In diesen Krisenzeiten legen sie alle den Offenbarungseid ab. Die großen, zwischen New York, London, Paris und Frankfurt tätigen, in ihrer Überheblichkeit kaum zu überbietenden Banken mussten 2008 und 2009 von den Staaten gerettet werden, weil sie sich verspekuliert hatten. Seit 2010 wird ihnen die Peinlichkeit einer neuerlichen Rettung erspart, indem man ihre Großschuldner von Irland bis Griechenland rettet.
Die Gralshüter des Privaten spekulieren eifrig und finanzieren besonders gerne marode Staaten, weil diese höhere Zinsen zahlen. Kredite an Unternehmen findet man in den Bilanzen der Großbanken kaum. Welch eine Entlarvung der privaten Wirtschaft, die unabhängig vom Staat alles besser kann!
Die zahlreichen Anleger verhalten sich nicht vernünftiger. Ein echtes Bekenntnis zur Privatwirtschaft, zur Leistung des Einzelnen und des einzelnen Unternehmens hätte in den vergangenen Tagen nicht zur Panik an den Börsen geführt, sondern zum genauen Gegenteil.
Wenn die Staaten nicht in der Lage sind, ihre Finanzen in Ordnung zu bringen, wäre die logische Konsequenz, sich von Anleihen der Staaten zu trennen und das Geld in Unternehmen anzulegen. Tatsächlich wurden hingegen hektisch Aktien abgestoßen, als ob die Unternehmen und nicht die Staaten Probleme hätten.
Damit nicht genug. Mit den Erlösen aus dem Verkauf der im Sinkflug befindlichen Aktien wird eifrig Gold gekauft, das bekanntlich weder Umsätze generiert noch Arbeitsplätze schafft oder Dividenden abwirft. Auch einer anderen Perversion wird eifrig gehuldigt: Der Schweizer Franken wird als Geldverwahrungshort gekauft, obwohl er das Doppelte seines realistischen Werts kostet.
Somit erweist sich die Anbetung des Privaten als Schimäre. Statt eigenverantwortlich die Wirtschaft zu tragen, verüben die Hohepriester der Privatisierung üble Streiche, wie böse Kinder, und rufen jetzt nach dem Vater Staat, der auf wunderbare Weise die Krise beenden soll.
Nach dem Staat, den sie beinahe abgeschafft hätten, dem "Vater", der keine Kraft mehr hat, die Kinder zu prügeln, und selbst am Rande der Pleite steht.



Das ist einmal eine Analyse des Wirtschaftsgeschehens, Herr Dr. Barazon, der man ganz und mit viel Applaus zustimmen kann!
Gratulation - besser kann man es nicht ausdrücken - nur schade daß all diese Zeilen bei den Entscheidungsträgern ungelesen/ungehört und somit ohne Reaktion bleiben.
Was muß (noch) geschehen, bis man endlich spürbare und brauchbare Änderungen veranlasst.
Das Leben der westlichen Welt ist heute von schwerem Krebs befallen.
Die Metastasen haben sich schon in den meisten Gebieten des geistigen Lebens angesiedelt.
Der Krebs der modernen Menschen in der westlichen Welt ist die besinnungslose Hetze, das Tempo bis zur Erschöpfung.
Du bist nicht mehr du selbst, du bist ein Armer, ein Geplünderter, bist gejagt vom Arbeitsprozeß, von der Umwelt, getrieben
von den Möglichkeiten die sich dir bieten, verlockt vom Profit, bedroht vom erbarmungslosen Triebwerk der Arbeitsmaschinerie,
der Steuermaschinerie, der Gesellschaftsmaschinerie!
Da hilft nur die Flucht nach vorne, nur wenn du rascher rennst als die anderen, kannst du überleben; nur wenn du mindestens so rasch rennst wie die anderen, wirst du nicht unter ihren Füßen zerstampft.
Wer landsamer wird, müde wird, zurückbleibt, kommt unter die Hufe, wird ebarmungslos zertrampelt vom Leben der westlichen Welt.
Das Leben ist ein Rausch geworden, ein Rausch der Arbeit, ein Rausch von Alkohol, ein Rausch von Möglichkeiten, eine voranrauschende Evolution, die sich heute anschickt, sogar den Menschen selber umzubauen bis in seine Erbmassemöglichkeiten und - Chancen, ein Rausch von Hoffnungen und Zerstörung.
Wer glaubt hat, die Finanzkrise von 2008 sei vorbei, hat sich geirrt. Bereits 2009 sagten Experten, die diesen Namen verdienen, voraus, die Krise fängt erst an. Wer begreift wie dieses System der Finanzwelt, das ganze Völker als Geiseln nimmt, funktioniert, weiß auch, dass die politische Klasse in Europa, erst recht im wirtschaftlich starken Deutschland, von diesen skuperlosen neoliberalen Jüngern unterwandert ist. Ihnen kommt entgegen, dass das EU Gebilde alles andere als eine Demokratie ist und unfähige EU Kommisare ihnen in die Hände spielen. Erst waren es die Banken die alternativlos gerettet werden mussten, nun sind es ganze Staaten. Und wieder sind es Spekulanten und Finanzhaie, die Regierungen am Nasenring durch die Arena ziehen. Verlierer ist, wie immer, die Realwirtschaft, im Besonderen die Kleinen mittelständischen Unternehmer, die in allen Staaten das Rückgrat ihrer Wirtschaft sind. Wer aber einen Aufschrei der Realwirtschaft erwartet sieht sich getäuscht. Es sind die kleinen Unternehmen die atemlos im Hamsterrad stecken oder sich in ihrer vermeintlichen Machtlosigkeit hinter die Büsche schlagen! Die Gesellschaft müsste der unfähigen, dem Selbstbedienungswahn verfallenen politischen Klasse einfach nur die rote Karte zeigen!