Österreich ist nach Friedrich Hebbel bekanntlich „eine kleine Welt, in der die große ihre Probe hält". Was der Dichter einst anerkennend bemerkte, verkehrt sich heute ins Gegenteil, aber dazu später. Die Großen der Welt trafen einander dieser Tage im schweizerischen Davos beim Weltwirtschaftsforum.
Dessen Gründer, Klaus Schwab, rief dazu auf, den Kapitalismus in seiner jetzigen Form auf die Probe zu stellen. Für Schwab ist die Welt in einer Burn-out-Falle gefangen, das Sanatorium Davos sei der geeignete Ort, um innezuhalten, Abstand und eine neue Sicht auf die Welt zu gewinnen. Und um den Kritikern des Kapitalismus zu antworten.
Man spürt die Angst, dass mit Verspätung das eintritt, was der österreichische Ökonom Joseph A. Schumpeter in seinem Werk „Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie" formulierte: Dass der Zerfall des Kapitalismus unvermeidlich sei, weil ihm eine Tendenz zur Selbstzerstörung innewohne. Laut Schumpeter ist der Niedergang nicht dem Scheitern, sondern dem Erfolg des Kapitalismus geschuldet. Was den Erfolg angeht, haben selbst glühende Verfechter mittlerweile Zweifel. Tatsächlich weist der Kapitalismus Elemente eines Burn-out-Syndroms auf. Das System, das Schumpeter mit „schöpferischer Zerstörung" umschrieb, kippt in Richtung (selbst-)zerstörerischer Erschöpfung. Stimmt womöglich, was der Soziologe Niklas Luhmann nach dem Fall des Kommunismus 1989 formulierte: Dass man nicht von einem Sieg des Kapitalismus sprechen, sondern nur festhalten könne, dass der Sozialismus früher zusammengebrochen sei? Was den Marktkapitalismus (noch) rettet, ist seine Kraft zur ständigen Erneuerung und das Fehlen einer überzeugenden Alternative. Wie zu erwarten, konnten die Wunden, die sich die Kapitalisten geschlagen haben, auch im Davoser Sanatorium nicht geheilt werden. Sie sollten einen Aufenthalt in Österreich in Erwägung ziehen, das würde ihnen die Augen öffnen. Was Kapitalismuskritik angeht, könnte die große Welt ihre Probe gut in Österreich abhalten, das diesbezüglich eher einem Irrenhaus gleicht.
Die verquere Sicht auf den Kapitalismus und damit verbundener Elemente wie einem fairen und leistungsfreundlichen Steuersystem offenbart sich hier im Wochenrhythmus. Diesmal im Ruf führender SPÖ-Funktionäre wie Siegfried Pichler und Günther Kräuter nach einer Liste der Schande in Österreich, getreu dem Vorbild der Steuersünder-Liste in Griechenland. Schändlich, und ein Beweis für den geistigen Burn-out der Sozialdemokratie, die sich immer öfter in billiger Polemik erschöpft. Der Ruf nach dem Pranger und die Leier, das Steuersystem würde allein dadurch fairer, dass man Spitzenverdiener stärker zur Kasse bittet, überdeckt nicht die Schande, dass die Politik nichts dabei findet, sich ständig am Geld der Steuerzahler zu versündigen. Da kann man Kräuter & Co nur mit Sokrates zurufen: „Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen."
Man spürt die Angst, dass mit Verspätung das eintritt, was der österreichische Ökonom Joseph A. Schumpeter in seinem Werk „Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie" formulierte: Dass der Zerfall des Kapitalismus unvermeidlich sei, weil ihm eine Tendenz zur Selbstzerstörung innewohne. Laut Schumpeter ist der Niedergang nicht dem Scheitern, sondern dem Erfolg des Kapitalismus geschuldet. Was den Erfolg angeht, haben selbst glühende Verfechter mittlerweile Zweifel. Tatsächlich weist der Kapitalismus Elemente eines Burn-out-Syndroms auf. Das System, das Schumpeter mit „schöpferischer Zerstörung" umschrieb, kippt in Richtung (selbst-)zerstörerischer Erschöpfung. Stimmt womöglich, was der Soziologe Niklas Luhmann nach dem Fall des Kommunismus 1989 formulierte: Dass man nicht von einem Sieg des Kapitalismus sprechen, sondern nur festhalten könne, dass der Sozialismus früher zusammengebrochen sei? Was den Marktkapitalismus (noch) rettet, ist seine Kraft zur ständigen Erneuerung und das Fehlen einer überzeugenden Alternative. Wie zu erwarten, konnten die Wunden, die sich die Kapitalisten geschlagen haben, auch im Davoser Sanatorium nicht geheilt werden. Sie sollten einen Aufenthalt in Österreich in Erwägung ziehen, das würde ihnen die Augen öffnen. Was Kapitalismuskritik angeht, könnte die große Welt ihre Probe gut in Österreich abhalten, das diesbezüglich eher einem Irrenhaus gleicht.
Die verquere Sicht auf den Kapitalismus und damit verbundener Elemente wie einem fairen und leistungsfreundlichen Steuersystem offenbart sich hier im Wochenrhythmus. Diesmal im Ruf führender SPÖ-Funktionäre wie Siegfried Pichler und Günther Kräuter nach einer Liste der Schande in Österreich, getreu dem Vorbild der Steuersünder-Liste in Griechenland. Schändlich, und ein Beweis für den geistigen Burn-out der Sozialdemokratie, die sich immer öfter in billiger Polemik erschöpft. Der Ruf nach dem Pranger und die Leier, das Steuersystem würde allein dadurch fairer, dass man Spitzenverdiener stärker zur Kasse bittet, überdeckt nicht die Schande, dass die Politik nichts dabei findet, sich ständig am Geld der Steuerzahler zu versündigen. Da kann man Kräuter & Co nur mit Sokrates zurufen: „Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen."



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