Neues von Ralph Schulze
Die erste Wahl nach der Revolution in Tunesien dürfte Signalwirkung haben. Der haushohe Sieg der Islamisten in dem nordafrikanischen Land zeigt, wohin die Reise in den Ländern des „arabischen Frühlings" geht. In Richtung islamische Staatsgebilde, in denen die Religion zweifellos größeren Einfluss als bisher auf die Politik haben wird.
Erst hat die internationale Koalition mit Luftangriffen auf Gadafis Militärmaschinerie den Rebellen zum Sieg verholfen. Nun muss die Welt der noch wackeligen Übergangsführung der Opposition beim Aufbau eines neuen, hoffentlich demokratischen Libyen unter die Arme greifen: mit humanitärer Hilfe und schrittweiser Aufhebung der Sanktionen. Mit Geld, Investitionen, Knowhow und Vertrauen.
Der Frieden im touristischen Königreich Marokko ist dahin. Ein schwerer Terroranschlag im Herzen der vielbesuchten Stadt Marrakesch zerstörte die Hoffnung, dass der nordafrikanische Staat Marokko in der brodelnden arabischen Welt sich als Oase der Stabilität behaupten könnte.
Warum also dieser Bomben-Irrsinn der ETA? Warum behauptet diese Terror-Organisation aus dem Baskenland immer noch behauptet, Spanien sei eine „Diktatur"? Weil das Märchen vom unterdrückten Baskenland diesen Extremisten erheblichen Einfluss und große Macht sichert. Denn die ETA ist nicht nur eine kleine Gruppe durchgeknallter Terroristen. Die ETA ist eine Mafia, die viel Geld mit Drogenschmuggel, Waffengeschäften und Schutzgelderpressung verdient. Und die sich von jenem unter der Franco-Diktatur gewachsenem Hass gegen Spanien nährt, den nicht wenige Basken teilen.
Die Terroristen wollten mit ihrem feigen Bombenattentat Angst in dieser europäischen Urlaubshochburg säen. Und Chaos auf jener Insel auslösen, auf der sich derzeit mehr als 300.000 Feriengäste aufhalten. Leider ist dieser Bande von Fanatikern dies am Donnerstag gelungen. Wenn auch nur vorübergehend.



