Neues von Martin Arbeiter
Zwei Hiobsbotschaften für das Lammertal binnen weniger Tage: Die Martin-Bau GmbH in St. Martin am Tennengebirge ist schon in Konkurs geschlittert. Am Mittwoch meldet die Schachl Gebirgsholz GmbH in Abtenau die Insolvenz an. Mehr als 140 Mitarbeiter zittern um ihren Job.
Jahrelang lief der Konjunkturmotor auf vollen Touren: Die Firmen mussten die Produktion ausbauen, um die Nachfrage - vor allem aus Osteuropa - befriedigen zu können.
Jetzt ist - praktisch über Nacht - alles anders. Die Optimisten sprechen davon, dass die Wirtschaft sich wieder auf normalem Niveau einpendelt. Die Pessimisten sehen eine Wirtschaftskrise - auf die fetten Jahre könnten die mageren folgen.
Dass die Ohrfeige für SPÖ und ÖVP derart schmerzhaft ausgefallen ist, wollten die beiden Parteien nicht wahr haben. Die Freiheitlichen haben stark zugelegt. Die Grünen hatten erwartungsgemäß einen sehr schweren Stand.
Nur wer laut schreit, dem wird gegeben. Nach diesem Motto funktioniert auch Politik. Im Vorfeld der Nationalratswahl haben sich die Parteien mit Versprechungen für die eine oder andere Klientel übertrumpft. Dabei geht es um viel Geld - wie viel, darüber streiten noch die Parteien.
Eine Gruppe, die keine Lobby hat, sind die Alleinerzieherinnen und Alleinerzieher. Viele von ihnen leben knapp an der Armutsgrenze - zu viel zum Sterben, zu wenig zum Leben. Wer hinter die Kulissen blickt, der sieht, dass viele Betroffenen jeden Cent drei Mal umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben können.
Ein Bürgermeister, der mit einer Namensliste gegen seine ehemalige Partei antritt. Das ist für die Parteien ein Horrorszenario. Die Vergangenheit hat bewiesen, dass der Bonus des Bürgermeisters sehr schwer wiegt. Davon können ÖVP und SPÖ ein Lied singen.
In Großarl konnte Bgm. Peter Hettegger im Herbst 1989 sein Amt souverän verteidigen, obwohl er mit der ÖVP übers Kreuz geraten war. Die Namensliste von Hettegger holte neun Mandate, die ÖVP nur vier.
Die Einigung sieht vor, dass Fernpendler, deren Jahresverdienst 31.500 Euro brutto nicht übersteigt, bis zu 380 Euro pro Jahr bekommen. Als Fernpendler gilt, wer mehr als 25 Kilometer zur Arbeit fahren muss. Wem die Benützung von Bus oder Bahn zumutbar ist, erhält die Beihilfe nicht.
In den Wahlprogrammen aller Parteien steht ein Punkt ganz oben: Die Stärkung der ländlichen Regionen - vor allem bei der Infrastruktur. Die Realität sieht anders aus. Die Liste der Institutionen, die in den vergangenen Jahren die Zahl der Standorte reduziert hat, ist groß. Das reicht von den Bezirksgerichten über die Post bis zur Polizei. Manche Lagerhäuser wurden zusammengelegt und einige Tankstellen und Greißler auf dem Land haben dichtgemacht.

