Standpunkt

Ausgewählte Kommentare aus der SN-Redaktion zu den Themen des Tages.

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Neues von Bernhard Flieher

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Das kuriose Wettsingen lenkt so schön von echten Problemen ab. Endlich leistet auch Österreich dabei wieder seinen Beitrag. Heute wissen wir, wer zum Songcontest fahren wird. Der Name des Kandidaten tut aber nichts zur Sache. Es spielt keine Rolle, wer - wie die Patrioten der rot-weiß-roten Billigpopfront es formulieren - „unser Land Österreich in Düsseldorf vertreten wird".

 
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Immer auf Empfang

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Hastig ein paar letzte Sätze. Der Mann geht auf engem Radius vor und zurück.  Vor dem Zugfenster  keucht  er Notwendigkeiten über den Bahnsteig,  atmet pure Dringlichkeit aus, spuckt sie ruhelos ins Handy. Er war noch einmal raus auf den Bahnsteig gesprungen. Im Zug, sagt er, als er wieder eingestiegen war, telefoniere  er ja nicht. Aus Frust, weil es eh keine g'scheite Verbindung gibt, wenn du im Zug sitzt. Und neuerdings auch aus Prinzip.
 
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Lächerlich ist Zensur wegen politischer Korrektheit oder Prüderie. Man nehme „Moby Dick".
 
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Google frisst Bücher

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Es gibt im leicht vom Wohnzimmer aus erreichbaren Bücherreich von Google also keine nicht-englischsprachigen Titel. Vorerst. Die Frage, ob das gut ist oder schlecht lässt sich beantworten: Ja und nein. Ja, weil an Google kaum vorbeizukommen ist (oder wo suchten Sie. als Sie zuletzt im Netz gesucht haben). Diese Macht - immer Angriffspotenzial für Kulturpessimisten - wird meist mit Gefahren assoziiert. Dieses Gejammer über die bösen Mächte im Netz ist aber gerade im Umfeld der „Kunstwelt" nicht mehr zu ertragen. Dieses Gejammer ist ein fahrlässiges Vergeben der Zukunft, weil potenzielle Chancen (vorausgesetzt sie basieren auf rechtlicher Sicherheit und Kontrolle) vor lauter Tradition und Angst übersehen werden.
 
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Ein Zieleinlauf basiert, damit's gerecht zugeht bei der Preisvergabe, auf gleicher Ausgangsposition der Teilnehmer und auf ein paar Regeln. Am Ende gewinnt dann der Schnellste oder Weiteste oder Ausdauerndste. Und im Idealfall einer, der über messbare Parameter hinaus Ausstrahlung hat wie Leichtathletikheld Usain Bolt.
 
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Die Meldung des Todes erreichte die Welt, als das noch keine Meldung war. Ohne Quellenangabe, ohne Beweis erklärte tmz.com, eine  Promigeflüster-Homepage Michael Jackson für tot. Das passierte zu einem Zeitpunkt, als Ärzte - wie Recherchen am Tag danach zeigen - noch um sein Leben kämpften. Die Vermutung liegt nahe, dass man in der Tragödie sein Glück suchte, um schneller zu sein als der Rest. 
 
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Freunde gibt's nie genug. Einerseits. Andererseits: Wenn Lolingers Freundinnen da sind, reichen mir auch eins oder zwei der natürlich eh entzückenden Mädels.  Entzückung nimmt ja rasend ab, wo sie in Form von - sagen wir einmal - einem halben Dutzend Freundinnen auftritt. Da wird aus Entzückung leicht Auszucken. Aber alles geht vorbei. Also: Gelassenheit im Angesicht  des Drohszenarios. Wenn du  das nicht tust, darfst du nie  mehr zu mir kommen, brüllt Lolinger nämlich gerade. Ich mag eh nicht mehr bei dir sein, schreit ihre Sportfreundin zurück. Dann bist du eben nicht mehr mein Freund, sagt Lolinger. Und weg. 
 
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Ist ja noch ein bisserl hin. Erst im nächsten Jahr werden Nicholas Ofczarek und Birgit Minichmayr im „Jedermann"  buhlen. Aber Meldungen rund um die große Freiluft-Theatershow auf dem Domplatz werden ja stets behandelt wie ein Staatsakt.
 
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Geburtstage provozieren Glückwünsche. Und die so genannten runden Geburtstage, die 30er und 40er und 50er, provozieren noch dazu Weisheiten. Interessanter wäre, sie würde welche produzieren. Das ist selten. Das Prinzip „Geburtstag" funktioniert ja wie Krankheiten. Jeder meint es gut. Jeder kennt jemanden, der es auch schon erlebt hat. Und mancher spricht gar aus eigener Erfahrung. Das öffnet  eine Tür, hinter der ein Allgemeinplatz  liegt, in dem sich die (Lebens-)Weisheiten  drängeln.
 
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Die Diskussion um eine Quote für einheimische Kunst im ORF ist aus einem simplen Grund berechtigt: Der ORF hat einen öffentlich-rechtlichen Auftrag. Und dieser Auftrag hört nicht bei Nachrichten von Sport und Politik auf. Er muss die Kunst umfassen. Der ORF hat gefälligst dafür zu sorgen, dass - auch jenseits von Einschaltquoten - heimische Filme gespielt werden oder heimische Musik gesendet wird. Das passiert auch. Die Frage ist, ob es nicht öfter passieren  könnte. Wer sich durchschnittliche Werte in Europa ansieht, muss sagen: Ja, es könnte. Europäische Radios senden rund 40 Prozent Musik aus dem eigenen Land. In Österreich sind es gerade 14,5 Prozent.  
 
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 Das Wort wird niemals sterben. Beim Buch ist man da nicht mehr so sicher. Das digitale Zeitalter jedenfalls bricht auch in eine traditionell recht konservativ agierende Branche ein. Das Zauberwort der Zukunft heißt E-Books. Und eine Angst geht um: Erleben wir den Untergang eines Mediums, das so gern als Kulturgut bezeichnet wird? Eher nicht.

 
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Intrige? Eitelkeit? Ach was! Es geht um Kunst. Und wo die Kunst, wie bei den Salzburger Festspielen, als ungeheures Geschäft funktioniert, geht es mit allen Mitteln um die  Macht einflussreicher Jobs. Thomas Oberender verliert einen solchen Job. Das geht offiziell so:   Sein  Engagement als Schauspielchef endet 2009. Es wurde eine für beide Seiten geltende Ausstiegsklausel  des bis 2011 laufenden Vertrages gezogen. Jenseits davon war freilich unüberhörbar:  Intendant Jürgen Flimm und Oberender  konnten nicht mehr miteinander.
Im Spiel der Mächtigen - das  passende Motto der Festspiele 2009 -  hatte Oberender schlechte Karten.