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Der renommierte Politologe Peter Filzmaier, der ehemalige SN-Chefredakteur Ronald Barazon, Wirtschaftsexperte Richard Wiens und die Unternehmerin Gertraud Leimüller über die Themen, die Österreich bewegen.

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Warum Asien? Die Fabrik steht bei mir daheim.

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Spielzeug, Flipflops und Taschen könnten bald  aus dem teuren Europa kommen. Eine österreichische Arbeitsstunde kostet durchschnittlich 32 Euro, eine deutsche knapp 31 Euro. Das sind Spitzenwerte in Europa und Spitzenwerte weltweit. Kein Wunder, dass wir fast nur noch Konsumgüter made in China, Romania oder Thailand kaufen. Die industrielle Basis Europas schwindet.

Doch ich halte diesen Trend für umkehrbar: Unbemerkt von weiten Teilen der Öffentlichkeit, bahnt sich eine Revolution an, die ähnliche Kraft haben könnte wie die Erfindung des überall präsenten PC: Man kann mittlerweile Gegenstände von der Handytasche bis zum Hüftgelenk oder Fahrradhelm in 3D drucken. Vor Kurzem kündigte Hewlett Packard (HP), dessen 2D-Drucker fast in jedem Büro zu finden sind, an, bald auch einen 3D-Drucker auf den Markt zu bringen.
Damit könnte die bisher vornehmlich von Forschern, Bastlern und dem Modellbau getriebene Entwicklung einen kräftigen Schub Richtung Normalverbraucher bekommen: Eine Minifabrik im eigenen Büro oder in der Werkstatt im Keller wird möglich. Braucht die Waschmaschine einen neuen Schlauch, lädt man sich aus dem Internet das passende Design herunter und druckt sich das Teil selbst aus. Ähnliches mit Zahnbürste, Taschen, Möbel, Spielzeug. Eine Puppe maßgeschneidert nach den Wünschen der Tochter? Kein Problem. Auch die digitalen Werkzeuge, ein Ding so zu gestalten, wie es einem gefällt, existieren bereits. Und erschwingliche 3D-Drucker, die aus Kunststoff-, Keramik- oder Metallpulver Schicht für Schicht Gegenstände drucken, könnte es schon in wenigen Jahren geben. Wobei sich die Experten uneinig sind, ob man sich Alltagsgegenstände, Basteleien oder Ersatzteile am Ende wirklich zu Hause, im Copy-Shop um die Ecke oder mittelständischen, lokalen Produktionsstätten ausdrucken lassen wird. Das hängt davon ab, wie billig 3D-Drucker werden  und wie populär der Selbstmachtrend letztlich sein wird.
Professor Neil Gershenfeld vom US-amerikanischen MIT, einer der Visionäre des Rapid Manufacturing (früher auch Rapid Prototyping genannt), sieht damit ein neues Zeitalter anbrechen. Er glaubt, dass die Trennung von Handwerk und Produktion, die sich ab der Renaissance entwickelt und mit der industriellen Revolution endgültig durchgesetzt hat, wieder rückgängig gemacht werden kann. Gershenfeld, der das Center for Bits and Atoms am MIT Media Lab leitet, propagiert seit Jahren die Errichtung von Fab Labs. Das sind Werkstätten, die mit computergesteuerten Schneidemaschinen, Fräsen und 3D-Druckern ausgestattet sind und es jedem erlauben, mit lokalen Materialen eigene Dinge herzustellen.
Für Hochlohnländer ist das eine gute Nachricht: Die Fließbänder werden nicht zurückkehren, jedoch Produktion in einer völlig neuen Form.

 

 

4 Kommentare | Kommentieren

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    Seit wann ist Rumänien ein Asiatisches Land bitte?

  • Im Prinzip gibt es diese 3D-Drucker schon länger. Das Verfahren nennt sich "Rapid Prototyping" und dient vornehmlich dazu, ein erstes Muster eines Werkstücks zu erhalten, um es studieren zu können, eventuelle Fehler zu erkennen un dzusammen mit anderen Teilen einen Prototyp des fertigen Produkts bauen zu können. Hier leistet das Verfahren gute Dienste. Für eine Serienfertigung ist das Verfahren (noch?) ungeeignet, unter anderem weil die Eigenschaften der "3D-Ausdrucke" zu schlecht für den praktischen Gebrauch sind. Für verkaufbare Produkte kommt man bis auf weiteres nicht um herkömmliche Fertigungsverafhren herum.

  • Im Prinzip gibt es diese 3D-Drucker schon länger. Das Verfahren nennt sich "Rapid Prototyping" und dient vornehmlich dazu, ein erstes Muster eines Werkstücks zu erhalten, um es studieren zu können, eventuelle Fehler zu erkennen un dzusammen mit anderen Teilen einen Prototyp des fertigen Produkts bauen zu können. Hier leistet das Verfahren gute Dienste. Für eine Serienfertigung ist das Verfahren (noch?) ungeeignet, unter anderem weil die Eigenschaften der "3D-Ausdrucke" zu schlecht für den praktischen Gebrauch sind. Für verkaufbare Produkte kommt man bis auf weiteres nicht um herkömmliche Fertigungsverfahren herum.

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