Beim Automatenglücksspiel wird mit harten Bandagen gekämpft. Automaten mit geringen Spieleinsätzen sind Landessache. Die Novelle des Glücksspielgesetzes im Vorjahr schraubte hier die Grenze auf bis zu zehn Euro Einsatz pro Spiel um das 20-Fache nach oben. Der Gesetzgeber hat den Rahmen für legales Automatenspiel also wesentlich ausgeweitet. Die Verantwortung für die Einhaltung der Bestimmungen wiegt daher umso schwerer.
In Österreich haben nach Schätzungen rund 250.000 Haushalte ernsthafte
Probleme, ihre fälligen Zahlungen zu leisten. Die Zahl von rund 10.000
Privatkonkursen pro Jahr erscheint vor diesem Hintergrund gar nicht so
groß.
Heimische Biomasse galt vielfach als eine traumhafte Lösung der Energieprobleme - kostengünstig vor der Haustür verfügbar, sollte sie die Abhängigkeit von Öl und Gas reduzieren. Doch die Euphorie ist längst verflogen. Die Bundesforste als größter Holzlieferant verabschieden sich gerade.
Es ist schon erstaunlich: Beim Strom wechseln höchstens zwei Prozent
der vier Millionen Haushalte im Jahr zu einem günstigeren Anbieter. Bei
Erdgas liegt die Wechselrate von etwa einer Million Endkunden unter
einem Prozent, also praktisch unter der Wahrnehmungsschwelle. Obwohl
die Konsumenten also in liberalisierten Märkten seit rund zehn Jahren
die Wahl haben, nutzen sie ihre Macht kaum aus.
Über die steigenden Ölpreise regen wir uns regelmäßig auf - zu Recht,
denn Heizöl war im März im Jahresvergleich um 29 Prozent teurer. Bei
Treibstoffen machte die Teuerung dagegen auch nur geringfügig weniger
aus. Dass die Preise bei Obst ebenfalls um ein Viertel und bei Kaffee
um ein Fünftel anzogen, ist schon weitaus weniger bewusst. Bekleidung
wurde seit Februar gar um 13 Prozent teurer, Schuhe um sechs Prozent.
Billiger wurde außer Flugreisen (elf Prozent), Neuwagen (ein Prozent)
und Gemüse (zwei Prozent) fast nichts.
Offiziell sind Spielautomaten in Salzburg verboten und dennoch sind geschätzte 2500 Geräte in Betrieb. Seltsam genug, aber wenn bei den Kontrollen nicht einmal die Behörden an einem Strang ziehen, lachen sich die Betreiber erst recht ins Fäustchen.
Käufliche Nationalratsabgeordnete auf der einen Seite und auf der
anderen in Hinterzimmern rücksichtslose Interessenvertreter, die mit
Geld um sich werfen? Das ist sicher ein falscher Eindruck des
heimischen Parlamentarismus und dennoch kommen beide Seiten, sowohl
Lobbyisten als auch Politiker, regelmäßig in diesen Geruch, von dem
auch Ernst Strasser sprach.
Die Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren, ist im Straßenverkehr äußerst schwierig. Das zeigt sich auch bei Biotreibstoffen. Selbst wenn der Anteil der Beimischung zu Benzin oder Diesel nur leicht erhöht wird, sind in Österreich gleich Hunderttausende Autofahrer - oder wie in Deutschland einige Millionen - betroffen.
Die steigenden Zahlen bei den Privatkonkursen zeigen einerseits, dass
das Instrument zur Entschuldung immer stärker angenommen wird. Zum Teil
spiegeln sich darin auch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise sowie das
Scheitern, wenn sich Familien mit Ratenzahlungen übernommen haben.
Extremfälle - etwa ein Salzburger, bei dem sich bei sieben
Telefonanbietern insgesamt 8000 Euro Schulden angehäuft hatten -
illustrieren aber auch eine gewisse Sorglosigkeit.
Bei der Lehrlingsförderung gibt es gut zwei Jahre nach der
Neuausrichtung bereits Probleme. Wirtschaftsminister Reinhold
Mitterlehner argumentiert, er sei nur für die rechtliche Umsetzung
zuständig und habe wie ein ordentlicher Kaufmann die Notbremse ziehen
müssen.
Beim Glücksspiel bringt das neue Jahr einige Änderungen. Die Regierung
kann nur hoffen, dass die angestrebten Verbesserungen vor dem
Europäischen Gerichtshof halten.
Der Beschluss zur Lkw-Maut im EU-Ministerrat fiel an einem symbolträchtigen Tag. Nur gut eine Stunde, bevor einige hundert Kilometer weiter südlich tief unter den Schweizer Alpen der Durchstich für den längsten Eisenbahntunnel der Welt gefeiert wurde, gelang in Luxemburg denkbar knapp ein Minimalkompromiss zur Eurovignette.
Was in der Justiz mitunter die Gutachter machen, nämlich Erkenntnisse
liefern, für die der bloße Hausverstand ausreichte, das tun in der
Wirtschaft manchmal die Berater. Fachwissen von außen zu holen, ist
vielfach unverzichtbar. Mit fetten Aufträgen an manchmal wenig
versierte Vermittler lässt sich aber auch viel Schindluder treiben. So
muss man die Frage stellen, wozu bei einer öffentlichen Vergabe wie
den Bundeswohnungen ein Interessent überhaupt Berater benötigt, um
besser an den Auftrag zu gelangen, wenn laut Gesetz ohnehin nach
objektiven Kriterien entschieden wird. Die Antworten in der
Buwog-Affäre wird die Justiz liefern, auch wenn sie Ex-Finanzminister
Karl-Heinz Grasser lange unbehelligt ließ.
Keiner will's gewesen sein: Kanzler und Vizekanzler reden nicht einmal zu einer unnötigen Flugticketsteuer Klartext. Die deutsche Bundesregierung beschloss vor zwei Wochen ziemlich überraschend, auf Flugtickets bei allen Abflügen aus Deutschland einen Zuschlag einzuheben. Da fragt sich der gelernte Österreicher natürlich, ob Österreich bei dieser Geldbeschaffungsmaßnahme ohne Lenkungseffekt nachzieht. Doch nicht einmal dazu gibt es eine klare Auskunft. Im Kanzleramt von Werner Faymann heißt es, man könne erst über Vorschläge diskutieren, wenn der zuständige Finanzminister welche vorgelegt habe. Beim angesprochenen Vizekanzler Josef Pröll wird lapidar darauf verwiesen, dass sich schließlich die Kanzlerpartei ständig in neuen Steuerideen ergehe. Seit Monaten werden die Bürger sowohl über die Sparkonzepte als auch neue Belastungen im Unklaren gelassen. Wien-Wahl hin, Urnengang in der Steiermark her: An der Verhöhnung der Wähler ändert das nichts.