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Ausgewählte Kommentare aus der SN-Redaktion zu den Themen des Tages.

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Neues von Hannes Winklbauer

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Nach jeder Fußball-Weltmeisterschaft werden üblicherweise die Weichen in punkto Taktik und  Spielanlage neu gestellt. Diesmal nicht. Denn es bleibt alles beim Alten. Es wurde zwar immer wieder die Offensive gepredigt, aber schlussendlich setzte die Mehrzahl der 32 Teams doch in erster Linie auf die Defensive. Systemeifer war angesagt und das Spielfeld wurde allzu häufig in einen einzigen Sicherheitstrakt verwandelt. Warum? Es war die Angst. Die Angst davor, vorzeitig ein Gegentor einzufangen und damit auf die Verliererstraße zu geraten.  
 
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Jetzt sind es also nur mehr zwei Spiele - das Finale am Sonntag und die weniger geliebte Partie um Platz drei am Samstag. Dann ist die WM-Endrunde 2010 wieder Vergangenheit. So viel ist aber schon sicher: Es gibt nichts Neues auf dem Sektor Fußball auf höchster Ebene: Raumdeckung, viel Sicherheit, wenig Risiko, Viererkette, meist nur eine Spitze - das kennt man in diesem Sport seit längerem. Neu war (beziehungsweise ist) der Ball. Und er ist ganz anders als seine vielen Vorgänger.
 
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1966 war es eine fragwürdige Entscheidung, diesmal eine Entscheidung, die keiner Frage würdig ist: Was sich das Schiedsrichterteam geleistet hat, war klarer Torraub an England: Die bisher größte Fehlleistung dieser WM. England hätte mit seinem aberkannten Tor den Rückstand gegen Deutschland aufgeholt. Und dann  hätte  vielleicht alles ganz anders ausgesehen.
 
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Irren  ist menschlich. Und Schiedsrichter sind auch nur Menschen. Daher kann schon mal ein falscher Pfiff passieren. Das liegt in der Natur der Sache. Aber manche der Unparteiischen  gebärden sich bei der Weltmeisterschaft wie Götter in Schwarz, auch wenn sie nun immer öfter blau, gelb oder rot tragen. Sie agieren überheblich und arrogant und legen ein unerträgliches Herrschaftsgehabe an den Tag. Vor allem dann, wenn sie einen vermeintlichen Übeltäter zu sich zitieren. Das ist schlimm genug. Aber das Schlimmste ist, dass einige von ihnen keine Ahnung haben. Sie wissen nicht, was ein Foul ist, ein absichtliches Foul, eine Tätlichkeit oder bloß eine Attacke, die in der Hitze des Gefechtes wie ein Vergehen aussieht.
 
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Toller Angriffsfußball, tolle Kombinationen, viel Offensive und ein klarer Sieg gegen Australien: Natürlich wurde die Truppe von Joachim Löw nach der grandiosen Vorstellung im ersten WM-Spiel als einer der großen Anwärter für den Titel gehandelt. Und natürlich dachte jeder, dass Deutschland mit einem Sieg gegen Serbien schon vorzeitig den Aufstieg klar machen würde. Denn es war ja auch fast ein Heimspiel für den dreimaligen Weltmeister. Das Nelson Mandela Bay-Stadion war großteils mit deutschen Fans gefüllt. Vor den Toren der Arena liegt außerdem ein VW-Werk (der Autokonzern hat zuletzt in die Produktion für die Fahrzeuge mit Linksverkehr vier Milliarden Euro investiert).
 
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Deutschland hat Australien mit 4:0 besiegt. Na und, könnte man dennoch sagen. Gegen Australien muss ein Team, das den WM-Titel holen will, ohnehin gewinnen. Aber es war das Wie, das Respekt abverlangt. Denn es war ein spielerisches Feuerwerk, das die Kicker des dreifachen Weltmeisters  abbrannten. Damit bestätigte die Truppe von Joachim Löw, was schon im Vorfeld der WM   leicht  zu erahnen war: Deutschland wird bei der Titelvergabe ein Wörtchen mitreden.

 
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Aus und vorbei. Salzburg ist aus dem internationalen Bewerb ausgeschieden.  Der Traum vom  Höhenflug  bis ins Finale ist  zu Ende. Schade.  Denn Salzburg hat am Donnerstag ein wirklich gutes Spiel gemacht.  Woran lag es dann, dass die Bullen das Märchen Europacup nicht weiterträumen konnten? 
 
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Klasse und Routine sind im Fußball durch nichts zu ersetzen. Und erst recht nicht ein Torjäger. Was nützt es, wenn die Mannschaft kämpft, das Spiel antreibt, wenn dann im Strafraum Funkstille herrscht? Diese Problem hat  Salzburg nicht. Österreichs Fußballmeister verfügt über  Marc Janko. Und der war in Lüttich einmal mehr eine Bank, was die Torgefährlichkeit betraf. Und er lenkte das Spiel mit zwei Toren vorerst in die richtige Bahn.

 
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Zwei Angreifer ist einer zu viel. Das sei die Einstellung von Huub Stevens. Das behauptete man zumindest.  Doch das ist nun Vergangenheit. Der  Niederländer hat nun  im wahrsten Sinne des  Wortes die Flucht  nach vorn angetreten. Die Bullen spielen neuerdings mit einem Defensiven im Mittelfeld weniger und einem Angreifer mehr.  In Ried waren dies  Marc Janko und  Roman Wallner.

 
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Red Bull hat Nägel mit Köpfen gemacht. Das heißt im Klartext:  Der Vertrag von Trainer Huub Stevens wurde bis 2012 verlängert. Gut so.  Damit ist richtige Mann am richtigen Platz. Und damit scheint auch die so wichtige Anhebung des Niveaus und die  Weiterentwicklung der Mannschaft garantiert.  Die Basis  dafür hat Manager Dietmar Beiersdorfer  ohnehin schon mit der Personalpolitik im Winter gelegt.


 
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Deutschland, Türkei, Belgien, Kasachstan und Aserbaidschan: Das sind unsere Gegner in der EM-Qualifikation. Ist das nun eine leichte oder eine  schwierige Gruppe?
 
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Fünf Spiele, fünf Siege:  Red Bull    Salzburg hat   souverän die nächste  Runde  der Europaliga  erreicht. Damit haben sich die Investitionen  des  Weltkonzerns  erstmals auch international sportlich niedergeschlagen.  Vater des Erfolges  ist unbestritten Trainer Huub Stevens - und dessen  Konzept. Das sah  gegen Lazio wie immer aus:  Viel Defensive, enge Räume,  wenig Fehler, gepaart mit dem Mut zu schnellen Angriffen. Nicht immer, aber mitunter  war das Spiel  der Bullen auch richtig schön. Aber das ist zweitrangig.   Was zählt ist der Erfolg. Und  mit diesem Konzept  können  die Bullen auch im Frühjahr für Furore sorgen. Denn es  ist eines, mit dem  auch größere Kaliber   in die Knie gezwungen werden können. Auf solche dürfen die Bullen nun hoffen. Damit auch auf ein ausverkauftes Stadion. Auf die  Fans warten im Frühjahr erneut tolle Gegner und tolle Spiele - und höchstwahrscheinlich auch der eine oder andere attraktive neue Spieler.
 
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Zu wenig Risiko

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Zuerst kommt die Arbeit, dann das Vergnügen. Sowohl Huub Stevens als auch Peter Pacult  hatten ihre Teams in ein Defensivkorsett gepresst. Und das sah  lange Zeit so aus: Lieber ein   gewonnener  Zweikampf  als ein Hauch von Kreativität. Lieber zwei Schritte zurück als im Spiel nach vorn etwas zu riskieren.  
 
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Bisher war in Österreichs  Nationalteam in der Ära Didi Constantini alles eitel Wonne. Zumindest in sportlicher Hinsicht. Die Ergebnisse des ÖFB-Teams unter dem neuen Teamchef können sich sehen lassen. Die Leistungen auch.
 
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 Hannes WinklbauerHätte Teamchef Dietmar Constantini Martin Stranzl und Andreas Ivanschitz in den Teamkader gegen Spanien einberufen, wäre ihm wohl einiges an Kritik erspart geblieben. Das hat er aber nicht getan. Constantini hat wie jeder Trainer, seine Vorstellungen und von diesen weicht er nicht ab. In seinem Konzept ist zurzeit kein Platz für Ivanschitz und Stranzl. Das mag aus der Sicht der beiden Spieler  ungerecht sein. Constantini nimmt ein hohes Risiko auf sich. Denn die Gefahr, dass ihm seine Personalentscheidung für das Länderspiel gegen den Europameister Spanien auf dem Kopf fallen könnte, ist groß. Aber andererseits: Es hat in der Vergangenheit unzählige Spiele mit Ivanschitz und Stranzl gegeben, die nicht gerade das Gelbe vom Ei waren. Und auch mit diesen beiden Herren war das ÖFB-Team in der Weltrangliste ins Niemandsland abgerutscht.
 
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Vor ein paar Wochen herrschte  noch  Jubel, Trubel, Heiterkeit im heimischen Fußball. Zu Recht. Denn  da hatten  Österreichs Klubs international noch groß aufgespielt.   Schön und gut,  aber leider Vergangenheit. 
 
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An Reife gewonnen

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Wer hätte das gedacht? Red Bull Salzburg hat  nach vier von sechs Partien den Aufstieg in die nächste Runde der Europaliga so gut wie sicher geschafft.  Nur mehr zwei hohe Niederlagen - daheim gegen Lazio Rom und bei Villarreal - könnten den Traum platzen lassen. Dabei waren die Bullen als krasser Außenseiter in das Rennen gegangen.  
 
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Vor drei  Wochen herrschte großer Jubel über das Abschneiden der heimischen Teams in der Europaliga.  Ganz nach dem Motto: Hurra, wir sind endlich wieder wer. Nach Runde drei hält sich die Euphorie   allerdings  in Grenzen.  Rapid Wien kassierte  eine 1:5-Schlappe  in Tel Aviv, Sturm ein 0:1 bei Panathinaikos.  Die  Wiener Austria schaffte immerhin ein 2:2 gegen Bremen.  Und   Salzburg  setzte mit einem hochverdienten 1:0 gegen Lewski Sofia den Höhenflug fort.


 
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Wie schon in den Partien gegen Lazio Rom und Villarreal haben die Bullen auch gegen  Sofia all ihre Möglichkeiten  ausgeschöpft   und  in die Waagschale geworfen.     Hatten sie  mit  dieser Einstellung in den ersten beiden Spielen  der Europaliga auch spielerisch ihren  Horizont erheblich erweitert,  gelang das diesmal nicht in diesem Ausmaß. Das hatte seinen   guten Grund.   Während die Spanier ihr Heil  in der Offensive gesucht hatten, konzentrierten sich die Bulgaren meist darauf, die Defensive zu stärken. Wenn die Räume eng gemacht werden, ist  der Weg zum gegnerischen  Tor eben weit.  

Gegner wie Sofia sind daher weit unangenehmer und  schwieriger zu besiegen als  jene, die auf spielerische Qualitäten setzen.  Die Bullen haben daher genau das Richtige gemacht. Sie   haben  nie die Abwehr  entblößt und dennoch  den nötigen Druck  erzeugt.  Am  Ende  zählt ohnehin nur das Resultat.  Und die Zahlen sprechen eine klare Sprache:  Drei Spiele, neun Punkte.  Die Bullen haben  im laufenden Bewerb   nicht nur gezeigt, dass sie scheinbar übermächtigen Gegnern  mit gefährlichen Kontern das Fürchten lehren, sondern  auch   destruktiv eingestellte Mannschaften   in die Knie zwingen können.   

 Wenn man so will, war der Sieg am  Donnerstag eine erneute  Reifeprüfung der  Truppe von Huub Stevens.     Der Bullencoach  hatte sich nicht von seinem Weg abbringen  lassen und  seine  Truppe mit einer perfekten  Mischung  aus Offensive und Sicherheit ins Spiel geschickt.   Ganz nach dem Motto: Weniger ist oft mehr.    Genau so abgeklärt muss man, will man im international Geschäft erfolgreich sein,  gegen einen  Gegner wie Sofia spielen.
 
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Österreichs Fußball ist erneut bei einer WM-Endrunde nur Zuseher. Ist nun der dritte Platz ein guter oder nicht? Die Zahlen sagen Nein. Dennoch war nicht alles schlecht an der Qualifikation.