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Wer trägt die Konsequenzen für die Finanzkrise?

| | Kommentare (22)

wall.JPGAm Freitag beschloss der US-Kongress ein 700-Milliarden-Rettungspaket für die maroden Banken in den Vereinigten Staaten. An diesem Wochenende tagten die Spitzen der europäischen Politik in Paris, um die Auswirkungen der Finanzkrise abzumildern und in Zukunft in solchen Situationen besser reagieren zu können.

Doch wo liegen die Ursachen solcher Krisen? Gibt es eine persönliche und moralische Verantwortung der Manager, obwohl sie den rechtlichen Rahmen nicht überschritten haben? Kann und soll Politik mehr in den freien Markt eingreifen? Diskutieren Sie mit!

22 Kommentare | Kommentieren

  • natürlich der Steurzahler!

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    Finanzkrisen sind kein Schicksal, sie sind gewollt. Es gibt dann das große Einsackeln, der Steuerzahler zahlt, der kleine Anleger, etc. zahlt drauf. So etwas nennt man freien Markt, freie Wirtschaft oder weniger erbaulich Kapitalismus. Aber wenn man nur wagt, an diesem kriminellen System anzukratzen, ist man ein Linker (bzw. ein Linkslinker).

  • Die eben beschlossene 700-Milliarden[!! - das Vielfache eines österreichischen Jahresbudgets!]-Dollar-Spritze zeigt wieder einmal ganz deutlich, wie der "freie Markt" funktioniert: So lange für die großen Spieler am Markt etwas zu holen ist, soll sich der Staat draußen halten und die Spieler absahnen lassen. Wenn sich dann zeigt, daß - wieder einmal - nur eine große Blase ohne realwirtschaftlichen Hintergrund erzeugt wurde, dann soll der Staat einspringen, weil diese Spieler ja angeblich "too big to fail" sind und ihr Bankrott den von ihnen ohnedies schon angerichteten Schaden noch weiter vergrößern würde.
    Anders gesagt heiß das: Die großen Gewinne machen einige wenige, darunter nicht zuletzt die verantwortlichen Manager, die mehr als fette Prämien erhalten, so lange der Laden läuft, und mit vielen weiteren Millionen aus ihren Verträgen ausgekauft werden, wenn sich herausstellt, daß sie den Karren an die Wand gefahren haben. Draufzahlen tun viele Kleinanleger, denen eingeredet wurde, daß sie hier ihr Geld besonders gewinnbringend anlegen können und die dann nicht rechtzeitig ausgestiegen sind.
    Konkret bedeutet das: Privatisierung der Gewinne, aber Vergesellschaftung der Verluste. Dem kann man nur über die Politik gegensteuern, überwiegend allerdings nur im Rahmen internationaler Regelung und Zusammenarbeit: Wenn das Kapital grenzenlos und global aktiv ist, müssen auch die dafür geltenden Regelungen grenzüberschreitend sein, um wirken zu können. Das gilt für Maßnahmen gegen Steueroasen genau so wie für Maßnahmen gegen die Auslagerung von Produktionsbetrieben in andere Länder, um dort nicht nur von den billigen Löhnen, sondern auch von Kinderarbeit und kaum bis nicht vorhandenen Sozial- und Umweltstandards zu profitieren. Notwendig wären aber auch stark verschärfte Haftungskriterien für Manager.

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    Die Finanzkrise ist nicht erst gestern ausgebrochen, sondern schon vor längerer Zeit.
    Sie war sogar durchaus abzusehen.
    Nur: da haben noch alle über Warner beschwichtigend gelächelt.
    Das Lächeln wird ihnen noch einfrieren.
    Das heißt, eine fähige Regierung hätte Zeit gehabt, den Schaden zu begrenzen.
    Ein fähiger Finanzminister hätte Zeit gehabt, die ihm unterstellte Behörden zu verstärkter Bankenkontrolle zu veranlassen und Hochrisikogeschäfte mit Spargeld der Bürger zu reglementieren.
    Und ein anderer fähiger Minister hätte Zeit gehabt, die Sparer besser zu schützen.
    Jetzt bleibt weiter nur Beruhigen und so wie andere vormachen, mittels Steuergeld kaputte Zockerorganisationen zu finanzieren.

    Angeblich bekommen Manager ein so hohes Gehalt, weil sie so unglaublich große Verantwortung tragen.
    Wieviel des Schadens werden diese Versager nun begleichen ?
    Selbst bei kompletter Enteignung lässt sich keine solche Summe auftreiben.
    Vielen dieser Manager wird wohl kein einziger Cent abgenommen, höchstens nach Rausschmiss noch eine Abfertigung ausbezahlt.
    Erinnert das nicht irgendwie an Politiker ?

    • Irrtum - das war keine Frage von (un-)fähigen Regierungen oder Ministern, sondern das war politisch - man könnte auch sagen: ideologisch - gewollt, das Ziel des Wirtschaftsliberalismus schlechthin: Die Politik soll sich aus der Wirtschaft raushalten, der Markt regelt sich am besten selbst. Reagan und Thatcher haben's vorgebetet, und bis zu Bush, Schüssel und Grasser haben es viele nachgeplappert. Was wir jetzt erleben, ist nur das logische Ergebnis dieser Ideologie.

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    Naja, hauptsache dem „kleinen Mann“ wird genauestens auf die Finger geschaut wird, ob er ja alles richtig macht, während die wirklichen Finanz- und Wirtschaftsverbrecher scheinbar ihre Narrenfreiheit genießen.

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    Ein Gutes wird die kommende Krise haben: globale Strukturen zerfallen, die Finanz- und Polit-Lügner werden erkannt, gesunder Hausverstand wird wieder geschätzt, solide Werte zählen dann.

    Es werden zwar die (noch) Mächtigen versuchen, sich als Retter aus der Krise zu präsentieren, doch nun sind sie leichter zu durchschauen.
    Die Rente ist sicher . . .
    Ihr Sparbuch ist sicher . . .
    Fragt sich nur für wen ?

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    Ob eine Regierung oder Staatengemeinschaft etwas wert ist, zeigt sich erst in Krisenzeiten.
    Bei wirtschaftlicher Schönwetterlage sprudeln die Staatseinahmen, und die Wählerstimmen können mit kleinen Geschenken und Zuwendungen plus weiteren Versprechungen für die nächsten Wahlen gesichert werden.
    Was die sogenannte Europäische Union wert ist, wurde gerade vorgemacht: ein Land hat mit einer immensen staatlichen Garantie versucht, die Vertrauenskrise in die Finanzwirtschaft zu stoppen.
    Andere EU-Länder haben das zuerst nicht für notwendig erachtet, bis deren Banken bemerkt haben, daß dadurch ihre Kundengelder in Richtung "sicheres Land" abfliessen.
    Jetzt überbieten sich alle "Partnerstaaten" gegenseitig, um für ihre Banken die laufenden Geldabflüsse möglichst niedrig zu halten.
    Wie sich diese Euromilliarden, die nun locker gemacht werden, mit dem Stabilitätspakt für den Euro vereinen lassen, ist eine weitere Frage.
    Bald kracht der Euro als Währung und als nächstes die EU selber, dann kommt Österreich mit seiner Abstimmung über den EU-Vertrag womöglich noch zu spät, weil es diesen Verein dann in der heutigen Zusammensetzung gar nicht mehr gibt.

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    Das wirklich Schlimme ist ja das, dass diese Krise ja vorauszusehen war. Ewig steigende Aktienkurse sind ein Ding der Unmöglichkeit, da irgendwann einmal der Bogen überspannt ist und niemand mehr bereit ist, derartig überzogene Preise, denen keinerlei realer Gegenwert mehr gegenübersteht, zu bezahlen. Ebenso sind diverse Spekulationsgeschäfte, beispielsweise sogenannte Leerverkäufe (man leiht (!) sich Aktien um sie zu einem gewissen Preis zu verkaufen und später zu einem geringeren Preis wieder zurückzukaufen, die Differenz ist der Gewinn) reines Glücksspiel, es sei denn, man verfügt über Insiderinformationen oder bedient sich anderer moralisch höchst bedenklicher Machenschaften (wie das Ausstreuen falscher Gerüchte etc.) um dem Glück "nachzuhelfen", und hat mit Wirtschaft nur insoferne etwas zu tun, als dass sie diese schwerst schädigen.
    Wenn man bedenkt, dass etwa Oskar Lafontaine als deutscher Finanzminister zurückgetreten ist, weil er der völligen Liberalisierung der Finanzmärkte nicht zustimmen wollte - bei seinem Rücktritt knallten die Sektkorken in den Chefetagen der Investmentbanken - so kann man nur zu dem Schluss kommen, dass an den Hebeln der Macht zum Teil Dummköpfe, zum Teil Verbrecher sitzen.
    Ich bin gespannt, ob wenigstens die europäischen Politiker jetzt den Mut und vor allem Anstand aufbringen, den Banken klare Spielregeln vorzugeben und deren Einhaltung streng zu überwachen.

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    Island steht vor der Pleite. Die Währung ist an einem Tag um 23% abgestürzt.
    Der US-Bundesstaat Kalifornien mit seinem steirischen Muskelschupfer bettelt in Washington auch um Geld, weil die Beamtenlöhne sonst nicht mehr bezahlt werden können.
    Es wird noch einige mehr erwischen.

    Mit den geplanten Steuergeld-Rettungsfonds sollen nur die „wichtigen“ Banken gerettet werden.
    Das sichert dann einigen Großbanken Monopolstellungen, die durch eine staatliche Ungleichbehandlung zugeschanzt werden.
    Die Machtkonzentration läuft, aber es wird ein Schuß nach hinten.

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    Lassen´s doch die braven Isländer in Ruh, Herr Sauter. Die können ja die Schulden immerhin mit Fisch ablösen. Als Gläubiger kriegen´s halt 30 Jahre ihren täglichen Nordseefisch serviert. Zwar a bisserl fad, aber immerhin. Vielleicht gibts dort auch mal Öl, wenn die letzten Gletscher schmelzen, wer weiß?
    Und: die Vermögen ( und einige Schulden ) werden anscheinend neu geregelt. Die Milliardenbeträge für manche Firmen waren sowieso absurd.
    Aber wie die Risiken vorher unterschätzt wurden, werden sie jetzt sicher überschätzt. Manche wollen halt die Risiken ihrer spekulativen Anlagen vom Staatt abgesichert wissen (nicht nur die kleinen Sparer)..

  • Jede Art sinnloser Geldgier- der Mammon ist offensichtlich ein starker und führender "Gott" in dieser Welt- muss einmal zu Ende gehen, es war immer so. Jetzt müssen "Experten" versuchen diesen zu besänftigen, wenn er sich lässt.Dazu gehört in Zukunft aber auch eine gerechtere Umverteilung, ein Neubeginn in zukünftigen Finanzfragen und das in der ganzen Welt, diese ist zu klein geworden, um noch schnell auf den Bahamas oder sonstwo zu horten...

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    Völlig richtig. Die völlig enthemmte Gier nach Mehr und ein ungezügelter Drang ohne irgendein Bedenken des Risikos der Finaznwelt bringt nun den Wohlstand und sogar kleine Staaten in Gefahr. Eigentlich ging es den Europäern doch ganz gut. War das denn notwendig? Nun gilt es knallhart zu stabilisieren. Dazu sollte doch bald eine neue Regierung stehen. Wieso waren eigentlich Neuwahlen notwendig?

  • Wo ist die Gegenleistung der Finanzinstitute.
    Die Politik spricht momentan nur vom Helfen und von Kapitalgarantien aber wo bleibt die Gegenleistung. Typisches Beispiel ist die marode HypoEstate in Deutschland. Zuerst die ganzen Investitionen nach Ireland verschoben um keine Steuern an den deutschen Staat zahlen zu müssen und jetzt von einer 50 Mrd. € Garantie (könnte jeden erwachsenen Deutschen 1.000€ kosten) des deutschen Staates leben. Dieses jetzt getätigten Subventionen müssen in den nächsten Jahren durch Steuern dieser Bereiche wieder zurückgezahlt werden. Jedoch bringt keine politische Partei momentan Vorschläge, wie man diese Kosten von den Verursachern und nicht von den Einkommen der arbeitenten Bevölkerung bezahlen kann. Es kann doch nicht sein, das Bilanztricks dazu helfen in den Vorjahren ausbezahlte Prämien für nicht vorhandene Gewinne zu stützen.
    Jedoch wird die in Österreich wahrscheinlich an die Regierung kommende ÖVP sich hütten Ihren Hauptsponsor Püringer (Raiffeisen LB OÖ) zu beleidigen und Maßnahmen beschließen welche den Bankenbereich finanzielle oder steuerliche Einbusen bringen.

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    Richtig. Mathias. Die Immobilien im Ostdeutschland wurden anscheinend überfinanziert, bzw. sind die Preise dafür durch den Wegzug der Jungen nach dem Westen usw. eingebrochen. Langfristig könnte das sich aber wieder stabilisieren . Zumindest sind ja reale Werte geschaffen worden ( Neubau , Sanierungen). Die Europäische Zentralbank muß schleunigst den Leitzinssatz um 2% absenken. Die inflationsängste sind derzeit nur sekundäre Probleme, ÖL ist von 150$ auf unter 90 gefallen, Benzin ist seit Juli um 20% billiger geworden. Lebensmittelgroßpreise auch. Die Politik hinkt meistens hinterher.Die Superreichen wußten schon gar nicht mehr was sie mit dem Geld kaufen sollten oder jkonnten. Nun hat es vor allem die Mittelschicht zu büßen.

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    Wenn jetzt Politiker beginnen, "Gegenmaßnahmen" betreffend den zusammenbrechenden Finanzmärkten zu treffen, dann kann ist das die 2. Krise.

    Alles wird gut . . .
    Die Einlagen sind "sicher" versenkt in faulen Krediten.

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    Als langjähriger Leser der SN frage ich mich schon, warum seinerzeit (z.B. Hr. Barazon) so heftigst gegen jede Einmischung des Staates in die Wirtschaft gewettert wurde. Man hatte das Gefühl, daß alles und jedes privatisiert werden müsste und auch die letzten bestehenden Reste von vielleicht noch teilprivatisierten Betrieben, Pensions- und Krankenversicherungen in private Hände (heute weiß man, daß das Abzocken bedeutet) zu werfen ist.

    Jegliche Kritik daran wurde als linke Ideologie beschimpft. Heute will auch eine SN offenbar nichts mehr von dieser Linie wissen.

    Insoferne hat auch die SN ihren (wenn auch winzigen) Beitrag zu dem geleistet, was sich heute so krisenhaft eingestellt hat, und die Steuerzahler in der ganzen Welt zugunsten der Abzocker so viel Geld kostet. Das Jammern über fehlenden Effizienz von verstaatlichten Betrieben etc. war angesichts der heute von uns allen für die Shareholder und Abzocker aufzubringenden Steuergelder eine unsinnige Kraftaufwendung und hat der nunmehrigen Krise eigentlich nur Vorschub geleistet.

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    Dieser unseligen Ideologie sind sogar die Sozialdemokraten aufgesessen. Man kann durchaus von einer kollektiven Vertrottelung sprechen.

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    Jetzt sind ja auch die obszönen Gehälter der "hochverantwortlichen" Bankmanager sogar von staatlicher Seite aus im Gespräch.
    Da kann man dann gleich bei den Politikern weitermachen, weil das sind dieselben "hochverantwortlichen" Milliardenversenker, die mit Abfertigung in höchstbezahlte Pensionen gehen.
    Alles dasselbe Pack !

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    Ja so sind´s, die Politiker und "Experten".
    Das Problem mit viel Geld bewerfen und hoffen, dass es weggeht.
    Wird es aber nicht.

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    Diese Aktion wird zumindest für einen kurzfristigen Aufschwung sorgen, was den Akteuren Zeit geben wird, die Weichen neu zu stellen. Nutzt man diese letzte Chance nicht, wird es verdammt eng werden.

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