Es ist schon als nicht behinderter Mensch nicht leicht, ein ganz normales Leben zu führen. Umso schwieriger ist es für behinderte Menschen. Insbesondere dann, wenn schon die kleinen Dinge des Alltags, wie der Weg zum und vom Arbeitsplatz, zum echten Hindernis werden können.
Auf den ersten Blick sind 150 Euro nicht viel Geld. Auf den zweiten zeigt sich aber: Für einen Menschen mit Beeinträchtigung kann das monatliche Pflegegeld der Stufe 1 ein ziemliches Stück Unabhängigkeit bedeuten.
Die protestierenden Studenten belügen sich selbst, wenn sie den freien Hochschulzugang fordern. Sie sollten eigentlich besser wissen, dass an den heimischen Unis schon lang kein Platz mehr ist. Klar, einen Numerus clausus wie in Deutschland gibt es bei uns nicht. Hier darf jeder mit einem Maturazeugnis an die Uni studieren gehen. Dass nur 42 Prozent der Jugendlichen Matura machen, sagt freilich niemand dazu.
Klar, als privater Unternehmer überlegt man es sich gut, wen man für sich arbeiten lässt. Schließlich trägt man als Geldgeber auch allein das wirtschaftliche Risiko, falls etwas schief und die Firma in Konkurs geht. Und dann noch Menschen mit Behinderungen einzustellen, ist in dieser Situation ein ganz unsicheres Unterfangen. Sie sind vielleicht ihrer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung wegen nicht voll einsetzbar, öfter krank und weniger belastbar - auch wenn sie bestens qualifiziert sein mögen. Eventuell müsste man sogar den Arbeitsplatz behindertengerecht anpassen und den Arbeitsablauf ändern - nur um einem solchen Arbeitnehmer eine Chance zu geben. Nicht jeder Wirtschaftstreibende denkt so human und will diese Mühen auf sich nehmen.