Standpunkt

Ausgewählte Kommentare aus der SN-Redaktion zu den Themen des Tages.

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Neues von Hans Gmeiner

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O Bioland Österreich! Man mag nicht glauben, was sich da im Handel mit Biogetreide abspielt. Da scheinen alle Dämme gebrochen. Woran soll man noch glauben? Und wem? Die Glaubwürdigkeit einer ganzen Branche steht auf dem Spiel.


 

 
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Die  Preise für Agrarprodukte sind nach dem Höhenflug im Vorjahr wieder auf Talfahrt.  Teilweise fielen sie bereits  unter das Niveau, auf dem sie vorher lagen. Da ist es nur logisch, dass jetzt auch die Lebensmittel in den Supermärkten wieder billiger werden.

 
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Statistiken können mitunter sehr schnell sehr alt ausschauen. Zumal dann, wenn sie mit Themen von großer Dynamik zu tun haben. Neuerdings zählt dazu auch ein Wirtschaftszweig,  von dem man das vor Jahresfrist noch kaum für möglich hielt - die Landwirtschaft. „Hohe Getreidepreise bescherten Bauern 2007 mehr Einkommen" vermeldete Statistik Austria in der Vorwoche. Und Landwirtschaftsminister Pröll präsentierte den Grünen Bericht unter dem Titel „Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft je Betrieb um 14,4 Prozent höher als 2006".


 
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Die Sicherung der Qualität und Transparenz in der Lebensmittelerzeugung ist in den vergangenen Jahren ein Millionengeschäft geworden. Das Landwirtschaftsministerium und die Agrarreferenten der Länder spielen dabei munter mit. 1,5 Millionen Euro für Lamperts „prüf nach"-Siegel, 400.000 Euro Starthilfe für Fischlers „gut so", ein paar tausend Euro für diese Regionalmarke,  ein paar tausend Euro für jene Initiative  - man will ja  nicht kleinlich sein, wenn es gilt, der Landwirtschaft zu helfen.

 
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Noch vor wenigen Monaten hieß es „Bio sucht Bauer". Und nun das - Absatzschwierigkeiten da und dort, Verkaufsrückgänge, Überangebot, Druck auf die Preise. Nicht wirklich Besorgnis erregend zwar, aber Zeichen dafür, dass in der Bio-Landwirtschaft mit einem Mal ein anderer Wind weht.


„Wieviel Bio brauche ich wirklich?" fragen sich Konsumenten angesichts der Preise immer öfter und greifen statt zum Bio-Ei lieber zum gewöhnlichen Freiland-Ei, das, wiewohl teuer genug geworden, immer noch billiger ist. Und die Produkte aus der Bergbauernmilch beim Diskonter sind nicht nur billiger, sondern ohnehin praktisch Bio - nur halt ohne Brief und Siegel. Sagt doch sogar der Herr mit dem Rauschebart, der einstige Bio-Papst.
Der Diskonter Hofer spielt mit der Marke „zurück zum Ursprung", für die biologische Produktion kein Muss ist, bereits geschickt in diesem bislang leeren Raum zwischen biologischer und konventioneller Landwirtschaft. Im Herbst kommt mit „gut so" eine weitere Marke auf den Markt, die ganz bewusst auf das Etikett Bio verzichtet und andere Produktmerkmale in den Vordergrund stellt.
Da müssen die Biobauern auf der Hut sein, ist es doch für sie mitunter schon schwierig genug, sich von der ganz normalen heimischen Landwirtschaft abzugrenzen, die kaum etwas mit industrieller Produktion am Hut hat und bei den Konsumenten hoch geschätzt wird.
Da kann das Profil und damit die Abgrenzung zu anderen Produktionsweisen gar nicht scharf genug sein.
Es wird schon ein gutes Stück Taktik dabei sein, wenn der Handel vor übertriebenen Preisvorstellungen und den immer größeren Abständen zu den Preisen konventioneller Produkte warnt. Aber die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Nicht nur bei Eiern und Geflügel. Auch bei Getreide, dem für alle Bio-Sparten zentralen Markt. Die Preise dort werden in die Höhe lizitiert, während sie im konventionellen Bereich sinken. Damit wird Biofutter noch teurer und die Bio-Tierhalter werden es noch schwerer haben, sich gegen die konventionelle Konkurrenz zu behaupten.


 

 
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Die Bauernpreise für Milch gehen hinunter, die Preise, die man als Konsument für Trinkmilch und Butter zu zahlen hat, steigen. Da verstehe noch einer die Welt.
Einfache Erklärungsmuster erweisen sich da als unzulänglich. Faktum ist: Es gibt seit geraumer Zeit in ganz Europa zuviel Milch. Das drückt auf die Erzeugerpreise, die zu Sommerbeginn traditionell am jährlichen Tiefpunkt anlangen. 
 
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Zu Mittag ging nichts mehr. Die Internetseite, auf der die AMA seit Montag 8.00 Uhr die Ausgleichszahlungen für die Landwirtschaft veröffentlicht, war nicht mehr zu erreichen. Ein Indiz dafür, dass die Zahlen für viele interessant sind.
Das verwundert nicht. Denn erstmals ist Schwarz auf Weiß nachzulesen, wie viel jeder Agrarbetrieb und jeder Bauer in Österreich an Förderungen bekommt - von den 6,7 Mill. Euro für den Red-Bull-Abfüller Rauch bis zu den 33 Cent für eine steirische Bäuerin.

 
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Die Milchbauern, ihre gewählten und ihre selbst ernannten Vertreter sind, so scheint es, immer noch ganz benommen von dem, was vorige Woche zwischen Stall, Güllegrube und Molkereien abging.
Die einen versuchen sich wortreich für ihre Linie zu rechtfertigen, die von vielen Bauern als Nichtstun empfunden wurde. Die anderen wissen auch eine Woche nach Ende ihres so überraschend ausgerufenen wie abrupt abgebrochenen Milchlieferstreiks noch immer nicht recht, wie es nun weitergehen soll.
 
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Milch ist eines der wichtigsten und gesündesten Lebensmittel. Für die Bauern, zumal die österreichischen, ist sie das bedeutendste Produkt, das sie erzeugen. „Weißes Gold" nennen sie Milch gerne voller Stolz.
 
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