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Nur HS als Neue Mittelschulen?

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Kein einziges Gymnasium will sich in Salzburg am Modellversuch Neue Mittelschule beteiligen. Umso größter ist das Interesse in den Hauptschulen.

*Sollten sich auch Gymnasien bemühen, beim Gesamtschul-Versuch teilzunehmen, oder ist die Angst vor Niveauverlust gerechtfertigt? *

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Hier handelt es sich um die größte Irreführung der großen Koalition. Die Schulversuche kann man getrost vergessen. Selbst, wenn einige Gymnasien mitmachen würden, gäbe es keine wie immer aussagekräftigen Resultate. Wenn in einem größeren Bezirk ALLE Gymnasialunterstufen geschlossen würde, könnte man bedingte Aussagen treffen, so ist das einfach Larifari. Wer wird davon Abstand nehmen, sein Kind ins Gymnasium zu schicken, wenn es vielleicht genauso leicht erreichbar wie die Hauptschule ist? Es handelte sich auch hier um einen der satt bekannten Gusenbauer-Tricks (und Knicks).

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Alles schon mal probiert und dagewesen. Auch wenn es aufgewärmt wird, schmeckt es nicht besser. Solange nicht verpflichtend für alle in einem Umkreis, (was ich ablehne) nicht signifikant. Auch in den Realien wollen viele in der Ersten leistungsgruppe sein! usw.
Mit freundlichenGrüßen ein ehem. HS Lehrer Theo Luigs

natürlich ist die angst vor niveauverlust gerechtfertigt! diese schmalspurversion einer gesamtschule, die kostenneutral verlaufen muss, ist einfach schrott. dass die hauptschulen so interessiert sind daran, ist vor allem befürchteten schülerabwanderungen und damit eventuell verbundenen jobverlusten bzw. versetzungen zuzuschreiben. "wenn wir nicht mitmachen, wandern alle zu denen, die die nms anbieten. also müssen wir mitmachen."

aus der modellbeschreibung der nms: "Mit Beginn des ersten Semesters der 5. Schulstufe werden alle Schüler/innen nach den Bestimmungen des Realgymnasiums beurteilt. Im Falle einer drohenden negativen Beurteilung in den Fächern D, E, M haben die Erziehungsberechtigten das Recht, nach einem verpflichtenden Beratungsgespräch (siehe Frühwarnsystem) mit den jeweiligen Lehrer/innen für einen oder mehrere der genannten Gegenstände den Antrag an die Schulleitung zu stellen, dass ihr Kind nach den Bestimmungen der Hauptschule beurteilt wird." das heißt natürlich, dass die schülerInnen zu einem großen teil völlig frustriert sind, weil sie einfach kein gymnasialniveau haben und bis zur lehrplanumstufung nach diesen bestimmungen unterrichtet und beurteilt werden. oder - und so wird's wohl kommen - das niveau wird gesenkt. eine lehrplanumstufung gibt's übrigens nur in den hauptfächern. was wiederum heißt, dass das niveau in den realien ebenfalls gesenkt wird (ich denke da besonders an die gegenstände physik und chemie, in denen die schüler üblicherweise die größten schwierigkeiten haben). und natürlich werden auch in der nms fächer weiterhin von ungeprüften lehrern unterrichtet - vor allem übrigens physik und chemie, weil es in diesen gegenständen sehr wenige ausgebildete hauptschullehrer gibt. ich hatte selbst des öfteren das zweifelhafte vergnügen, diese fächer ungeprüft unterrichten zu müssen - ein graus!

ganz interessant übrigens eine vorgehensweise in der steiermark: die neuen mittelschulen bekommen pro klasse zusätzlich zu den 6 stunden vom bund noch 6 stunden vom land "gesponsert". dafür haben alle pflichtschulen ab dem nächsten jahr die auflage, 1% der stunden einzusparen. also wieder kürzungen.

über den artikel "die schule muss sich wieder mal bewegen" in den sn vom samstag habe ich mich besonders geärgert. darin wird die direktorin der hauptschule taxham zitiert: "Alle Eltern und die Mehrheit der Lehrer haben sich dafür ausgesprochen..." - wie viele waren "alle eltern"? man müsste ehrlicherweise dazu schreiben, dass mit "alle eltern" alle die gemeint sind, die zur informationsveranstaltung gekommen sind. das können auch fünf oder zehn gewesen sein, eine mindestanzahl für eine beschlussfähigkeit für die einführung der nms ist nicht vorgesehen.
weiters: "Was die Eltern überzeugt hat, war, dass in den dritten und vierten Klassen das Pflichtprogramm auf ein Minimum beschränkt wird. Dafür können die Kinder sechs Wahlpflichtfächer nehmen und sich auf Sprachen, naturwissenschaftliche, kreative oder sportliche Fächer konzentrieren" - an unserer schule haben wir bereits seit der gehrerschen stundenkürzung unser "pflichtprogramm" auf das gesetzlich mögliche minimum gekürzt, weil sonst unser informatikschwerpunkt nicht mehr drin gewesen wäre. um die angesprochenen sechs wahlpflichtfächer einzuführen, wird man dann eben die realienfächer zu "flächenfächern" zusammenlegen und so stunden freispielen.
ein besonders starkes stück finde ich die aussage: "Die Lehrer werden sehr moderne Lehrer. Sie kommen aus dem alten Lehrerklischee heraus. Sie sind künftig als Entwicklungsbegleiter der Kinder zu sehen."
ich weiß ja nicht, wie das an der hauptschule taxham gehandhabt wird, aber an unserer schule sind wir immer schon entwicklungsbegleiter der kinder und bemühen uns ständig, durch den besuch von fortbildungen hinsichtlich unseres unterrichts auf dem neuesten stand und "moderne lehrer" zu sein - dafür brauch ich wahrlich nicht so einen etikettenschwindel wie die neue mittelschule!


Gerhard Öhlinger/SN

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