Standpunkt

Ausgewählte Kommentare aus der SN-Redaktion zu den Themen des Tages.

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Neues von Georg Schinwald

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Ein Spiel dauert 90 Minuten - und am Schluss gewinnen immer die Deutschen. Abgewandelt auf den österreichischen Ringersport müsste dieser legendäre Spruch des englischen Fußballers Gary Lineker lauten: Insgesamt 28 Kämpfe werden im Bundesliga-Finale ausgefochten - ehe der A. C. Wals als Sieger feststeht. Tatsächlich hat es der Traditionsclub auch heuer wieder geschafft, sich in einem hochklassigen Finale die Meisterkrone zu sichern. So wie immer seit dem Jahr 2007.

 
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Es ließen sich viele gute Argumente für den Bau einer neuen Eishalle in der Stadt Salzburg finden. Wir wollen uns mit einem einzigen konkreten Beispiel begnügen.
 
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Wer immer Donnerstagabend in Zauchensee zum neuen Präsidenten des Salzburger Skiverbands gewählt wird: Er steht vor einer denkbar schwierigen Aufgabe.
 
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Bei den  Fans  von Red Bull Salzburg  macht sich Frustration  breit.  Sie können einem auch wirklich leid tun. Immer wenn sich ihre  Mannschaft anschickt,      die       Gruppenphase der Champions League zu erreichen,  stolpert sie  - und zwar unmittelbar   vor dem Ziel. 
 
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Für das Fußball-Großereignis unterwarf sich das Land dem Diktat der FIFA. Den großen Profit macht aber der Weltverband.

"Die Weltmeisterschaft in dieses Land zu vergeben, war die größte Fehlentscheidung von FIFA-PräsidentJoseph Blatter." Noch vor wenigen Monaten erntete Uli Hoeneß, der Boss von Bayern München, viel Zustimmung für diese Einschätzung. Eine WM in so einem bitterarmen Land wie Südafrika, das könne nicht gut gehen, meinten viele. Von Stadien, die wegen streikender Arbeiter nicht rechtzeitig fertiggestellt würden, war ebenso die Rede. Doch die Kritiker mussten sich eines Besseren belehren lassen: Die WM läuft bisher beispielhaft. Dafür zahlt das Land allerdings einen hohen Preis - wobei damit nicht nur die Investitionen in der Höhe von umgerechnet sieben Milliarden Euro in den Bau und die Sanierung von Stadien, Straßen, Flughäfen und Bahnlinien gemeint sind. Südafrika hat sich für die WM dem Diktat der schier allmächtigen FIFA unterworfen und alles getan, um ein möglichst makelloses Erscheinungsbild der Spiele sicherzustellen. Dafür wurden Tausende Familien gegen ihren Willen umgesiedelt, Obdachlose in Lager gesteckt, Straßenkinder unter dem Deckmantel eines Sozialprogrammes in „safe areas" verfrachtet, der Straßenhandel unterbunden und die Demonstrationsfreiheit beschränkt.
 
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 Der erste Sieger der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika steht fest, noch ehe  der erste Torschuss abgegeben   wurde. Es ist der Fußballweltverband FIFA,  der   für die  Ausrichtung des  Sportfests  einen Gewinn in dreistelliger Millionenhöhe  einstreifen kann. Das ist  nur auf den ersten Blick eine erfreuliche Nachricht. Denn  von den  gigantischen Einnahmen kommt dem bitter armen Gastgeberland nur ein Bruchteil zugute. 
 
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Wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird die gescheiterte Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2014 zu keinen strafrechtlichen Konsequenzen führen - zumindest nicht für die Salzburger Akteure. Das heißt aber ganz und gar nicht, dass alles in Ordnung war. Viele Dinge sind schiefgelaufen - und zwar besonders jene, die in die Verantwortung des Olympischen Fördervereins fielen. Dennoch sind Salzburger Politiker, die für die Bewerbung verantwortlich waren, zumindest mitschuldig. Sie haben nämlich mit Absicht alle aus parteipolitischer und finanzieller Sicht unpopulären Ausgaben - wie etwa die exorbitant hohen Beraterhonorare - an eben diesen Förderverein abgegeben und sich damit aller Kontrollrechte beraubt. Die politische Verantwortung lässt sich allerdings nicht so einfach auslagern. Das wird hoffentlich auch der Untersuchungsausschuss im Landtag deutlich machen.
 
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Sportliche Erfolge heimischer Athleten  machen die Österreicher stolz.  Zumindest 80 Prozent von ihnen, wie  Meinungsforscher kürzlich herausgefunden haben.  Unser nationales Selbstwertgefühl dürfte also durch die Olympischen Spiele in Vancouver keinesfalls  gelitten haben.
 
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Hermann Maiers in der Wiener Hofburg verkündeter  Abschied fiel so bewegend und tränenreich aus, dass sich ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel zu einer nüchternen Feststellung  veranlasst sah: „Wir sind hier nicht bei einem Begräbnis."  Das stimmt. Unbestritten ist aber auch, dass Österreichs Sport  mit dem Rücktritt  Maiers einen herben Verlust erleidet.  
 
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Als vor acht Jahren  Jacques Rogge erstmals zum Präsidenten des IOC gewählt wurde,     steckte die olympische Bewegung in ihrer bislang tiefsten Krise.  Korruptionisten aus den eigenen Reihen, die sich die Vergabe der Winterspiele  2002  vom Kandidaten Salt Lake City abkaufen ließen,  waren dafür verantwortlich. 
 
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Die Geschichte der  olympischen Spiele ließe sich auch als Skandalchronik schreiben. Da betrogen Sportler ihre Kollegen, ließen sich   Funktionäre  ihre Stimme abkaufen, da schwindelten  Wettkampfrichter.  Allen hehren   Idealen zum Trotz.
In so ferne darf man sich nicht übermäßig wundern,  dass auch hier zu Lande in Sachen Olympia nicht alles mit rechten Dingen zuging.  Erstaunen löst lediglich das Ausmaß der nunmehr an die Öffentlichkeit gelangten Verfehlungen aus, das  die  vermutete Tricksereien weit übersteigt.    
 
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Olympia ist etwas ganz Großes und Edles, beinahe etwas Religiöses - wie der olympische Eid und die olympische Flamme signalisieren. So wurde es uns vorgegaukelt. Die Realität schaut leider anders aus. Olympia ist zu einer  Bewegung degeneriert, in der Geld und Macht  eine Hauptrolle spielen. 
 
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Ein fahler Beigeschmack

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Tiefschlag statt Befreiungsschlag. Das Comeback des überragenden Rennfahrers Michael Schumacher hätte der Formel 1 zu einer neuer Blüte verhelfen sollen. Der Verzicht darauf schadet der krisengeschüttelte Rennserie massiv.
 
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Österreichs Sportfans wurden  einer Illusion beraubt, einer wunderschönen. Sie glaubten, der Radrennfahrer Bernhard  Kohl habe bei der heurigen Tour de France mit fairen Mitteln eine außergewöhnliche, ja sensationelle Leistung erbracht. Sie glaubten das, obwohl die  unglaubliche Leistungsexplosion  innerhalb eines Jahres eigentlich  durch nichts anderes als mit der  Verabreichung verbotener Substanzen zu erklären war.   Aber das wollte hier zu Lande niemand wahr haben.  Allen voran die  heimischen Sportjournalisten, die eigentlich am besten Bescheid wissen sollten. Sie  hatten  Kohl  für die Auszeichnung „Sportler des Jahres 2008" vorgeschlagen. Diesen Ehrentitel hat  der Bergkönig und Gesamtdritte der heurigen  Tour de France  gründlich verwirkt. Denn seit Montag  ist offenkundig,  der  gelernte Rauchfangkehrer radelte auf einer krummen Tour. Er ist kein Saubermann, er hat Dreck am Stecken.
 
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Hand aufs Herz: Hätten Sie nicht auch gerne die österreichische Bundeshymne bei einer Siegerehrung in Peking gehört? In zwei Tagen gehen die Olympischen Sommerspiele in der chinesischen Metropole zu Ende und wir warten noch immer vergeblich auf die Mozart-Melodie. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird sich daran auch nichts mehr ändern. Mit einer Silbermedaille durch den Judoka Ludwig Paischer und je einer Bronzenen durch die Schwimmerin Mirna Jukic und die Kanutin Violetta Oblinger-Peters fällt die Ausbeute recht bescheiden aus. Österreich rangiert in der Nationenwertung bislang auf Platz 54 und damit deutlich hinter den meisten europäischen Ländern. Das ist kein Debakel, rechtfertigt allerdings auch nicht die zur Schau gestellte Zufriedenheit maßgeblicher Sportfunktionäre. Denn zum einen waren die Erwartungen wesentlich größer und zum anderen ist der Leistungsabfall gegenüber den Spielen vor vier Jahren eklatant. Damals traten Österreichs Athletinnen und Athleten mit insgesamt sieben Mal Edelmetall die Heimreise an.
 
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Lange genug wurde die  Bevölkerung an der Nase herumgeführt, jetzt  ist endlich Schluss mit dem Herumdrücken und Lavieren. Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller hat sich zu einer öffentlichen Klarstellung durchgerungen: Das Stadion in Wals-Siezenheim wird nicht von 31.000 auf 18.500  Sitzplätze  zurückgebaut. 
 
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Die nackten Zahlen sind ernüchternd. Drei Spiele, ein einziges Tor, ein einziger Punkt, Aus nach der Vorrunde. Noch nie fiel die sportliche Bilanz eines Gastgebers der Fußballeuropameisterschaft erbärmlicher aus als jene Österreichs bei der EURO 08.      Dennoch kommt hier zu Lande kaum jemand auf die Idee, von einem  Fiasko zu sprechen. Und das  völlig zurecht.
 
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Österreich macht als Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft eine überzeugende  Figur.  Eine Zwischenbilanz nach sieben Spieltagen  fällt aus rot-weiß-roter Sicht überraschend positiv aus. Und das nicht nur, weil  am Donnerstagabend Ivica Vastic   in der Schlussminute den überragenden polnischen Torhüter Artur Boruc mit einem Gewaltschuss vom Elfmeterpunkt aus bezwang, damit dem ÖFB-Team den ersten EM-Punkt der Geschichte sicherte und die Fans zumindest drei Tage lang von  weiteren Fußballfesten   träumen lässt.