Die Vergangenheit wird gern mit dem Begriff „rückständig" in
Verbindung gebracht. Bei der Salzburger Lokalbahn trifft dies nur auf
die Epoche Mitte des vorigen Jahrhunderts zu. Als ein leistungsfähiges
Ververkehrssystem auf eine Stichverbindung von der Landeshauptstadt
in den nördlichen Flachgau reduziert wurde.
Niemand bezweifelt die Zählungen der ÖBB, wonach von Salzburg nach Graz
und umgekehrt pro Zug maximal so viele Passagiere sitzen, die auch in
einem Bus Platz hätten. Die Bahn selbst stellte dazu die Weichen. Eine
veralterte, teils eingleisige Streckenführung sowie rollendes Material,
das längst schrott- oder museumsreif ist, führten zum Ist-Zustand.
Heuer wird alles geboten, was der Formel 1 nach Meinung vieler Kritiker gefehlt hat: Rad- an-Rad-Kämpfe und dazu Überholmanöver in fast schon inflationärem Ausmaß. Nur noch selten gibt es wichtige Positionswechsel dank perfekt inszenierter Boxenstopps wie zu den Glanzzeiten des Michael Schumacher.
Ein Vorsprung von 77 Punkten, das entspricht der Ausbeute von drei
Siegen und einem neunten Platz. Ist Sebastian Vettel knapp nach der
Hälfte der Rennen alter und neuer Weltmeister? So schnell geht es in der
Formel 1 auch wieder nicht zu. Zwar spricht viel für die erfolgreiche
Titelverteidigung, aber fad ist diese Weltmeisterschaft noch lange
nicht. Die Rennen und England und Deutschland zeigten, dass Ferrari und
McLaren-Mercedes noch nicht resigniert haben. Alonso und Hamilton
gehen bissig ans Werk - und ein Vettel besitzt weder ein Dauerabo für
die erste Startreihe, noch ist er frei von Fehlern. Auch ein zum
Weltmeister gereiftes Talent kann sich auf der Piste drehen.
Autofrei. Ein Wort mit einer folgenreichen Bedeutung. Die Praxis verlangt Kompromisse. Für die Europäische Mobilitätswoche, die vom Klimabündnis zwischen 16.
und 22. September ausgerufen ist, gibt es ein Symbol mit der
Aufschrift: „Autofreier Tag. Mobil ohne Auto."
Wörtlich genommen bedeutet dies ein Tag ohne Auto für die Fahrt zur
Arbeit, für den Besuch von Freunden, für Einkaufstouren. Aber auch ein
Tag ohne Taxis, motorisierter Feuerwehr oder Rettung. Autofrei ist
autofrei. Ein Leben wie bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Wer außer
einer Hand voll Einsiedler will das wirklich?
Es ist nicht mehr die Ausnahme, es ist der Normalfall geworden:
Sebastian Vettel patzt. Die Geschichte vom Wunderkind, das mit
glitzernden Siebenmeilenstiefeln zur Weltmeisterschaft stürmt, die
bleibt unvollendet.
Seit dem Jahr 2002 ist es in der Formel 1 verboten, einem Fahrer teamintern so zu helfen, dass dieser dann zu einem besseren Ergebnis kommt. Es war eine Anlassgesetzgebung, weil Rubens Barrichello den auf Weltmeister programmierten Michael Schumacher knapp vor dem Ziel ziehen lassen musste. Nach klarem Ferrari-Befehl.
Manche Ideen sind so gut, dass nur eine Frage unbeantwortet bleibt: Warum ist das niemandem schon früher eingefallen?
Das neue Gebäude der Salzburger Universität mit geplanter Fertigstellung im Sommer 2011 wird zur Hälfte mit Energie aus Geothermie (Erdwärme) beheizt und gekühlt.
Die Energievorräte lagern zwar nicht vor, aber doch nur 200 Meter unter dem Portal des schon jetzt stattlich wirkenden Bauwerkes. Die Erdwärme ist schlicht und einfach da. Sie kann direkt aus der natürlichen Lagerstätte in den Energiekreislauf eingebunden werden. Schon in den 1970er-Jahren wurde das Prinzip angewendet. Ist also das Ganze genial einfach und damit einfach genial?
An der Spitze des Formel-1-Establishments wird Red-Bull-Racing von einem
Luxusproblem geplagt. Mark Webber fährt überlegt und reif wie ein
künftiger Weltmeister. Sebastian Vettel fährt schnell und ungestüm in
Richtung Titel. Offiziell lässt das Team beiden Fahrern den gleichen Lauf.
Dass es gegen offensichtliche Teamabsprachen Strafen gibt, verdankt
die Formel 1 vor allem dem Sünder (eine erste Bestrafung ist ja schon
erfolgt) vom Sonntag - Ferrari. 2002 auf dem A1-Ring war es, als der
Führende Rubens Barrichello auf Befehl aus der Box den Teamleader
Michael Schumacher ganz klar ziehen lassen musste. Wegen dessen
größerer WM-Chancen. Seit 2003 sind solche Aktionen verboten.
So sehen Sommerferien in der Formel 1 aus: Mittwochvormittag kündigt BMW seinen Rückzug mit Jahresende aus der obersten Motorsportklasse an - und am Abend ist dies nur noch ein Nebenschauplatz. Was der deutsche und der italienische Boulevard mehr flehentlich als vorerst mit realem Hintergrund herbeigeschrieb, wurde perfekt: Michael Schumacher ersetzt ab Valencia Felipe Massa.
Das waren Zeiten. Anno '68, '69 oder '70 ist es so richtig abgegangen. Tabus? Sie waren da, um gebrochen zu werden. Neue Lebensformen, neue Lebensziele. Schluss mit dem Muff von tausend und noch mehr Jahren. Frei von Zwängen, frei von Traditionen, jawohl! Moment, war das wirklich so?
War das ein angenehmer Formel-1-Sonntag. Keine nennenswerte Wortmeldung zum Dauerkrieg zwischen Weltverband und Teams. Keine Ankündigungen von Budgetkürzungen, die ein Abholzen der Teamstrukturen nach sich ziehen. Keine Lobsprüche für die Taten von Diktatoren. Es wurde einfach nur ein Rennen gefahren.
Es war wahrscheinlich nicht der packendste Lauf der Formel-1-Geschichte (außer für Premierensieger Webber natürlich), aber auch nicht der fadeste. Zweikämpfe, Überholmanöver bis zur Berührung, es wurde einiges geboten. Nur die kleinliche Auslegung des Webber-Angriffs auf Barrichello mit nachfolgender Zeitstrafe störte das Bild. Wie soll es den (von Fans und Verantwortlichen) geforderten Zweikampf ohne Nahkampf geben? Zwischen Nahkampf und Unfairness gibt es einen großen Unterschied.
Er kommt auf der Modellbahnanlage der Zukunft nicht vor, der Pass Lueg. Bei den Planspielen des Machbaren, genannt auch Generalverkehrsplan, ist keine den Bedürfnissen des 21. Jahrhunderts angepasste Verbindung von Salzburg nach Bischofshofen vorgesehen. Pendler und Urlauber müssen noch Jahrzehnte hoffen, dass nichts passiert.
Wer kennt noch die Formel-1-Rennställe Lotus, Tyrrell oder Brabham? Sie bauten Autos für Legenden wie Jim Clark, Jackie Stewart oder Nelson Piquet. Sie hamsterten WM-Titel und sperrten eines Tages zu. Noch früher traten Maserati, Cooper oder Matra als stolze WM-Teams auf und verschwanden. Die Formel 1 gibt es immer noch. Dass auch große Rennställe dicht machen gehört zur Geschichte dieses Sports. Dem Absprung geht meist eine enttäuschende Saison voraus - und bei Honda gab es 2008 nicht sehr viel zum Lachen.
Es ist eine dieser jährlichen Aktionen mit Gewöhnungseffekt. Heute beginnt die Europäische Mobilitätswoche und die Vereinigung Klimabündnis rief den kommenden Montag zum autofreien Tag aus. Es ist anzunehmen, dass in einer Woche die gleiche Anzahl von Autos durch die Imbergstraße rollt wie heute. Freiwilliges Umsteigen auf die „Öffis" - nur Freiwilligkeit schafft langfristig das wichtige positive Gefühl für die Sache - wird nicht durch Aufrufe und Aktionen erreicht.