Die Wahl in den Niederlanden nächste Woche könnte dazu führen. Denn die Umfragen sagen den Christdemokraten des scheidenden Premiers Jan Peter Balkenende einen Absturz voraus. Die konservativ-liberale VVD könnte stärkste Kraft werden. Und so ist in den Niederlanden die Rückkehr von EU-Kommissarin Neelie Kroes seit Tagen ein Thema. Die 68-jährige VVD-Politikerin wachte seit 2004 über den Wettbewerb und kümmert sich nun um die Digitalisierung Europas. Kroes schloss eine Rückkehr in die nationale Politik nicht aus - auch wenn sie zuletzt etwas zurückruderte und sagte, sie sehe „keine Notwendigkeit" dazu.
In Bulgarien wiederum werden der Ex-Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva (52) Ambitionen auf eine Kandidatur bei der Präsidentenwahl im Herbst nachgesagt. Sie will sich noch nicht in die Karten schauen lassen. Die Liberale entschied sich vorerst für ein sicher lukratives Aufsichtsratsmandat bei der französischen Großbank PNB Paribas. Barroso wollte Kuneva zur Chefberaterin machen, das soll Deutschland aber verhindert haben.
Aufsichtsratsmandate sind bei Ex-Kommissaren ohnehin beliebt. Benita Ferrero-Waldner (61) heuerte im Februar bei der Versicherung Münchener Rück an. Ex-Industriekommissar Günter Verheugen (66) stellt seine Kontakte der Royal Bank of Scotland zur Verfügung. Und Ryanair-Chef Michael O'Leary zeigte sich auch sehr flexibel. Meist schimpfte er nur über die EU-Kommission, doch seinen irischen Landsmann Charlie McCreevy (60), den früheren Binnenmarktkommissar, holte er dann doch gern in den Aufsichtsrat.







