Politik & Wirtschaft

Der renommierte Politologe Peter Filzmaier, der ehemalige SN-Chefredakteur Ronald Barazon, Wirtschaftsexperte Richard Wiens und die Unternehmerin Gertraud Leimüller über die Themen, die Österreich bewegen.

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Dezember 2011 Archive

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5.500 Dollar im Jahr fehlen dem durchschnittlichen US-amerikanischen Konsumenten, 3.750 Euro vermisst der europäische Verbraucher. Diese Fehlbeträge errechnen sich, wenn man jenen Anteil an der erwirtschafteten Wertschöpfung heranzieht, den die Durchschnittsbürger noch vor zehn oder fünfzehn Jahren hatten.
 
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AAA: Triple-A, Bestnote für die Kreditwürdigkeit eines Landes. Alle wollen sie, aber nur wenige haben. Die Staaten in Europa, die sie noch haben, gehören zu einer aussterbenden Spezies. Viele EU-Politiker würden sie deshalb gerne unter Artenschutz stellen. Klappt aber nicht.
 
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Die kleine russische Mittelschicht plant den Aufstand - und muss darauf achten, dass sie die prekäre soziale Lage der großen Mehrheit nicht vergisst.
 
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Das Fest der Familie

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Weihnachten gilt als familiäre Megafeier. Zwischen fettem Karpfen und beschönigendem Kerzenlicht ist alles Friede, Freude und Honigkuchen. Auch wenn in vielen Familien stille Nächte der Harmonie mehr Ausnahme als Regel sind. Das passt zur Differenz von Anspruch und Wirklichkeit, welche die Meinungen zur Familie prägen.
 
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„Es begab sich aber zu der Zeit, . . .", so beginnt die Weihnachtsgeschichte nach Lukas. Nun ist Weihnachten zwar traditionell das Fest des Innehaltens und des Sich-Zeit-Nehmens, dennoch ist es mit der Zeit so eine Sache. Immer dann, wenn man dringend Zeit bräuchte, fehlt sie einem.
 
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Kein Licht . . .

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Wieder neigt sich ein Jahr zu Ende, ohne dass Österreich die tickende Zeitbombe „Pflegefinanzierung" entschärft hätte. Rund um Weihnachten wird den Pfleglingen größere Aufmerksamkeit gewidmet, die Besinnung auf jene, die vom Schicksal benachteiligt sind, hat gleichsam Saison.
 
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Die Wirtschaft arbeitet an ihrer Dematerialisierung. Das kann man zu Weihnachten  wie durch ein Brennglas beobachten. Schauen Sie sich an, was heuer unter Ihrem Christbaum liegen wird: Eine Erlebnisbox mit Gutscheinen, die Sie wahlweise für Power-Yoga, Baggerfahren oder ein Krabbendinner verwenden können? Eine Reise? Kinogutscheine? Film- oder Spiele-DVDs? Handywertkarten? Die guten alten Bücher?  Geräte wie ein Smartphone, ein E-Reader oder ein iPad?
 
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Warum die Unruhen beim treuesten Verbündeten sowohl den dortigen Machthabern als auch jenen in Moskau Angst machen.
 
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Medien sind keine Ratingagenturen. Doch bewertet der Blätterwald die Reformversuche
der rot-schwarzen Bundesregierung als höchstens B- oder C-wertig.
Das bedeutet ein Dauerrisiko von Kursverfällen bis hin zu politischen Blockadesituationen. Manchmal scheinen trotz wahltaktischer Aussichtslosigkeit gar Crashszenarien vulgo Koalitionsende denkbar.
 
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Aus dem Chaos, das Frau Merkel und die anderen Staats- und Regierungschefs angerichtet haben, könnten letztlich doch wie Phönix aus der Asche eine gestärkte EU und ein starker Euro neu erstehen: Diese Hoffnung nährt die Aussicht auf eine Finanzunion.
 
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Beim Thema Steuern kämpft man in der Bundesregierung um einen Kompromiss. Die führenden Köpfe der Neigungsgruppe „Einnahmenseitige Sanierung" schenken dabei einander nichts. 
 
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Im Jahr 2030 wird die Mehrheit der Bewohner Österreichs nicht mehr erwerbstätig im klassischen Sinn sein. Was dann?

 
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Ratlosigkeit macht sich breit nach den großen Demonstrationen des Wochenendes. Die Opposition weiß nicht, wie es weitergehen soll. Der derzeitige Machthaber auch nicht.
Am eindrucksvollsten brachte es am vergangenen Samstag bei der Massendemonstration in Moskau eine junge Frau mit einem  selbst geschriebenen Plakat auf den Punkt: „Ich bin nicht die Opposition, ich bin Bürgerin dieses Landes" stand darauf.
 
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Begriffsdefinitionen gelten leider als langweilig. Doch helfen sie aufzuklären, was die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel meint, wenn sie im Kampf gegen die Schulden- und Eurokrise das Ende der faulen Kompromisse fordert. Blättern wir also daher im Lexikon der Politikwissenschaft:
 
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Zwei Freunde im Café. Simperl: „Sag, kannst du mir das mit den Ratingagenturen erklären, ich versteh es nicht mehr?" Wuchterl: „Was genau?" Simperl: „Die ständigen Herabstufungen: Griechenland, Portugal, Irland, Spanien Italien, jetzt noch die Eurozone und schließlich sogar die EU - den Agenturen wird sehr bald der Stoff ausgehen." Wuchterl: „Ach, sei unbesorgt. Denen fällt schon was ein." Simperl: „Aber wo soll das hinführen, wir stehen vor dem Untergang des Abendlands in Noten."
 
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Zirkusfreunde lieben sie - die Entfesselungskünstler. Scheinbar hilflos in Ketten oder Seilen festgezurrt stehen sie da, ganz und gar zufällig gewählte Zuschauer eilen auf die Bühne und überprüfen die Qualität der Schlösser oder Knoten, nie und nimmer ist ein Entrinnen möglich, und siehe, schon hat sich der Meister befreit.
 
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Selbst die absolute Mehrheit ist für Putin eine Ohrfeige, weshalb er Medwedew vorschob.
 
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Wirtschaftswissenschaftler und Automechaniker haben ein gemeinsames Problem: Wie erklärt man, was eine Schuldenbremse ist? Schließlich hat nur der erste Wortteil mit Ökonomie zu tun. Teil zwei erinnert vage an Führerscheinprüfung und Verkehrssicherheit.
 In Wahrheit sollte man die Begriffsdefinition den Ernährungsberatern überlassen. Stellen Sie sich vor, wir alle futtern wider besseres Wissen zu viel. Gleichzeitig wird zugegeben, dass unsere Selbstdisziplin nicht genügt, um die eigene Fresssucht zu beschränken.
 
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Es vergeht derzeit kein Tag, an dem nicht die besorgte Frage gestellt wird: Was soll ich nur mit meinen Ersparnissen tun? Wie geht es mit dem Euro weiter? Kommt die Inflation?
Es bleibt nicht bei der Frage. Man kauft Werte, die man für sicher hält. Gold etwa, das im Gefolge der enormen Nachfrage fünf Mal so viel kostet wie in ruhigen Zeiten. Oder Immobilien, die ebenfalls zu Spitzenpreisen angeboten werden, die in der Zeit der stabilen Konjunktur undenkbar waren.
 
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Es sind kritische Tage in der Eurozone. Fieberhaft wird eine Lösung gesucht, um die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen. Einmal mehr lastet die Verantwortung schwer auf den Schultern von Nicolas Sarkozy und Angela Merkel. Das bleibt nicht ohne Wirkung.
 
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Die Internetfirma Facebook soll 100 Milliarden US-Dollar wert sein. Dabei hat sie nicht einmal ein ordentliches Geschäftsmodell. Hundert Milliarden US-Dollar sind viel Geld, auch in Euro, 74 Milliarden. Ein Viertel der österreichischen Wirtschaftsleistung eines Jahres. Vier Mal so viel wie Google beim Börsegang 2004 wert war. Dennoch glaubt die Internetfirma Facebook, dieses Geld wert zu sein. Warum eigentlich? Seine Nutzergemeinde von 800 Millionen Personen weltweit ist in der Tat beeindruckend. Doch entsprechende Umsätze und Gewinne kann das Onlinepoesiealbum, dem man kaum entkommt, wenn man sich einigermaßen jugendlich geben will, nicht vorweisen. Der Umsatz wird heuer  gerade einmal auf mickrige vier Mrd. US-Dollar geschätzt. Das heißt, dass Facebook zwar beliebt ist, aber kein ordentliches Geschäftsmodell vorweisen kann.