In Wahrheit sollte man die Begriffsdefinition den Ernährungsberatern überlassen. Stellen Sie sich vor, wir alle futtern wider besseres Wissen zu viel. Gleichzeitig wird zugegeben, dass unsere Selbstdisziplin nicht genügt, um die eigene Fresssucht zu beschränken.
Es gibt massenhaft (Wahl-)Zuckerln, denen die gelernten Österreicher und ihre Parteien als Verlockung erliegen. Die Konsequenz ist ein kapitales Übergewicht bis hin zum Tod durch Fettleibigkeit.
Also kommt irgendjemand auf die grenzgeniale Idee, die Verpflichtung eines nur noch mit Augenmaß erlaubten Essens in der Verfassung festzuschreiben. Die Opposition knüpft daran Bedingungen, dass Millionäre mehr Essensreste an Arme oder die Steuerzahler weniger Nahrungsbestandteile in die Gemeinschaftsküche abgeben. Doch hätte verfassungsmäßige Schlankheit den Vorteil, dass Überfressen rechtlich verboten ist. Planen Regierung und Parlamentsmehrheit wüste Schlemmerorgien, so kann das Höchstgericht entsprechende Gesetze aufheben.
Wobei dummerweise dadurch jedwede Ermächtigung fehlt, überhaupt Nahrung aufzunehmen. Das wäre bei allen Einnahmen und Ausgaben des Staates genauso. Einziger Schutz vor Verhungern ist, Monat für Monat ein Zwölftel des Vorjahresgeldes zu verwenden. Dieses Budgetprovisorium bedeutet, wir würden ohne Chance zur Selbstbestimmung immer einen fixen Teil des Buffets vorgesetzt bekommen.
Im Fall einer Hungersnot wären Sonderfüllungen der nationalen Suppenteller unmöglich. Offen bleibt, ob das jährlich wiederholte Schnabulieren identischer Kalorienmengen und ohne Veränderungen von Fleisch-, Fisch- oder Gemüseanteil sinnvoll ist.
Umgekehrt gilt leider, dass eine Ratingagentur ohne Schuldenbremse den österreichischen Nährgehalt herabstuft, und wir für von Obst bis Junkfood ein Vielfaches bezahlen müssen.
Daher könnten wir noch weniger Essen kaufen. Parallel ist unsicher, ob Euros als Zahlungsinstrument in den Supermärkten ihren Wert behalten. Bonds dafür wiederum funktionieren - in Anlehnung an einen Diskussionsgast der Sendung „Vier gewinnt" auf dem deutschen Fernsehsender n-tv - folgendermaßen: A, B, C und D nehmen sich wegen obiger Misere einen Kredit von 250.000 Kilojoule pro Person auf, um gemeinsam auf Pump einen Lagerturm voller Lebensmittel zu kaufen.
Es ist klar, dass die drei Erstgenannten aufgrund eines permanenten Hungerastes ihre Zinsen nicht zahlen, sondern früher oder später D wie Deutschland die Million zu blechen hat.
Dessen geringe Begeisterung für allzu energische Maßnahmen gegen den Welthunger ist zu befürchten. Also hat EU-ropa mindestens eine Verdauungsstörung und vielleicht einen Darmverschluss.



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