Standpunkt

Ausgewählte Kommentare aus der SN-Redaktion zu den Themen des Tages.

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Neues von Walter Schwarz

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Die dritte Revolution

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Jeremy Rifkin,  US-Ökonom und Bestsellerautor, drängt eindringlich zur Eile. „Wir brauchen die dritte industrielle Revolution. Jetzt",  rief   er  den Teilnehmern der  Verbund-Tagung „energy 2020" in Fuschl zu.  

 
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Der Kunde als Autokönig

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Autoexperten haben derzeit in unserem Nachbarland Deutschland Hochkonjunktur. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht Studien über die  Zukunft der  Automobilindustrie  und - eher düstere - Prognosen  vorgelegt werden.
 
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In Deutschland wird in knapp drei Wochen  ein neuer Bundestag gewählt. Skandalöse Bonus-Zahlungen  an erfolglose Manager, wie zuletzt  der Fall des zurückgetretenen  Arcandor-Chefs  Karl-Gerhard Eick, erregen in Wahlkampfzeiten wie diesen die  Gemüter und setzen  die Politiker unter Zugzwang.
 
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Es klingt wie Hohn für die Tausenden Passagiere, die um ihre Flüge geprellt sind und irgendwo in Europa auf den Koffern sitzen.  Auf der Homepage des Billigfliegers SkyEurope, für den am Montag  zu nächtlicher Stunde der Konkursantrag  gestellt worden war,  wurde tags darauf noch die Werbetrommel gerührt. „Aktion verlängert. Herbstverkauf: Alle Flüge zwischen Euro 9 und Euro 99, garantiert", stand da zu lesen. Reisezeitraum: 1. Oktober bis 15. Dezember 2009.

 
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Schwarzarbeit, hinterzogene Sozialversicherungsbeiträge, Steuerbetrug, ja mafiöse Strukturen im Dickicht  vieler  Scheinfirmen und Subunternehmen:    Der Baubranche  haftet wirklich nicht der beste Ruf an. Zweifellos spielt sich vieles im Dunkeln ab, was „am Bau" geschieht.
 Ein wichtiger  Schritt, die schwarzen Schafe  von den seriösen Firmen zu trennen, wird mit dem heutigen Tag gesetzt.
 
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Kuhhandel mit Folgewirkung

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Nennen wir es Polit-Poker, ein Tauschgeschäft unter  Parlamentsbrüdern und
-schwestern, nennen wir es schlicht  Kuhhandel.  Egal. Da  ist etwas herausgekommen, mit dem alle Beteiligten plötzlich „leben" können,  wie das heutzutage so schön heißt.
 
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Grenzen der neuen Mobilität

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Haben die Wirtschaftskrise und die hohen Spritpreise, die es noch vor wenigen Monaten gegeben hat, das Mobilitätsverhalten der Österreicher verändert? Ja, sagt der Verkehrsclub Österreich und sieht das Ende der „Monokultur Auto" gekommen. Das Benzinross wird nicht mehr als alleiniges Fortbewegungsmittel eingesetzt, immer mehr Zeitgenossen sind „multimodal" unterwegs: Also auch und in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Fahrrad oder schlicht und ergreifend zu Fuß.
 
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Keine Antwort ist auch eine

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Immer diese lästigen Fragen. Und eine Antwort wollen sie auch noch haben, diese aufsässigen Kleinaktionäre!  Da könnte ja ein jeder kommen und wissen wollen,  ob es stimme,  dass  beim Terminal Skylink auf dem Wiener Flughafen schon  250 Millionen Euro unwiederbringlich in den Sand gesetzt wurden.

 
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Also, wenn das kein Trost ist! „Man kann fliegen, die Flüge finden statt und alle Passagiere kommen an ihr Ziel", ließ ein Sprecher der insolventen Billigfluglinie SkyEurope am Sonntag verlauten. Ein bisserl unbequem ist die Sache halt schon, seit auf dem Wiener Flughafen keine Flugzeuge der Airline mehr abgefertigt werden: Einchecken in Wien, reingezwängt in den Bus, Abfahrt ins 50 Kilometer entfernte Pressburg, nochmals einchecken - und schon geht´s los mit ein paar Stunden Verspätung in den Urlaub.
 
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Ölpreise setzen Höhenflug fort, Ölpreise unter Druck, Ölpreise legen nach Höhenflug Pause ein, Ölpreise etwas höher:   Im Tagesrhythmus  überschlagen sich die Nachrichten vom Ölmarkt. Preis rauf, Preis runter, jetzt schnell kaufen, weil  die Tonne CO2 könnte bald wieder teurer werden, nein, noch nicht kaufen  - auch der Emissionshandel  rotiert im Zickzack-Kurs.
 
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Also was ist es jetzt, das noch informell leuchtende  grüne Licht der EU-Kommission für die Übernahme der AUA durch die Lufthansa? A) Ein wirtschaftspolitischer Meilenstein. B) Das größte Drama seit dem Zweiten Weltkrieg . C) Eine Notlösung.


 
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Offen für neue Horizonte:   So  lautet das Leitmotiv des Wiener Flughafens. Doch   am Horizont   der börsenotierten  Jobmaschine  vor den Toren Wiens  sind dunkle Wolken aufgezogen.    Der Bau  des neuen Terminals „Skylink" droht im Skandalsumpf zu versinken.   Ein Wirtschaftskrimi  mit ungewissem Ausgang  rollt vor den Augen der Steuerzahler ab. Mit  400 Mill. Euro  wurden die Kosten    vor  knapp vier Jahren   veranschlagt. 
 
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Land der Spekulanten

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Natürlich sind jetzt alle klüger. Und viel, viel vorsichtiger. Sogar der Finanzminister. Risikoreiche Veranlagung von Steuergeldern soll es künftig nicht mehr geben, sagt Josef Pröll. Und das hat gefälligst für Bund, Länder und Gemeinden zu gelten. Dafür werde er künftig Sorge tragen. Umkehrschluss: Frühere Finanzminister haben nicht so viel Sorge getragen. Und die diversen Landespolitiker auch nicht -  ein Anruf Josefs bei Onkel Erwin im schönen Niederösterreich      verschaffte Klarheit. Dort wackeln Hunderte Millionen riskant veranlagter Wohnbaugelder.  
 
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Was verbindet die Mitarbeiter der gebeutelten AUA und deren Kleinaktionäre? Angst, Enttäuschung, Wut. Eine Leidens- und Solidaritätsgemeinschaft der ungewöhnlichen, aber verständlichen Art. Es bedarf schon starker Nerven, in diesen Tagen bei der noch rot-weiß-roten Airline beschäftigt zu sein - und nicht zu wissen, ob der Job in ein paar Monaten noch vorhanden ist. Es bedarf einer Eselsgeduld, in Tagen wie diesen in einer Hauptversammlung kreuzbrav Vorratsbeschlüsse für eine nebulose Zukunft zu fassen.
 
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Das Nabucco-Abkommen ist unter Dach und Fach. Aber die Gasversorgung Europas ist  damit kaum  sicherer geworden. Mit einigem Gepränge haben am Montag  in Ankara die Regierungschefs Österreichs, Ungarns, Rumäniens, Bulgariens und  der Türkei   unter Patronanz der EU ein entscheidendes Abkommen  zur  Errichtung  der Gaspipeline  Nabucco unterzeichnet. 
 
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Augen zu und durch - durch   den Schuldenberg.  Wozu bauen wir schließlich   milliardenschwere Tunnels. Ausgerüstet mit einer neuen,  verschlankten  Konzernstruktur  und  der vertraglichen Zusicherung  der amtierenden Regierung, das Gros   der Ausgaben  für die Infrastruktur  über die Jahrzehnte abzustottern, können sich die ÖBB in den größten Bauboom ihrer Geschichte stürzen.   Ob Semmering, ob Koralm, ob Brenner,  ob Ausbau  der Westbahn, ob „neue" Südbahn: Die Baumaschinen brummen, auch wenn  viele   Großprojekte zu hinterfragen sind.  
 
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Die Lehren aus Ilisu

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Überraschung war es keine mehr. Die Exportkreditversicherer Deutschlands, Österreichs und der Schweiz ziehen sich von der Finanzierung des seit Jahren umstrittenen Ilisu-Staudamms in der Südosttürkei zurück. Die Zeit des Schweigens und Lavierens ist vorbei. Auch die Österreichische Kontrollbank musste Farbe bekennen. Die Entscheidung ist von immenser Tragweite. Erstmals standen die Exportkreditagenturen, die im Normalfall sehr diskret agieren, einer besorgten, aufbegehrenden Zivilgesellschaft gegenüber, die den Schutz von Menschen, Umwelt und Jahrtausende alter Kulturgüter auf ihre Fahnen geheftet hat. Nicht nur in Mitteleuropa - da lässt es sich leicht protestieren -, nein, auch in der Türkei selbst wuchs der Widerstand gegen das Megaprojekt. Das macht Mut.
 
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Der  Hofer war's. Auf drei Parkplätzen des Lebensmitteldiskonters erdreistete sich der Spritpreisrebell Markus Friesacher,  den begehrten Saft um rund zwei Cent pro Liter billiger abgeben zu wollen. Na, mehr brauchte er nicht, der Friesacher. Binnen kürzester Zeit schlug das Imperium zurück.
 
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Volle Wasserkraft voraus

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Es gibt in der Tat riskantere Geschäfte. Mit dem Erwerb von 13 Wasserkraftwerken am bayerischen Inn, sozusagen vor der Haustüre,   steht die heimische Verbundgesellschaft auf der sicheren Seite.   Die - mindestens - eine Milliarde Euro, die der Verbund  in  die  bisher  größte  Einzelakquisition seiner Unternehmensgeschichte steckt,  sind gut angelegt.
 
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Die Relativierer sind unter uns. Ja, aber, lautet ihre Standardfloskel. Ja, sagt Werner Faymann, der sanftmütige  Kanzler,  dem selten der Kragen platzt, ja, besorgniserregend sei die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. In Europa, in Österreich. Aber:  Österreich  liege im Vergleich mit anderen europäischen Ländern „zum Teil noch besser".