hören, akzeptieren, verstehen und begreifen kann, aber nicht unbedingt - sagen wir einmal: "als einzig Wahres" - "übernehmen muss").
Ich erkläre die "Einordnung der Religion", sowie "die chinesische
Sicht" im Gegensatz zum "westlichen Weltbild" meist einfach wie folgt:
- der Westen (die moderne westliche Welt) erklärt
für den Menschen im Wesentlichen das "WAS?":
Woraus besteht die Welt? Welche Dinge gibt es? Was passiert oder ist passiert?
Wie setzt sich etwas zusammen?
Was passiert und entsteht, wenn dies oder jenes zusammentrifft?
Was sind die ursächlich nachweisbaren Kräfte/Teile/Formeln? usw. usf.
(Wägen, Messen, Rechnen, ..., Analysieren, ..., Zerlegen, Zerteilen, Zergliedern,...)
Ausprägung:
Die objektive Beschreibung und ent-personalisierte Wiederholbarkeit von ermittelten Fakten,
zählt mehr als persönliche Erfahrung und Kenntnis.
- der Osten, die ursprünglichen chinesischen (und auch indischen!) Lehren,
wie z.B. Taoismus, I-Ging, Akupunktur, ...,
auch TAI CHI, usw,
sowie auch heute noch erkennbare Verhaltensweisen in Mentalität und Herangehensweise
chinesischer Menschen,
klären für uns Menschen das "WIE?":
Welche Ursache bringt welches Ergebnis?
Was muss ich tun, um etwas bestimmtes zu erreichen?
Welche Maßnahme X muß ich setzen, um Y zu erreichen? WIE bewirkt A das B und C das D?
Wie "arbeitet" unsere Welt?
Welche Mechanismen, Eigenschaften und Kräfte wirken auf- und zueinander?
Wie funktionieren diese und wirken diese im Zusammenspiel?
Welche allgemeine Analogien lassen Rückschlüsse auf Wirkungsweisen zu?
Wie sind diese für den Menschen spürbar, nutzbar, anwendbar?
...unabhängig davon - meist sogar völlig ausser Acht lassend: "was"
im einzelnen dabei genau passiert!
(Es interessiert hierbei vielmehr das "wie etwas zustandekommt"
und weniger das "was im Einzelnen oder Teilen hiervon passiert".)
Ausprägung:
Die persönliche Überlieferung und Erfahrung findet mehr Beachtung,
als unabhängige objektive Beschreibungen (...welche ohnehin von einem Menschen
wiederum ausschließlich nur subjektiv wahrgenommen werden können).
- die Religion klärt für den Menschen schließlich das "WARUM?"
Wir können somit festhalten:
Tai Chi liefert (nur) einen gewissen Anteil am "WIE" und lässt jedem Menschen das "WARUM" (seine/die Religion).
Aber: Wer oder was hindert einen Menschen daran, ALLE diese Sichtweisen zu ergründen und für sich selbst zu nutzen?
Niemand, ausser Mann/Frau selbst.)
***
Wer jetzt Lust bekommen hat, einmal "chinesische Erfahrungen" am
eigenen Leibe nachzuvollziehen - zumindest in sportlich/körperlicher
Hinsicht - kann
am Freitag, den 20. November 2009 (15:30-17:00 Uhr beim ASKÖ-Salzburg),
die erste Trainingseinheit des Tai Chi Gung - Einsteigerkurses, als Probetraining um EUR 5,- besuchen.
Weitere Infos und genauer Terminplan auf dem Mitgliederforum unter www.taichianer.at
Bild: SN/AP
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