Standpunkt

Ausgewählte Kommentare aus der SN-Redaktion zu den Themen des Tages.

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Neues von Helmut Schliesselberger

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"Skandal", brüllt die schwarze Lehrergewerkschaft. Dieser Aufschrei wäre durchaus  berechtigt,  wenn er dem Umstand gälte, dass Kinder aus bildungsfernen Schichten  in unserem Bildungssystem   systematisch diskriminiert werden. Das war aber nicht gemeint.

 
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(K)ein Vergleich: Von Polit-Alltags-Dramen, die weit weg von griechischen Tragödien sind und dennoch viel Schaden anrichten.
 
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Kaum verdiente  Erfolgsmeldung am Rande der konfusen und ziellosen Unizugangspolitik:  Der  EuGH lässt die Medizinerquote leben.


 
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Dialoge abzubrechen, wie es nun die Rektoren getan haben, ist meist ein Fehler. Doch mit dem  Beschwichtigungsevent, mit dem sich Johannes Hahn bis zum EU-Amtsantritt  über die Runden rettete,  war von Anfang an wenig zu gewinnen. Der Dialog stockte im Dunkel einer ungewissen finanziellen Uni-Zukunft  und im Halbdunkel der unipolitisch total zerstrittenen Regierung.   
 
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Sitzblockaden und hektische Aktionen, das ist die Strategie der Uni-Protestierer und leider auch die Realität der Bildungspolitik.
 
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Beatrix Karl hat  als Politikerin, Professorin und Uni-Gesetz-Expertin  große Startvorteile. Aber der Finanzminister muss ihr helfen.

 
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Die Probleme der Unis werden uns noch lange begleiten. Der Politik fehlt es an Ideen. Visionen verlangt ohnehin keiner mehr.

 
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Die etablierte Politik blickt paralysiert  in Richtung Audimax.   Und es ist  längst nicht nur die etablierte Uni-Politik in Gestalt der hilflosen Hochschülerschaft, die den Protesten  verdattert von der Galerie aus  zusieht.   Hilflos auf der Galerie sitzt auch die große Politik, die der um  ihre Zukunftschancen  kämpfenden Jugend - fast zum Hohn    - reflexartig nur neue Zugangshürden als Lösung anbietet.
 
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Die große Uni-Protestveranstaltung  im Wiener Audimax, die  eigentlich  aus einer missratenen  Einzelaktion  der Akademie der bildenden Künste  gegen  das Bachelor-System entstand,  dürfte - weil  studentische  Lebensrealität ist, wie sie ist  - übers lange Wochenende versiegen.




 
 
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Für Bildungsforscher ist klar, dass bei neun Wochen Sommerferien viel Erlerntes verloren geht. Und die einst so wichtige sommerliche Schüler-Feldarbeit zählt als Grund für X-Large-Sommerferien auch nicht mehr.
Herbstferien bei gleichzeitiger Verkürzung der Sommerferien sind sinnvoll. Die Hotellerie freut sich auch, zumindest solange, als die Salzburger im Herbst nicht geballt in den milden Süden fliehen.
 
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Aus der heurigen Weihnachtsansprache von Johannes Hahn: „Ich kann euch nichts geben, ich kann euch für den Hörsaal, wenn ihr überhaupt einen habt, keinen Sitzplatz geben, keinen Professor, der euch anders als via  Multiple-Choice-Test begegnet, keinen Arbeitsmarkt, der euch mit dem  Bachelor-Abschluss  nimmt.  Ich kann  euch nur bitten, glaubt mir, dass mit Studiengebühren alles besser wäre!" 
 
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Unterstützungsarmes Arbeitsumfeld: Diese Diagnose gilt nicht nur für Lehrer,  sondern für alle,  die  echte  Schulreformen anstreben. 

 
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Wenn unser Bildungsministerduo in der Krise auf Uralt-Sparideen zurückgreift, kann das schnell in die (längst nicht mehr vorhandenen Spendier-)Hosen gehen. Claudia Schmied zauberte aus Geldnot den Mehrunterricht aus dem Hut, der 2003 diskutiert und verworfen wurde. Auch über Millionen fürs europäische Kernforschungszentrum CERN wurde immer wieder debattiert. Nun dreht Minister Hahn denselben zu - kurz bevor der neue Teilchenbeschleuniger loslegt, bei dem es sich laut Experten um eine „Nobelpreis-Maschine" handelt. 
 
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Die Positionen im Schulstreit zwischen Schulministerin Claudia Schmied und der nicht nur in diesem Fall unerträglich  mauernden Lehrergewerkschaft  sind derart  festgelegt und zu gleich derart weit auseinander, dass eine Annäherung de facto nicht  möglich ist. Zumindest nicht, ohne dass eine Seite als Total-Umfaller da steht und  das Gesicht verliert.

 
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Es gab  harte Proteste und Demonstrationen. Lange Zeit  beherrschte  das Thema die Debatte und überdeckte die eigentliche Bildungsmisere.  Und am  Ende kam der große Abschlussgag: Die Studiengebühren  wurden, als sie nach Jahren  endlich akzeptiert waren, wieder abgeschafft.
Eine Stunde  ihres so vehement verfochtenen Mehrunterrichtssvorschlags hat Unterrichtsministerin Claudia Schmied selbst schon wieder abgeschafft, nach sieben Wochen Stillstands-Gezerre mit den Betonschädeln der Gewerkschaft.


 
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Versuche es erneut, scheitere erneut, scheitere besser!" Dieses Beckett-Zitat steht in großen Buchstaben auf Englisch auf dem Teppich im Büro von Ministerin Claudia Schmied. Dass sie  besser scheitert als ihre Vorgängerin Elisabeth Gehrer, die selbst Teil des (Blockade-) Problems im Schulsystem war, ist ihr zuzugestehen. Aber wohl kein Trost.

Streik liegt in der Luft. Der Kompromiss, den Schmied den Lehrern ungeschickterweise erneut über die Medien ausrichtete, wurde brüsk abgelehnt. Vielleicht ist es auch ganz gut so. Unser Schulsystem ist seit Jahrzehnten ein einziger fauler Kompromiss. Ein fauler Politkompromiss aus wechselseitigem Misstrauen und ideologischer  Reformblockade, bei der  Chancengerechtigkeit aber auch Leistung auf der Strecke blieben. Ein unsäglich teurer Kompromiss noch dazu.

 
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Beschäftigte in vielen Branchen haben Angst vor Kurzarbeit, die Lehrer müssen länger arbeiten. Mit einer Krise lässt sich eben alles rechtfertigen.  Sie ist ein guter Vorwand,  Maßnahmen durchzudrücken, die man sonst nie gewagt hätte.   Das wird bei Verschärfung  der Krise übrigens bald  die  ganze Bevölkerung  merken.
 
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Der  Titel ist zu reißerisch, die erneute Niederlage unserer ABC-Schützen hat  nichts mit Krieg  zu tun,  aber  die  Parallelen zwischen  Schul- und verstocktem Heerwesen sind doch verblüffend.
Nicht nur,  weil  Mädchen offenbar in Heer und Volksschule mehr zu kämpfen haben.  Nicht nur, weil ABC-Schützen, die wegen Sprachproblemen nicht mithalten können, erst die ganze Truppe aufhalten und dann zurückgelassen werden. Sie  müssen oft vier Volksschuljahre  hinten nach marschieren. Dann droht Strafkompanie, Sonderschule, 2.  Klassenzug.  Bei der Ausmusterung können sie  nicht lesen. 

 
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Können wir im internationalen Uni-Vergleich noch weiter abrutschen als in allen Fußball- Ranglisten? Wir können - und wir werden. Würden heute grantige Vereinspräsidenten zum ÖFB-Chef marschieren, um sich über die katastrophale Lage des Fußballs zu beklagen, das mediale Echo wäre viel größer. Aber heute gehen nur aufgebrachte Rektoren zum Wissenschaftsminister. Sonst ist gar nicht so viel Unterschied - leider.
 
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Studiengebühren sind längst kein Symbol mehr für  freien oder nicht  so freien Unizugang - sie sind ein Symbol für patscherte Politik -   für Umfaller und   Etikettenschwindel.