Neues von Hans Gmeiner
Jetzt also auch die Masthühner. Nach den Kühen und den Legehennen kommt bald auch bei ihnen nur mehr Schrot aus GVO-freiem Soja ins Futter. Österreich ist damit international Vorreiter. Toll eigentlich.
Der Strukturwandel in der heimischen Landwirtschaft wird zu einem Thema für die Selbstversorgung Österreichs mit Nahrungsmitteln. Längst geben nicht nur Kleinbetriebe in schlechten Lagen auf. Am stärksten ist der Rückgang der Zahl der Bauern in den guten Produktionsgebieten und mit an sich guten Produktionsvoraussetzungen, wo sie zumeist auch entsprechende Mengen produzierten.
Zu beneiden ist die Agrarpolitik nicht. Und zu bemitleiden schon gar nicht.
Die Verfütterung von Tiermehl soll wieder erlaubt werden. Ein Gruselthema? Mitnichten - zumal dann, wenn es so kommt, wie es derzeit diskutiert wird. Man ist sich in agrarischen Kreisen und in Brüssel der Sensibilität des Themas bewusst und hat vor, alle Vorsicht walten zu lassen. Mit Wiederkäuern, also Rindern, will man sich erst gar nichts anfangen, da wird das Verfütterungsverbot nicht angegriffen.
Auf den ersten Blick mag den Tierschützern, der Volksanwaltschaft und den Plänen von Gesundheitsminister Alois Stöger, die Kastenstände in der Schweinezucht zu verbieten, zuzustimmen sein. Aber nur auf den ersten Blick.
Die Gier nach billigen Lebensmitteln sorgte dafür, dass man sich weltweit vor einem einzigen Futtermischer fürchten muss.
Das hat sich inzwischen geändert. Heimischer Käse und all die anderen Produkte, die die Molkereien erzeugen, können sich auch international sehen lassen.
Gern versuchen vorzugsweise Menschen, die mit der Landwirtschaft nichts zu tun haben, die Bauern gegeneinander auszuspielen. Die so beliebte wie falsche Methode dabei, der sich zuletzt auch Staatssekretär Schieder bediente: Man verwechselt Agrar- mit Sozialpolitik, mischt reichlich vorhandene Zahlen durcheinander und heizt die Diskussion Groß gegen Klein an. Dabei hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. Gelder aus den Agrartöpfen gibt es als Unterstützung auf Märkten, die geöffnet wurden zur Förderung von Bewirtschaftsformen, als Entschädigung für Bewirtschaftungserschwernisse und für Umweltprogramme. Aber nicht aus sozialen Gründen wie Bedürftigkeit oder Notsituationen.
Die Preisschlacht im Lebensmittelhandel zieht immer weitere Kreise. Jetzt stimmen auch die Biobauern in das Klagelied ein. Sie können sich dem Preissog nicht entziehen. Wird der Preisabstand zwischen biologischer und konventioneller Ware zu groß, bleibt die Bioware liegen.
Die „Guerilleros" von der IG-Milch, als die sie sich neuerdings sehen, legen sich die Latte hoch und gehen aufs Ganze.



