Politik & Wirtschaft

Der renommierte Politologe Peter Filzmaier, der ehemalige SN-Chefredakteur Ronald Barazon, Wirtschaftsexperte Richard Wiens und die Unternehmerin Gertraud Leimüller über die Themen, die Österreich bewegen.

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Dezember 2010 Archive

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Manchmal sagen Worte mehr als Taten darüber aus, wie ein Jahr gelaufen ist. Eine Auswahl.
Aktien: Erwiesen sich 2010 für alle Mutigen als richtige Wahl, sich zumindest einen Bruchteil dessen zurückzuholen, was sie in der Finanzkrise damit verloren haben.
 
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Nicht jedes Malheur hat die Eigenheit, sich rechtzeitig anzukünden und den künftigen Opfern die Vermeidung zu ermöglichen. Manche schon: Drei gefährliche Entwicklungen  wären im Jahr 2010 zu korrigieren gewesen und nehmen nun ihren vermeintlich schicksalhaften Lauf.
 
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Statt in eine Kristallkugel sollte man lieber aus dem Fenster schauenAls man vor einem Jahr in die Kristallkugel blickte, sah man nur hässliche K-Wörter: Krise, Kreditklemme, Konsumverweigerung. 2010, darüber waren sich alle professionellen Kristallkugelblicker einig, werde ein Jahr der Grausigkeiten.
 
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Kurz vor dem Beginn der EU-Präsidentschaft Budapests gibt es daran massive Zweifel.
 
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Die Jahresbilanz unserer Parteien ergibt bei allen einen Negativsaldo.Im politischen Wettbewerb werden stets 100 Prozent Stimmen verteilt. Rechnerisch muss es also wahlbedingt gleichermaßen Gewinner und Verlierer geben. Doch die Jahresbilanz unserer Parteien ist bei allen negativ. Nachstehende Zeilen belegen das für die Opposition, um nächste Woche eine wenig glorreiche Regierung zu kritisieren.
 
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Die Finanzkrise  würde die gesamte Branche zur Besinnung bringen - nachher würde nichts mehr so sein wie vorher. Das war die These, die nach dem Fall von Lehman Brothers und all dem, was dann folgte, aufgestellt wurde.
 
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Wer stets nur auf den eigenen Vorteil bedacht ist, stürzt sicher ab. Wer teilt, der steigt auf.

Sicherheitskontrolle auf dem Flughafen: In der Eile fällt die Armbanduhr zu Boden. Prompt verweigert sie danach ihren Dienst. Nach der Reise bringt man sie zu einem von Freunden empfohlenen Uhrmacher. Dieser repariert das gute Stück und verlangt dafür keinen Cent.

 
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Die  jüngsten Zusammenstöße sind Folge der Politik gegen die eigenen nationalen Minderheiten sind.
 
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Demokratie muss alle Gesellschaftsbereiche erfassen. Freie Wahlen sind nur die Basis dafür. In einer neuen Studie des Politikwissenschafters David Campbell, welche Demokratien nach ihrer Qualität reiht, liegt Österreich je nach Kategorie zwischen Platz 10 und 20. Führend sind vor allem die skandinavischen Länder, die Alpenrepublik schneidet bei Wirtschaft und Gesundheit relativ besser und bei der Bildung weniger gut ab. Hinsichtlich der Politik liegt man im EU-Vergleich im Mittelfeld. Schlecht steht es um die Gleichstellung der Geschlechter.
 
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Die Spitzen der EU möchten eine Einrichtung schaffen, die dafür sorgt, dass der Euro „nie wieder" in Schwierigkeiten geraten kann. Die ewige Sehnsucht der Menschheit nach Sicherheit hat eine neue Manifestation gefunden.
 
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Aufsichtsratssitzung am Flughafen Wien. Die drei Musketiere im Vorstand - Herbert Kaufmann, Ernest Gabmann und Gerhard Schmid - schwören sich davor auf eine Linie ein. Kaufmann: „Zwischen uns passt kein Blatt Papier, klar? Einer für alle . . ." Gabmann und Schmid: „. . .und alle für einen."
 
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Wirklich Verrücktes zu denken, ist schwer. Aber es ist notwendig.

Was könnte man tun, um nervende Verkehrsstaus zu verhindern? Wie könnte man Salat, Milch und andere Alltagsgüter an ihren Bestimmungsort bringen, ohne Lärm und Abgase zu produzieren? Fragen wie diese müssen es gewesen sein, die den Briten Noel Hodson zu einer radikalen Überlegung getrieben haben: Nicht nur Daten, auch Dinge sollten aus dem Internet kommen. Hodson hat zusammen mit Forschern die Idee entwickelt, eine Rohrpost aufzubauen, die Supermärkte und Haushalte verbindet. Über einen elektromagnetischen Antrieb sollen Kapseln in der Größe von zwei mal einem Meter mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometern an ihren Zielort sausen.

 
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Was der Prozess gegen Ex-Yukos-Chef über den Zustand der russischen Demokratie sagt.
 
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Der Fall Jörg Kachelmann, umgelegt auf Österreichs ohnehin umwölkte PolitikDie Sache ist heikel und pikant. Da sich das Ganze jedoch in Vorarlberg ereignet, ist es außerhalb von dessen Grenzen kein Medienaufreger. Was kein Nachteil ist, weil den Fall des deutschen Wettermoderators Jörg Kachelmann auf Österreichs ohnehin umwölkte Politik bezogen, das haben wir nicht gebraucht.
 
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PISA-Test für Anleger

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Das Land steht im Bann der  schlechten PISA-Resultate. Um eine ähnliche Blamage zu vermeiden, bringen wir einige Fragen des PISA-Tests für Anleger, damit die sich vorbereiten können. Teils sind es abgewandelte Beispiele aus dem PISA-Test für Schüler - es geht da wie dort um das sinnerfassende Lesen, das bei  der Geldanlage über Ruin oder Reichtum entscheiden kann.
 
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Vorweg sei eine optimistische, aber nicht sehr schmeichelhafte Vermutung geäußert: Die Regierung weiß nicht, welchen Schaden sie anrichtet.
 
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Karriere und Geld allein sind in einer Zenit-Gesellschaft keine Verlockung mehr. Schanghai, Südkorea, Hongkong, Singapur. Vier der fünf PISA-Siegerplätze gingen diese Woche an die Asiaten. Na bravo! Europa dämmert, mit Ausnahme der fleißigen Finnen, dem wirtschaftlichen Tiefschlaf entgegen: keine Bildung, keine Kohle. So einfach ist die Rechnung.  Oder doch nicht? Die Wirtschaft wird nicht untergehen, wenn  junge  Asiaten ein Jahr früher lesen und rechnen können als bei uns. Hauptsache sie lernen es irgendwann.
 
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Die Wehwehchen hierzulande und die unselige Vergleichs- kommunikation  der Regierung.Zum Arzt kommt ein Patient und klagt über Verkühlungssymptome. Mit diskretem Schnupfen, sanftem Kratzen im Hals, Minimalanflügen von Kopfweh und hauchähnlichen Spuren des Ohrenschmerzes. Die Temperatur liegt bei höchstens 36,99 Grad. Das Ausmaß des Selbstmitleids beträgt 90 bis 99 Prozent.
 
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Wikileaks will 2011 Dokumente über eine US-Großbank publizieren, es gehe  um „ungeheuerliche Vorgänge" und „unethische Praktiken". In Österreich sind wir Wikileaks weit voraus, das Ungeheuerliche ist längst enthüllt -  von seriösen Medien, wie Originalzitate belegen. 
 
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Eltern tun es, Lehrer tun es und Frau Merkel tut es: Schimpfen und toben und verbieten und letztlich doch alles erlauben. In der Kindererziehung ist dieses Verhalten blamabel und fördert unerträglich schlechtes Benehmen. In der Wirtschaftspolitik, die die deutsche Bundeskanzlerin neuerdings eifrig betreibt, ist es fatal.