Ich komme aus einem kleinen Ort im südlichen Innviertel, nahe der Grenze zum Bundesland Salzburg. Seit nunmehr zwei Jahren besuche ich ein Oberstufengymnasium in Salzburg und bin daher angewiesen, zweimal täglich eine 90-minütige An- bzw. Rückfahrt anzutreten.
Weniger als eine Woche vor Schulbeginn erhielten alle Gemeindebürger dieser besagten kleinen Gemeide ein Rundschreiben, dass der Linienverkehr, der zwischen meinem Heimatort und der Salzburger Lokalbahn bestand, nahezu eingestellt bzw. noch stärker beschränkt werden soll.
In einer Zeit, die von Klimawandel geprägt ist, einem kleinen Ort die ohnehin dürftigen Verbindungen zum öffentlichen Verkehr noch weiter einzuschränken, grenzt nahezu an Zynismus.
Abgesehen von den Schülern sind nun auch Pendler zur Anfahrt zur Lokalbahn mit dem Auto gezwungen, denn der bestehende Bustransport ist ausschließlich für Schüler zulässig.
Einwohner kleiner Orte, die kein Auto besitzen, sind immer noch, beziehungsweise noch stärker, auf Verwandte und Freunde angewiesen, die sie zu Einkaufsmöglichkeiten, Arztterminen etc. kutschieren.
Traurig aber wahr: Der Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel hat in ländlichen Gegenden offensichtlich keinerlei Priorität.

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