Der Stiftungsvorstand der Bregenzer Festspiele tat am Dienstag so, als werde alles gut: Der Posten des Intendanten werde noch im Februar ausgeschrieben, „Dienstbeginn für den Künstlerischen Leiter bleibt 2015", heißt es in der Erklärung. David Pountney bleibe als Bregenzer Intendant „bis inklusive 2013 im Amt und wird die Saison 2014 als künstlerisch Verantwortlicher kuratieren".
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Die Salzburger Festspiele gehören organisatorisch reformiert, aber nicht wirtschaftlich kastriert. Neider wollen das.
Das Salzburger Barockmuseum und das Halleiner Keltenmuseum könnten im Verbund des Salzburg Museums eine große Zukunft haben, oder sagen wir: eine größere als bisher.
Beginnen wir diese Woche, die für viele den Anfang des Arbeitsjahres 2012 markiert, mit einer fünffach runden Zahl: 100.000. Das sind Euro. Diese 100.000 Euro stehen in Erläuterungen zu jenem Antrag, der in dieser Woche vom Kulturausschuss des Wiener Gemeinderats vermutlich durchgewinkt wird, um Ende Jänner im Plenum verabschiedet zu werden. Dieser Betrag ist für 2012 für die Prüfung der Kunsthalle Wien budgetiert, und es wäre verwunderlich, würde er nicht ausgegeben.
Die neuen Zahlen über die von den Salzburger Festspielen ausgelöste Wirtschaftsleistung sind beeindruckend. Erstens sind sie hoch. Da kauft ein Besucher aus Rosenheim, Vöcklabruck oder Salzburg nicht nur Karten, sondern gibt auch noch 127 Euro aus. Zweitens sind Umsätze und Steuern seit Jahren im Wachsen.
Gäbe es eine Trophäe „Wallenstein des Jahres", so könnte sie heuer dem Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny verliehen werden. Wallenstein, wie Schiller ihn beschreibt, war ein siegreicher, bewunderter Feldherr. Der Anfang seines Endes begann mit Zaudern und Wanken. Er entschied zu spät und zu ungenau, und er übersah, wie einige seiner vermeintlich Getreuen hinter seinem Rücken eigene Interessen verfolgten.
Noch nie waren so viele Gemälde Peruginos außerhalb Italiens wie derzeit in der Alten Pinakothek in München. Noch nie waren so hochkarätige italienische Renaissance-Porträts auf einmal zu sehen, wie derzeit in Berlin.
Da soll einer behaupten, Kulturpolitik sei nicht spannend! Dabei vermag ein einziger Museumsdirektor - diesfalls Gerald Matt von der Kunsthalle Wien - die Politiker in Rot, Schwarz und Grün in ein Tohuwabohu zu stürzen.
„ÖVP Wien zerfällt", schreiben die Kollegen der Innenpolitik. Und der Kritikrax der SN ätzte am Samstag: „Die ÖVP Wien sucht einen neuen Chef! Dabei wusste ich gar nicht, dass es diese Partei überhaupt noch gibt." Bitteschön, da ist aus der Kulturredaktion eine kleine Richtigstellung anzubringen: In der ÖVP Wien gibt es etwas, was in anderen Regionalformationen der ÖVP, ja, sogar in der gesamten SPÖ kaum noch wahrnehmbar ist: Kulturpolitik. Um die kümmert sich in der ÖVP Wien Isabella Leeb.
„Mich hat das zutiefst empört. Erst hab ich gedacht: Das ist ein Scherz! Das gibt's nicht!" Diesen Aufschrei könnte ein Kunstinteressierter ausstoßen, der den „project space" der Kunsthalle Wien am Karlsplatz besuchen will, aber den Eingang kaum findet. Auf der einen Seite macht sich eine schicke Bar samt immenser Terrasse breit, auf der anderen Seite prangt eine Textilwerbung.
Bald kann man sich auch im Kunsthistorischen Museum, dem Tempel der antiken und der alten Kunst, vor dem Neuen nicht mehr sicher sein. Ab nächstem Jahr ist kein Besucher mehr gefeit, auch dort auf moderne und zeitgenössische Kunst zu stoßen.
Es geht zu Ende, was in der Geschichte der Salzburger Festspiele einmalig ist: Eine Intendanz von der Kürze eines Jahres.







