Vergangene Woche gab der Vizekanzler nun auch seinen Widerstand gegen größere Prüfkompetenzen für Eurostat auf. Bisher hatten Pröll und seine Vorgänger als Finanzminister argumentiert, es bestehe kein Grund, dass sich Österreich stärker in die Karten blicken lasse. Schließlich sei mit den heimischen Statistiken zum Budget und Wirtschaftswachstum alles in Ordnung. Dass damit gleichzeitig der Schlendrian anderswo verteidigt wurde, änderte nichts an der Regierungslinie, die da lautete:
Hauptsache, wir geben nicht nach gegenüber Brüssel, egal worum es geht.
Jede Wette: Ohne die griechischen Budgetfälschungen wäre Josef Pröll noch lang nicht umgeschwenkt. 2005 war ein Vorstoß der EU-Kommission an Blockierern wie Österreich gescheitert. Im EU-Parlament hören sich die Argumente von ÖVP und SPÖ seit Langem ganz anders an. „Fünf Jahre Blockade vernünftiger und notwendiger Maßnahmen sind einfach unverantwortlich", sagte Othmar Karas, einer der Vizepräsidenten der EVP-Fraktion. Auch Hannes Swoboda, Karas' Gegenüber bei den Sozialdemokraten, sprach von einer „absolut dummen Haltung Österreichs. Wir sind Nettozahler. Unser Steuergeld ist in Griechenland verbrannt worden."













