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Die Lektion des Tages

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Offenbar handelt es sich bei der jüngsten Volte der Parteiführung um einen Verzweiflungsakt Gusenbauers, der seinen Amtsverbleib mit einem Kniefall vor der Boulevardpresse absichern möchte. Schließlich gilt die Kronen-Zeitung als größter Meinungsmacher des Landes. Der neue Parteivorsitzende Faymann scheint in der Auswahl politischer Kampfparolen nicht sehr wählerisch zu sein, immerhin gilt er als Türöffner zur "Krone" und als Urheber der neuen sozialdemokratischen Europadoktrin. Es steht zu befürchten, dass ein Wechsel von Gusenbauer zu Faymann die Partei allmählich in die Nähe der erzpopulistischen FPÖ manövrieren würde. Wie es scheint, lässt sich Faymann in erster Linie von Meinungsumfragen und Stimmungslagen leiten, ein böses Omen für seine potentielle Regentschaft.

Sollte die SPÖ mehrheitlich auf den neuen Kurs einschwenken, wäre das Ende der Koalition besiegelt. Damit hätte sich die Partei endgültig ins politische Abseits katapultiert und stünde in einer Reihe mit den beiden rechtspopulistischen Rattenfängern. Der bisher überzeugte Europäer Gusenbauer ist mittlerweile zu schwach, um eigene Akzente zu setzen und offensichtlich außerstande, den destruktivsten Elementen innerhalb seiner eigenen Partei zu widerstehen. Der Brief an die "Krone" dürfte ihn nun endgültig um Kopf und Kragen bringen; denn der grenzenlose Populismus, den sich viele Parteigenossen auf die Fahnen geschrieben haben, kennt nur ein Opfer - und das heißt Gusenbauer. Die personelle Nachhut aber dürfte zu einer vernünftigen Sachpolitik weder willens noch fähig sein. Das ist für mich die Lektion des Tages.

SPÖ in der Krise

6 Kommentare | Kommentieren

  • was mich heute sehr imponiert hat, ist der Standpunkt von Frau Wörgetter "DÖF" ODER EIN pLÄDOYER FÜR DIE Deutschen.Ein sehr gut geschriebener Artikel; in den letzten Wochen war das Antideutschtum der Österreicher ja schon fast zur Mode geworden; wobei ich nirgends eine klare Begründung höre, sondern nur so dubiose Äußerungen; die Piefkes sind arogant.usw. Damit schaffen sich die Österreicher keine Freunde. aber vielleicht ist euch das Wort "Viel Feind, viel Ehre,lieber

  • Bin SP-Mitglied und NICHT Mitglied der KRONENZEITUNG und wende mich mit Entsetzen von dieser Art der Anbiederung ab. Warum haben uns die beiden Herren nicht schon längst von den überwiegenden Vorteilen der EU überzeugt? Wie soll ich meinen Schülern ein Pro-EU-Bild vermitteln können, wenn sich schon die Spitze in plumpem Populismus ergibt. Jedenfalls Hut ab vor Vranitzky und den SP-EU-Abgeordneten. Behalte mir einen Austritt bei dieser Art der EU-Strategie vor.

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    Ich habe mir den Austritt nicht vorbehalten, sondern ihn umgehend vollzogen.

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    Hallo Peter, ja, das bin ich - und fühle mich nicht unwohl.

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