Die Kosten scheinen auf den ersten Blick erheblich. Wieso sollte eine Firma jedem Mitarbeiter ein 500 Euro teures Ticket für den öffentlichen Verkehr schenken?
Selbst machen lautet seit Jahren die Devise für die Kunden der heimischen Banken. Wer den freundlichen Herrn am Bankschalter mit einer Überweisung belästigt, wird extra zur Kasse gebeten.
Streiks in Griechenland, Unruhen in Spanien, Revolten in Ägypten wie
Tunesien und dazu das Schreckgespenst Flugasche. Die Meldungen der
vergangenen Monate lassen eigentlich nur einen Schluss zu: Die Lust auf
Urlaub im Süden muss den Österreichern gründlich vergangen sein.
Ein 80-Stunden-Job inklusive häufiger Abendtermine, reger Reisetätigkeit
und einem ungesunden Lebensstil zwischen Bewegungsmangel, Brötchen und
Geschäftsessen: Dass das ungesund ist, erkennt jeder Nichtmediziner.
Einen knappen Euro kostet der Liter Milch im Supermarkt, zwei Euro der billigste Sack Äpfel, drei Euro das Schwarzbrot. Ein paar Münzen. Bei einem Stundenlohn von sechs Euro aber viel Geld. Eine Viertelmillion Menschen in Österreich verdient weniger als 1300 Euro brutto im Monat - und das obwohl sie Vollzeit arbeiten. Das tägliche Leben können sie sich kaum leisten.
Die Warnungen mehren sich: Explodierende Rohstoffpreise könnten zu einer Hungersnot in Entwicklungsländern führen. Verschlimmert wird die Lage durch Katastrophen: Die Flut in Pakistan und Brände in Russland vernichten nicht nur die Ernte, sondern treiben auch den Getreidepreis noch weiter hoch.
Die Nachfrage steigt. Die Auftragsbücher der heimischen Industriebetriebe füllen sich wieder. Zwar ist es vorerst noch ein äußerst zartes Pflänzchen, doch der Aufschwung scheint sich langsam durchzusetzen. Da droht neues Ungemach. Die Zuliefer-Situation hat sich in den vergangenen Wochen teils drastisch verschärft. Ob Automobil-Branche oder Elektronik-Industrie: viele Bauteile sind derzeit nur mit wochenlanger Lieferzeit erhältlich oder in mangelhafter Qualität. So manche Firma musste mangels Material bereits die Produktion zurückschrauben.
Für jedes herkömmliche Unternehmen würde es wohl den Todesstoß bedeuten: Sechs Millionen Dollar täglich muss der britische Ölkonzern BP bezahlen, um die Folgen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko in den Griff zu bekommen. Dazu dürften Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe kommen. Und allein der Imageschaden - für eine Umweltkatastrophe derartigen Ausmaßes verantwortlich zu sein - würde bei anderen Unternehmen ausreichen, um die Kunden in Scharen davonzutreiben. Der Gang zum Konkursrichter wäre wohl unausweichlich.