Januar 2010 Archive
Hirnmasse x Sitzfleisch x Druck: Warum Sparpakete durchaus gut sein können.
Luxus macht faul, Mangel schlau. Das wusste schon der Philosoph Schopenhauer: „Alles Wollen entspringt aus Bedürfnis, also aus Mangel, also aus Leiden."
Die Regierung hat den Mangel definiert: Bis 2013 gilt es, ein Loch von 5,8 Milliarden Euro im Staatshaushalt zu stopfen. Das lässt sich nicht an einem Abend im Heurigenkeller erledigen: Sogar der momentan hippste Konzern, Apple, braucht zwei Monate, um mit seinen iPhones, Notebooks und anderen Gerätschaften einen Umsatz in dieser Höhe hereinzuspielen (34 Mrd. Euro Jahresumsatz). Und die ehrwürdige OMV, Österreichs größtes Unternehmen, braucht beinahe drei Monate, um auf 5,8 Mrd. Euro zu kommen (25,5 Mrd. Euro Jahresumsatz).
Welt zu lösen.
Angesichts der Krise der Finanzmärkte und der explodierenden Budgetdefizite wäre also eine Verstaatlichung das denkbar schlechteste Signal. Da nützt auch der Hinweis nichts, dass die Unabhängigkeit der Nationalbank im österreichischen und im EU-Recht fest verankert ist, dass also dem Direktorium niemand Vorschriften machen kann. Ein 100-Prozent-Eigentümer ist immer einflussreich.
Finanzspekulationen werden belohnt, nicht das Gründen von Unternehmen und Familien.
Wir leben in einer Risikogesellschaft. Das beginnt im Kleinen, etwa beim Regenschirmrisiko, das der berühmte deutsche Soziologe und Kommunikationswissenschafter Niklas Luhmann (1927-1998) einmal formuliert hat: Lässt man den Regenschirm zu Hause, läuft man Gefahr, nass zu werden, falls es regnet. Nimmt man ihn hingegen mit, könnte man den Schirm irgendwo liegen lassen.
Wuchterl: „Tja, der Glaube macht bekanntlich selig."
„Hände weg von der Steckdose", wurde uns als Kinder stets erklärt. Heute muss es für die Erwachsenen genau umgekehrt heißen: „Schaut euch an, was in der Steckdose passiert!" Im Stromnetz fließt die Zukunft. Das fängt damit an, dass die wichtigste technische Errungenschaft des 20. Jahrhunderts nicht Telefon, Fernsehen, Radio, Internet oder der Personal Computer waren.
Österreich ist ein Entwicklungsland. Demokratiequalität und geistiger Wohlstand hinken dem wirtschaftlichen Reichtum hinterher. Im Fall Eberau verkündeten Obrigkeiten, dass ihre Gemeinde ein Asyllager beherbergen werde.
Vor einem Jahr rettete ein Pilot 155 Menschen. Von ihm kann man sich vieles abschauen.
Der Medienrummel um den Mann war kurz und heftig, nachdem er am 15. Jänner 2009 das Wunder vollbracht hatte: die sichere Landung eines Airbus auf dem Hudson River in New York. Ohne Triebwerke. Ohne Verlust eines der 155 Menschenleben an Bord. Mit nur wenigen Verletzten. Wie schaffte es Chesley B. Sullenberger, so rasch und richtig zu reagieren? Am Beginn eines Jahres, an dem der Blick in die Kristallkugel, sei es durch Ökonomen oder Zukunftsforscher, kaum gelingen mag, und das wie selten zuvor von Ungewissheit geprägt ist, ist es hilfreich, die Erfahrung des Piloten zu analysieren.








