Standpunkt

Ausgewählte Kommentare aus der SN-Redaktion zu den Themen des Tages.

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Neues von Karl Harb

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Der RH-Bericht über die Salzburger Festspiele ist deutlich: Er stellt die Frage nach der Verantwortung.
 
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Für die neue Intendantin der Szene Salzburg gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung. Angela Glechner hat für den Job, den sie am 1. Juni 2012 als Nachfolgerin des seit 30 Jahren amtierenden Michael Stolhofer antritt, eine lupenreine, maßgeschneiderte Biografie.
 
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Alexander Pereira spielt den Theaterdirektor von Goethe mit Begeisterung: Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen.
 
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Festspielzeit ist Goldes wert. Also werden jetzt Verdienst- und Ehrenzeichen, Medaillen und Nadeln en masse verliehen. Wofür?
 
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Von Festspielen wird gern Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit gefordert. Das Beispiel der Pfingstfestspiele, fünf Jahre lang mit einem namhaften Motor (Riccardo Muti) die musikhistorische und europäische Bedeutung der Neapolitanischen Schule in lehr- und facettenreichen Beispielen aus Oper, Oratorium und Konzert zu beleuchten, kam diesem Ideal tatsächlich nahe. 
 
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In nur dreieinhalb Wochen ist ein Coup der Sonderklasse geglückt: Die Osterfestspiele steigen wie Phönix aus der Asche.
Strategisch, organisatorisch und künstlerisch ist dem Intendanten der Salzburger Osterfestspiele, Peter Alward, ein Meisterstück gelungen. Der glänzend vernetzte, effektiv handelnde Festspielleiter, den am 13. Mai 2011 die Berliner Philharmoniker in einer stil- und würdelosen Aktion im Regen stehen ließen, kann jetzt garantieren, dass das von Herbert von Karajan gegründete  Festival 2017 seinen 50. Geburtstag wird feiern können - und das mit Glanz und Gloria. Denn die am Mittwoch offiziell verpflichtete Dresdener Staatskapelle und ihr designierter  Chefdirigent Christian Thielemann sind Luxusklasse für das Festival mit den höchsten Eintrittspreisen der Welt.
 
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Damit hatte derzeit niemand gerechnet. Zwar waren die Avancen, die das Festspielhaus Baden-Baden den Berliner Philharmonikern gemacht hatte, immer wieder heftig. Sie sollten schon einmal aus dem unsicheren Salzburg in die idyllische Kur- und zielstrebige Kulturstadt an der Oos übersiedeln.
 
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Drei Wünsche zur Biennale

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Am Ende der zweiten Salzburg Biennale steht eines fest: Das Publikum nimmt die Angebote mit Neugier und Begeisterung an, und es ist - bei einer gemeldeten Auslastung von 70 Prozent, die sich mit dem Augenschein deckt - nicht nur der Inner Circle vom Fach.
 
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Carl Philip von Maldeghem, seit zwei Jahren Intendant des Salzburger Landestheaters, entwickelt sich zum Musterknaben.
 
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Es wirkt wie ein Befreiungsschlag. Noch verwehrt das unansehnliche, baulich ohnehin verkorkste Mesnerstöckl den Durchblick zwischen Furtwänglergarten und Universitätsplatz. Er würde einen doppelt offenen Blick schaffen: vom Festspielbezirk auf den Grünmarkt (und umgekehrt) und - vielleicht sogar noch wichtiger - den Blick auf den gesamten barocken Baukörper der Kollegienkirche Fischers von Erlach.

 
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Ein Risiko, das sich lohnt

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Die Salzburger Mozartwoche hat profilierte Kontur gewonnen, die auch ein Auftrag für die Zukunft ist.
 
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Peter Stein hatte einst, nach der „Erfindung" der Pernerinsel, von einer „Schmuddelecke" gesprochen, wohin er junge hitzköpfige Regisseure einlade. Einen derartigen Nimbus hatte das 2002 eingerichtete Young Directors Project nie, weil es durch die deklarierte Wettbewerbssituation etablierter angesiedelt war, auch wenn es an einem „Nebenschauplatz" stattfindet.
 
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Von Rosen und Dornen

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Die blumigen Beschwichtigungen, die am Donnerstag vom  Vorsitzenden des Theaterausschusses, LH-Stv. David Brenner (SPÖ), gekommen sind, besagen wenig - und doch mehr. Auffällig streut er der „bewährten Kaufmännischen Leiterin" und ihrem „umsichtigen Wirken" Rosen. Gibt es also keine Dornen?

 
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Auf der Bühne des Salzburger Landestheaters herrscht Wonne, hinter den Kulissen nicht.


 
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Halbe Lösung

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Toni Stooss bleibt also Direktor des Museums der Moderne. Er hat sich dem neuen Bewerbungsverfahren gestellt und gegen sechs andere Kandidaten gewonnen. Auch wenn es „auf eigenen Wunsch" gewesen sein mag, dass er nur  die Hälfte der möglichen fünf weiteren Jahre in Anspruch nimmt: Glanzvoll scheint diese Kür nicht verlaufen zu sein.

 
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Nein, hier einmal kein Wort von allfälligen Malversationen oder kriminellen Machenschaften. Darüber soll anderswo zu Gericht gesessen werden. Wer die erste Opern- und Konzertserie der Salzburger Osterfestspiele 2010 miterlebt hat, weiß, dass Kunst ganz gut auch heilen kann. 
 
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Später Sieg der Vernunft

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Seit 1967 spielen die Berliner Philharmoniker die Opern und Konzerte der Osterfestspiele in Salzburg. Nur ein Mal gab es eine Ausnahme: 1990, ein Jahr nach Herbert von Karajans Tod und dem persönlichen Zerwürfnis mit seinem „Lebensorchester", war das Leipziger Gewandhausorchester unter Kurt Masur eingesprungen. Das ist eine große, wohl auch verpflichtende Tradition, die man nicht ohne Weiteres aufgibt. Denn nun hat die Orchesterversammlung der Berliner Philharmoniker eindeutig für die Fortsetzung des Engagements in Salzburg votiert. Auch nach 2012 - bis dahin ist das Programm fixiert - wird man nach Salzburg kommen.
 
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IIn der Vorwoche schritten kulturelle Meinungsträger Salzburgs, vom neuen Landestheaterintendanten bis zum alt eingesessenen Präsidenten der Internationalen Stiftung Mozarteum, zu einer bemerkenswerten Tat. Sie monierten in einer Presseerklärung eine angemessenere Kulturpolitik für Land und Stadt.
 
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Ein solches „Vorspiel auf dem Theater", wie es sich drei Tage vor der Premiere der neuen Intendanz des Salzburger Landestheaters abspielt, ist die Hölle. Dabei geht es (noch) gar nicht um Goethes „Faust", den der Intendant erst in zwei Wochen herausbringen wird. Es geht auch nur mittelbar um Mozart - insofern nämlich, als das in Zukunft das Herzstück des musikalischen Theaterrepertoires in Salzburg sein soll.
 
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Nach 37 Spieltagen und 200 Aufführungen gehen am Sonntag die Salzburger Festspiele 2009 zu Ende. Die künstlerische Bilanz war, wie bei einem derartigen Großunternehmen nicht anders möglich, gut durchwachsen. Wieder war der große Sieger das Konzert, das in einzigartiger Mischung aus kluger, intelligenter Programmierung und sinnlicher inhaltlicher Vermittlung selbst in schwächeren Momenten Festspielformat hatte.