Wahlkampfslogans werden immer wieder verwertet. Die Glaubwürdigkeit leidet.
Das Rad ist eine tolle Sache, jedoch nicht gerade die jüngste Errungenschaft der Technik. Nur in der Politik erfindet man Räder unverdrossen neu, obwohl sie am Ende stets gleichförmig rund sind. Wenigstens gilt das für Wahlkampfsprüche. So verkündet aktuell die FPÖ „Wir wählen, wen wir wollen!" Damit warb die ÖVP 1986 für Kurt Waldheim, und spielte genauso (un-)bewusst mit fremdenfeindlichen bis antisemitischen Emotionen.
„Unser Handeln braucht Werte" von Heinz Fischer ist neutraler. Trotz über 10.000 Meldungen landet man in Internetsuchmaschinen stets beim Bundespräsidenten. Werden die Worte ohne genaues Zitat eingegeben, finden sich sieben Millionen Einträge mit einem Gesamtbild, das weniger zur Person Fischer und dessen Image passt.
Es dominieren wirtschaftlich-religiöse Slogans mit ein bisschen Ethik als Würze. Ähnlicher Wortkombinationen bedienen sich Finanzdienstleister (Oberösterreichische Versicherung AG) und Unternehmensberater (Ernst & Young). Hinzu kommt Kirchliches bis zum Erzbistum Freiburg. Nur bei der Amixa Kältetechnik dürften die Parallelen zum politischen Wettbewerb eine ungewollte Ironie darstellen.
In ihren Sprüchlein sind alle Parteien Wiederholungstäter. Gleichermaßen versprachen die ÖVP 1971 „90.000 neue Kindergartenplätze" und die SPÖ 1975 „Für jedes Kind das Recht auf einen Kindergartenplatz". 2002 hieß es „Ein Abfangjäger oder 20.000 neue Kindergartenplätze". Offen bleibt, wo wir die Kindlein dafür hernehmen. Oder ob der dafür notwendige Sex körperlich zu schaffen ist.
Die Forderung nach einem Mindestlohn wurde von der FPÖ 2002 (1000 Euro) erhoben, und gab es zuvor von der steirischen ÖVP (10.000 Schilling 1984), der SPÖ (10.000 Schilling 1990) und den Grünen (15.000 Schilling 1999). „Ein Abfangjäger oder 2000 Arbeitsplätze" der SPÖ 2006 war eine Abwandlung von „Das 30-Milliarden-Ding. 250.000 Arbeitsplätze" (Bruno Kreisky 1975) und „Jobs, Jobs, Jobs" (Viktor Klima 1999). Theoretisch müssten wir längst mehr Arbeitsplätze als Arbeiter haben.
Bill Clinton siegte 1992 mit dem Botschaftendreieck „Growing Economy - Putting People First - Change". 2002 scheiterte die SPÖ mit den kommunikativen Eckpunkten „Soziale Sicherheit - Weil der Mensch zählt - Wende der Wende". Man hatte das Wirtschafts- gegen das volksnähere Sozialthema abgetauscht. „Sie sind gegen ihn, weil er für Euch ist!" schaute Heinz-Christian Strache 2008 von Jörg Haider 1994 ab. Doch haben Politiker beim Plakatieren ihres Einsatzes für das Volk trotz verbaler Endlosschleifen mit beschränkter Glaubwürdigkeit zu kämpfen.



Nun, etwas "Neues" kommt mit dem Urnengang zur BundespräsidenTinnenwahl doch hinzu - neben dem Recht jedes Kindes auf einen Kindergartenplatz nämlich auch das Recht des Kindes auf seine Mutter und seinen leiblichen Vater!
Und wer glaubt, dass dieses Recht eine Selbstverständlichkeit sei, der braucht nur zu lesen, was dieser Tage so geschrieben wird und sollte sich das EU-Gender-Mainstream-Diktat des Amsterdam-Vertrages genau ansehen!
Da kann ich mich dem Zitat von Oliver Hassencamp nur anschließen:
"Treffen Einfalt und Gründlichkeit zusammen, entsteht Verwaltung."
Und vielleicht wäre ja auch Goethe ganz hilfreich:
"Welche Regierung die beste sei? Diejenige, die uns lehrt, uns selbst zu regieren."
Also, wähle ich Frau Rosenkranz - sie hat als einzige Mandatarin den Lissabonvertrag, der uns um die Souveränität der 2. Republik bringt, nicht unterschrieben.
Als wir einem EU-Beitritt zustimmten, wollten wir eine freie Staatengemeinschaft souveräner Demokratien sein aber es war keine Rede davon, Souveränität und Neutralität einzubüßen.
Fischer ist der größte Langeweiler, den ich kenne. Ein Paradeparteisoldat und stromlinienförmiger Apparatschik vom Scheitel bis zur Sohle, stets auf den persönlicheen Vorteil bedacht. Eine Zumutung für Österreich. Einfach nur: Gähn ...!
In Rosenkranz steckt - im Gegensatz zum präsidialen Langeweiler - Leben, Leben, das sie auch in großer Fülle weitergegeben hat. Gerade in einer Zeit der demografischen Katastrophe ist diese Frau das richtige Signal! Ich hoffe, viele Mitbürgerinnen und Mitbürger sehen dies auch so.