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Patente machen arm: Finger weg davon

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Noch immer wird geglaubt, Innovationen und Wohlstand hätten  mit Patenten zu tun.

Geniale Idee zum Reichwerden: der Gang zum Patentamt. So stellen wir uns den Werdegang von Erfindern vor, die nicht  40 Jahre  warten wollen, bis die Welt ihre Nobelpreiswürdigkeit entdeckt (wie im Fall der eben bekannt gegebenen Physik-Nobelpreisträger 2009), sondern sofort an ihren Ideen verdienen wollen. „Melden wir  ein Patent an", sagen viele meiner Kunden. „Verdienen wir doch an Patenten", sagen neuerdings auch die Universitäten und stellen Patentscouts an, die nach verwertbaren wissenschaftlichen Arbeiten suchen. „Lasst uns die Patente im Land zählen", sagt auch die Politik.

Dabei fördern Patente nicht unbedingt den Fortschritt. In vielen Fällen behindern sie ihn. Nehmen wir Viktor Kaplan, den berühmten Erfinder der Kaplan-Turbine. Kaplan musste mehr als ein Jahrzehnt vor Gericht um das Patent für seine Turbine kämpfen. Das griff seine Gesundheit an und er starb mit 57 Jahren. Wie viel mehr  hätte er erfinden können, hätte er sich nicht um Prozesse kümmern müssen?
Ein Patent ist ein Verwertungsmonopol: Der Inhaber darf die Idee eine gewisse Zeit lang exklusiv verwerten. Große Firmen können es sich leisten, Rechtsexperten zu beschäftigen, um  Patente anzumelden,  missbrauchen das aber leider in zunehmendem Maß, um damit andere Entwicklungen zu blockieren oder sich mit nur minimalen Erfindungen einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz zu sichern. Ein Beispiel aus dem Büroalltag: Die Hersteller von Druckergeräten, ob Brother, Epson, Canon oder HP, pflastern ihre Druckerpatronen mit Patenten zu, um zu verhindern, dass andere Hersteller billige, ebenfalls passende Patronen anbieten. Die Kosten dafür zahlen die Konsumenten über hohe Druckerpatronenpreise.
Das heißt nicht, dass Patente per se schlecht sind, sondern dass sie in ihrer Wirkung in Zeiten des raschen Wissensflusses und gemeinsamer Erfindungen überbewertet werden. Viele Unternehmen melden absichtlich keine Patente  an, weil sie so ihre Ideen  nicht offenlegen müssen (Patente werden veröffentlicht), schneller auf den Markt kommen können (Patentanmeldungen dauern lang) und insgesamt billiger fahren. Oft sind andere Schutzrechte, etwa eine Marke oder ein Gebrauchsmuster, leichter zu haben und auch genug. Was aber nicht heißt, dass der Weg dazu einfach ist: Die  Waschmittelmarke Persil wurde jahrelang vom deutschen Patentamt nicht genehmigt. Man meinte, das Wort sei dem französischen Wort „persil" (Petersilie) zu ähnlich.

 

 

4 Kommentare | Kommentieren

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    Ich bin Ihrer Meinung. Patente dauern zu lange, sind teuer und werden als Instrumente im Machtpoker großer Unternehmen eingesetzt. Dennoch ist ein Schutzrecht (kann ja auch mal ein GM sein) oft ein wichtiger Schritt, wenn man eine Erfindung nicht selbst umsetzen kann und auf eine Lizenzvergabe setzt. So könnte ich der Kaplangeschichte die Dysonstory entgegensetzen. Es kommt also beim Erfinden nicht unbedingt auf Schutz oder nicht Schutz an sondern darauf, dass man sich nicht auf dem Schutzrecht ausruht sondern den steinigen Weg der Vermarktung beschreitet.

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    Vielen Dank für ihren informativen Artikel! Besonders folgenden Absatz können wir zu 100 Prozent unterstützen.

    Die Hersteller von Druckergeräten, ob Brother, Epson, Canon oder HP, pflastern ihre Druckerpatronen mit Patenten zu, um zu verhindern, dass andere Hersteller billige, ebenfalls passende Patronen anbieten. Die Kosten dafür zahlen die Konsumenten über hohe Druckerpatronenpreise.

    Wir arbeiten mit Herstellern zusammen die diese Patente umgehen und können dadurch für den Konsumenten hochwertige Toner und Druckerpatronen zu einem vielfach günstigeren Preis anbieten. Unsere Rebuilt-Toner werden generalüberholt, befüllt, versiegelt und verpackt. Mehr Infos über nachgebautes Druckerzubehör finden sie auf unserer Homepage

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    Naja, wenn man Ideen von Kollegen aus lieht bzw. aneignet führt das meistens zu bittere Streitereien, die sich über Jahren hinziehen. Es soll aber doch ein Anreiz bleiben für Erfinder etwas zu erfinden, sei es Anerkennung oder auch Finanziell.

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    Patentgebühren sind mörderisch: Die EU hat leider noch keine einheitlichen Patentgebühren geregelt. sondern man muss nach einem Jahr das Patent in jedem Land extra schützen, was Kosten von ca. 1.500,- bis € 2.000,- . Dazu kommen noch Übersetzungskosten. So hat ein Freund von mir nun ca. € 50.000,- für ein Patent ausgeben müssen, ohne Förderung und ohne zu wissen, wie die Verwertungsdimensionen sind. Man kann sich jedoch vorstellen, wie schwierig es wird, zuerst mal diese Kosten einzuspielen. Daher sind Erfinder im wahrsten Sinne des Wortes meistens arme Leute ........

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