Neues von Birgitta Schörghofer
Belächelt und bedauert, von Tür zu Tür geschickt. Menschen, die sich selbstständig machten, ganz allein, hatten es in der Vergangenheit nicht immer leicht.
Alle stöhnen. Strom ist zu teuer, Benzin ist zu teuer, Lebensmittel sind zu teuer. Die Zeiten, ja, die waren schon besser. Zumindest billiger. So sollen sie auch wieder werden. Da sind sich alle einig, auch die Politik. Das ganz normale Leben für die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land muss wieder finanzierbar werden. Freilich auch mit dem Hintergedanken, dass der Konsument bei den Wahlen das Kreuzerl am richtigen Platz macht.
Auch Bauern sind Wähler. Das weiß keiner besser als ein Agrarlandesrat. Der rudert gegen den Strom: Die Milchprodukte im Handel seien zu billig, wettert Sepp Eisl und schürt Ängste. Der Milchpreis für die Bauern könnte sinken statt zu steigen, die regionale Landwirtschaft sterben statt zu blühen und die regionalen Produkte aus den Supermarktregalen verschwinden.
Flugs zeigt der Landesrat den zwei großen, heimischen Handelskonzernen die Rote Karte. Diese hatte er zuvor schon den Molkereien gezeigt - ohne Erfolg.
Mit dieser Strategie wird der Landwirt zwar „seine" Bauern beruhigen können, ob sie aber auch für alle Konsumenten nachvollziehbar ist, bleibt fraglich. In Zeiten, in denen jeder den Euro zwei Mal umdrehen muss, ist das Verständnis für Vorschläge gering, Preise hoch zu halten. Da dürften wohl auch Milch, Joghurt und Käse keine Ausnahme sein.



