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Bemittleidenswerte Pendler?

| | Kommentare (5)

Verrückt
Die Situation der drei beschriebenen Pendler ist wirklich bedauernswert! Bedauernswert in der Hinsicht, dass sie kein schlechtes Gewissen der Umwelt und ihren Mitmenschen gegenüber haben! In diesem Bericht sind sicherlich nicht die aktuellen Treibstoffkosten der/des durchschnittlichen Autofahrer/in erörtert. Ein Mangel an praktischer Lebensorganisation ist alles was für mich darin zu erkennen ist. Familie Spreitzer würde ich raten sich eine nette Bleibe in der näheren Umgebung von Salzburg zu suchen, die übrigens auch sehr viel Natur und Berge zu bieten hat. Falls dies absolut unmöglich ist, sollte sich Herr Spreitzer vielleicht Gedanken machen, wie viel er an Lebensqualität, Zeit für die Familie, etc. durch einen Arbeitsplatz in der Nähe gewinnen würde. Das gleiche gilt natürlich für Herrn Bernhard Weissenbacher. Ich kann nur hoffen, Herr Gusenbauer schenkt Ihrem Anliegen keine Beachtung und Sie überdenken ihren derzeitigen Wohn- bzw. Arbeitsort.
Kürzere Pendelstrecken sind keine Seltenheit und natürlich kann und/oder will nicht jede/r in der Stadt wohnen. Doch wer in Österreich beschließt täglich 200 km zur Arbeit zu fahren, sollte meiner Meinung nach bei den aktuellen Umweltbelastungen damit nicht Hausieren gehen!
Noch eine wichtige Information für Herrn Robert Wind: Es gibt seit geraumer Zeit eine ungeheuere Errungenschaft in der großen Stadt Salzburg: Waschsalons! Sie müssen also ab nächster Woche nur noch zum Familienessen am Sonntag in den Lungau pendeln und können ihre Wäsche in Salzburg waschen! Rechnerisch eigentlich keine Herausforderung ist die Tatsache, dass täglich zu pendeln mehr Kilometer ausmacht als ein- bis zweimal pro Woche Freunde oder Familie im Heimatort zu besuchen.
In der Debatte um die steigenden Spritpreise ist die Kurzsichtigkeit von einigen Politiker/innen bewundernswert. Steuersenkungen sind kurzfristige Erleichterungen die in einem halben Jahr wahrscheinlich wiederum gefordert werden würden. Erhöhung von Pendlerpauschale und Kilometergeld würden zumindest die richtige Zielgruppe treffen und „Sonntagsfahrer/innen" nicht belohnen. Bei steigenden Verkaufszahlen von umweltschädlichen SUVs und sonstigen unnötig schweren Autos sowie einer generellen Zunahme des Verkehrs, bezweifle ich, dass das nötige Umdenken betreffend die Mobilität der Österreicher/innen schon eingesetzt hat.
Heinz Bayer (Anm.: Autor des Artikels) hätte meiner Meinung nach diesen Bericht in die Rubrik „Verrückt" geben sollen - was wohl auf Grund des Umfangs schwierig war.

Salzburg

5 Kommentare | Kommentieren

  • @ Gertraud Lettner
    Sehr guter Beitrag. Gratuliere. Leider sind die meisten Politiker nicht fähig, solche einfachen Antworten zu geben. Einem Pendler zu raten, umzuziehen? Undenkbar! Da wird viel lieber einfach mitgejammert. Dass die Pendler davon wirklich nichts haben, vom Umzug tatsächlich an Lebensqualität gewinnen würden, daran wollen die meisten gar nicht denken.

  • Ganz schön uneinfühlsam dieser Standpunkt und ich kann nur hoffen, dass er ein Einzelfall ist! Die meisten Menschen haben eine mühsam erworbene Bleibe an einem Standort (Haus oder Wohnung), soziale Bindungen, die sehr wichtig für die seeliche Gesundheit der Menschen sind. Dass nicht mehr jeder in seinem Wohnort (Dorf oder Stadt) Arbeit finden kann, ist eine traurige Tatsache und der Wunsch bei der Familie zu sein ist allemal legitim!
    Fast als unsachlich kann man die Bemerkung "Sonntagsfahrer belohnen" nennen, ebenso der Waschtip - es geht an den Bedürfnissen der Menschen meilenweit vorbei.
    Wirklich haarstäubend ist die Tatsache, dass es eine Möbelfirma gibt, die Salzburger in Linz arbeiten lässt, damit sie "lernen" wie ein Wohnzimmerschrank aussieht, obwohl es in Salzburg und drumherum genug Filialen gibt, dies zu lehren! Wahrscheinlich begegnen sich die Linzer, die in Salzburg arbeiten müssen im Firmenwagen auf der Autobahn. Jeder dieser Zwangspendler vergeudet Zeit, Nerven, Sprit und verpestet unnütz die Luft.
    Es sieht fast so aus, als träumte da eine Journalistin von "amerikanischen Verhältnissen", wo man den Reise-Haushalt ins Auto packt und von Ost nach West zieht oder vom Norden in den Süden... - man nennt es Flexibilität, doch wie es in den Menschen aussieht fragt niemand! Ist die Desozialisation einer Gesellschaft wirklich erstrebenswert? Das Müssen und Wollen sollte in einem gesunden Verhältnis bleiben, damit nicht am Ende die Psychiater die Einzigen sind, die noch gut verdienen!

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    Diese vorgenannte Möbelfirma macht dies zudem in allen Bundesländern quer durch Österreich plus Deutschland und beschäftigt zu Löhnen unter dem KV. Erst mit Provisionen kommen Sie auf die Mindestlöhne. Trotzdem kaufen die meisten Österreicher dort ihre Einrichtungen, fördern somit dieses Unternehmen und billigen solche Machenschaften. Übrigens deren Anteil an Vollzeitkräften im Verkaufspersonal liegt unter 25%!
    Würden die Menschen mehr in Ihrer Region bei ortsansässigen Unternehmen einkaufen, würde mehr Geld in der Region bleiben und somit auch mehr Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Sich das Pendlerproblem also von alleine lösen. Wer dann noch glaubt unbedingt über 100km zu seinem Arbeitsplatz fahren zu müssen, der muss sich dies auch leisten können!

  • Man sollte manche Probleme, wie die des Pendlerverkehrs versuchen an der Wurzel zu packen. Sind die Ursachen für das häufige und lange Pendlerstrecken nicht vielmehr eine fehlgeleitete Raumordnungspolitik. Würden attraktive und günstige Wohnstätten in der nähe der Arbeitsplätze durch eine gezielte Raumordnung geschaffen, würde ein Großteil der Bevölkerung dieses Angebot auch annehmen. Derzeit wird jedoch die Raumordnungspolitik nur von den Grundeigentümern und den Wohnbaugesellschaften dominiert. Für diese Gruppen ist nur der max. Profit (auch wenn offizell gemeinnützig) von Interesse. Es ist verständlich, das die lokale Politik einen in finanzielle Bedrängnis geradenen Landwirt durch Widmungen helfen will,aber warum nicht auch einen Arbeitnehmern die dieses Grundstück den meist zu dem 20fachen des früheren Wertes direkt oder indirekt erwerben muss.
    Es müssen halt die Zumutbarkeitsbestimmungen mit den Rückvergütung der Pendlerpauschle gekoppelt werden, um Fälle des täglichen pendlns über 100km nicht auch noch zu fördern.
    Jedoch könnte die Berechnung der Pendlerpauschale auch geändert werden. In der Landwirtschaft wird z.B. die Mineralölsteuer (20ct/Lt) rückvergütet. Die Erhöhung dieser Rückvergütung macht allein heuer 60Mio.€ aus, das ist für weniger als 5% der Bevölkerung gleich viel wie für alle Pendler zusammen. Dies wäre sozialer, da einkommensunabhängig. Es könnten Fördergrenzen für die Entfernung zur Arbeitsstätte eingeführt werden und Bonuszahlung bzw. die Abstetzbarkeit der gesamten Kosten des Arbeitswegs bei der Verwendung von öffentlichen Verkehrsmitteln.

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    bin ebenfalls der meinung, dass die pendler nicht immer nur die "armen" sind!
    meine wohnung würde am land zwischen 30-50% weniger kosten, hat nebenbei keinen garten,
    also where is the problem?
    ich lebe gern in der stadt, ein anderer lebt gern am land,
    aber beides hat vor&nachteile (auch finanzieller natur)
    es kann nicht sein, dass manch pendler (ich will eben nicht pauschalisieren!) die vorteile des grünen landlebens genießt und dann für seine umweltsünden auch noch finanziell belohnt wird!!

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