Gute soziale Beziehungen und eine gesunde Umwelt sind für Jugendliche wichtig. Tief sitzt das Unbehagen über Stress und Gier.Sie wünschen sich, dass ihre Umwelt nicht zerstört wird, dass ihre Arbeit nicht mit Dauerstress verbunden ist und dass nicht alle nur dem Geld nachrennen.
Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Befragung von 13- bis 17-Jährigen, wie sie sich ihre Welt in 20 Jahren vorstellen. Dabei zeigen Vergleichsdaten von früher, dass die Vision einer lebenswerten Natur über Jahrzehnte gleichbleibend ist. Bei der aktuellen Studie ist aber erstmals der Wunsch nach guten sozialen Beziehungen dazugekommen. Ein Leben, das nur von Arbeitsstress und Konsumgier gekennzeichnet ist, wollen Jugendliche nicht.
Die haben leicht reden, ist der erste Einwand von Erwachsenen, und er ist nicht einmal ganz von der Hand zu weisen. Denn keine andere junge Generation konnte auf einem derart hohen Level von Wohlstand und Sicherheit starten. Noch Mitte des 20. Jahrhunderts war ein Studium keineswegs selbstverständlich; viele mussten sich ihre Bildung im wahrsten Sinne des Wortes vom Mund absparen. Heute werden gern Fräulein Studentin und Herr Student belächelt, die mit Mamas Kleinwagen vor der Universität vorfahren und deren Handyrechnung von Papas Kreditkarte abgebucht wird - und bitteschön für das neueste iPhone.
Die Kehrseite der Medaille ist, dass vor 30, 40 Jahren ein gut bezahlter Job mit Anstellung und First-Class-Sozialsystem selbstverständlich war. Dagegen werden heutige Berufsanfänger als „Generation Praktikum" in die Geschichte eingehen.
Wir sollten daher das Unbehagen der jungen Menschen an Turbokapitalismus und sozialer Kälte in der Arbeitswelt nicht mit einem „Die haben leicht reden" abtun. Ja, viele von uns haben viel und können aus dem Vollen schöpfen. Aber gleichzeitig haben wir eine Welt geschaffen, in der die soziale Kluft wächst, in der die Reichen immer reicher und die geringfügig Beschäftigen und die Leiharbeiterinnen immer ärmer werden. Es ist eine Welt, in der der Vorstandsvorsitzende eines multinationalen Lebensmittelkonzerns sagen kann, die, die arbeiten, müssen noch mehr arbeiten, und die, die keine Arbeit haben, brauchen wir nicht.
Diese Alternative heißt: Entweder vom Dauerstress direkt ins Burn-out rennen oder von einem angemessenen Lebensstandard ausgeschlossen bleiben; entweder Stress und Überfluss oder Taglöhnerarbeit und Armut. Das aber, sagen die Jugendlichen, kann es nicht sein. So können und wollen wir nicht leben. Sie halten der älteren Generation den Spiegel vor, die sich selbstgenügsam an die krassen Gegensätze von Reich und Arm gewöhnt hat.
Ein gut bezahlter Job, aber keine Zeit zum Leben, oder zu viel Zeit, aber keine ordentliche Arbeit, das ist keine Alternative. Jedenfalls keine menschliche.




Es ist klar, dass sich die Jugendlichen die Welt in 20 Jahren ohne Stress vorstellen. Jedoch ist es in der Realität anders. Man muss viel arbeiten um sich einen gewissen Lebensstandard zu leisten. Wenn man jedoch weniger Arbeitet, dann ist die Gefahr einfach zu groß, dass man in die Armut abrutscht.
Viele Jugendliche sind einfach nicht auf sich alleine gestellt. Ihre Handyrechnung und Klamotten werden von ihren Eltern bezahlt. Wenn sich eines Tages in die Arbeitsweilt einsteigen, dann schaut die Welt für sie ganz anders aus. In der Arbeitswelt wird man von Stress überflutet und hat oft mit schwierigen Menschen zu tun.
Es ist richtig, dass viele Jugendliche - aber längst nicht alle (Tendenz rückläufig) - heute ihren Eintritt ins Erwachsenenalter auf einem wesentlich höheren Niveau beginnen, als es der Eltern- oder gar der Großelterngeneration möglich war. Der Zugangsschwelle zur Bildung (nicht Ausbildung) ist niedriger, Hotel Mama bietet mehr Service, zur Gründung eines komfortablen Hausstands tragen oft mehrere Generationen bei. Dafür bezahlen die Jugend jedoch einen hohen Preis. Durchgängige Arbeitskarrieren werden seltener, der Arbeitsdruck größer, die Verantwortung der ArbeitgeberInnen, vor allem in großen Betrieben und multinationalen Konzernen gegenüber ihren Beschäftigten sinkt Richtung Null ab. ArbeitnehmerInnen werden nur mehr als Kostenfaktor betrachtet. Die Generation Praktikum wird für ihre Bereitschaft, der Wirtschaft ihre Leistung über einen längeren Zeitraum nahezu kostenlos zur Verfügung zu stellen auch noch in der Pension bestraft werden. Dem Staat und den Sozialversicherungen entgehen Beiträge, die gerade jetzt in der Krise dringend gebraucht würden. Um diese Missstände zu kaschieren, werden die Generationen gegeneinander aufgehetzt, indem man der Jugend einreden will, die Älteren würden sie um ihrer zukünftige staatliche Pension bringen. Dahinter stecken ua skrupellose "Pensionsexperten" welche im Auftrag von Versicherungskonzernen das bewährte österreichische Umlagesystem kaputt reden, um AktionärInnen und Spekulanten zu noch höheren Gewinnen zu verhelfen. Dabei sind private Vorsorgesysteme wesentlich teurer und unsicherer als das staatliche. Und Väterchen Staat spielt das Spiel mit, indem er durch die Steuerbegünstigung privater Vorsorge hunderte Millionen dem staatlichen System vorenthält. Doch selbst die staatliche Pensionsversicherung unterstützt dieses Spiel, indem sie keinerlei aktive Information über die Möglichkeit der freiwilligen Höherversicherung in ihrem Bereich protegiert. Statt dessen wird permanent die Erhöhung des faktischen und gesetzlichen Pensionsantrittalter gefordert, ohne dafür ausreichend Arbeitsplätze zu haben. Doch längere Zeiten der Arbeitslosigkeit während oder am Ende der Berufslaufbahn mindern aufgrund der Durchrechnung letztendlich die Pensionsleistungen - was wieder weniger Inlandskonsum, Steuern und SV-Beiträge bedeutet.
Ein Weg, dieser Abwärtsspirale zu entkommen, wäre eine von der Gewerkschaft geforderte Senkung der Arbeitszeit mit Lohnausgleich. Es gibt Modelle, diese bei ganz geringfügigen Einkommensverlusten der ArbeitnehmerInnen für die Wirtschaft nahezu kostenneutral zu halten. Schlimmstenfalls würden die Gewinne (zB Dividenden) sinken, welche ohnehin nicht reinvestiert, sondern für Vermögensbildung akkumuliert oder für Spekulationszwecke eingesetzt werden. Um der Unsitte von all- inclusive-Verträgen selbst für einfache ArbeitnehmerInnen entgegenzuwirken - welche längerfristig meist zur Ausbeutung durch Dauerstress führen - sollte diese Arbeitszeitverkürzung vor allem in Form eines längeren gesetzlichen Mindesturlaubs und einer erweiterten bezahlten Bildungsfreistellung erfolgen. Diese Maßnahmen würden sowohl der jüngeren wie auch der älteren Generation entgegenkommen, die von Herrn Dr. Bruckmoser aufgezeigte, dramatische Entwicklung abschwächen und einen Kampf der Generationen verhindern.
Wie im Artikel angesprochen, dass die junge Generation praktisch viele Dinge in die Wiege gelegt bekommen hat und somit leicht reden kann sehe ich anders. Es gibt zwar keine Studiengebühren und "jeder" kann im Prinzip alles studieren und das auch ohne Numerus clausus vorgegangen wird ist für viele von Vorteil, jedoch ergibt sich daraus, das ein Studium immer mehr an Stellenwert verliert. War es vor 30, 40 Jahren noch so, dass man allein durch Matura einen gut bezahlten Job fand, sieht die Lage heutzutage anders aus. Man hat entweder einen Job der den Alltag bestimmt oder einen von dem man keine Familie ernähren kann. Wie man auch von allen Seiten hört werde ich es auch noch einmal erwähnen, da es sehr treffend zu diesem Artikel passt. Die Kluft zwischen den Armen und Reichen wird immer größer wobei erstere davon nicht profitieren können. Die Mittelschicht bleibt aus und somit könnte das Grundgerüst auf dem unsere Gesellschaft aufbaut zusammenbrechen.
In dem Artikel wurde angesprochen, dass heutzutage jeder Jugendliche ein Studium absolvieren darf. Allerdings sehe ich dies nicht unbedingt als Vorteil, da so ein Studium als Aufnahmekriterium für bestimmte Berufe selbstverständliche wird. Früher konnte nur ein sehr kleiner Teil der Maturanten ein Studium schaffen und diese hatten dafür sichere Aussichten auf einen Arbeitsplatz. Heutzutage ist ein Bachelor nicht mehr ein Garant für einen Job. Meiner Meinung nach sollte sich diese Gegebenheit wieder ändern. Um dies zu erreichen sollte daher der Grundsatz "Qualität statt Quantität" von Bedeutung sein. Wenn man sich zum Beispiel bei Studienrichtungen wie Wirtschaftswissenschaften die überfüllten Hörsäle mit teilweise mehr als 100 Personen betrachtet, ist einiges schief gelaufen.
Ich finde, die Generation unserer Eltern kommen mit mehr Stress und Überfluss klar, weil sie in ihrer Kindheit mehr gearbeitet und wahrscheinlich nebenbei auch gelernt haben. Das ist der Grund warum sie nur diese Alternative kennen. Jedoch für die heutige Generation ist es ziemlich schwer: denn sie kennt das alles nicht. Wie es der Herr Josef Bruckmoser auch berichtet, kann man heutzutage leicht studieren und man wird von den Eltern unterstützt. Meiner Meinung nach haben die Erwachsenen mit dem Satz "Die haben leicht reden", auch Recht. Der einfache Grund dafür ist dass wir in einer anderen Welt leben, als sie es getan haben.
Man kann, wie ich finde die heutige Jugend nicht mit der vor 30, 40 Jahren vergleichen. Die Rahmenbedinungen waren damals anders. Genauso wie die heutigen anders sind. Jeder hat das Recht sich so zu bilden und zu entfallten wie es ihm beliebt. Darum finde ich auch das die heutige Jugend das Recht auf ein Studium hat und deswegen nicht von den "Älteren" als faul belächelt werden soll. Ich selbst würde gerne einmal einen Job haben indem ich so entlohnt werde, damit ich dann nicht jeden Euro 3 mal umdrehen muss und dafür ist in der heutigen Welt wohl oder überl eine gute Ausbildung nötig.
Ein sehr amüsanter Beitrag finde ich, da ich mich von Anfang an angesprochen fühlte. Dass die Jugendlichen heute und mit denen vor 40 Jahren nicht zu vergleichen sind, versteht sich von selbst. Heute spielen andere Faktoren eine wichtige Rolle als damals. Die Jugendlichen heute halten nicht viel von Respekt oder Anerkennung. Wenn ein 16 Jähriger Teenager mir sagt, dass er eine genaue Vorstellung von seinem Leben hat, könnte ich nur lachen. Meiner Meinung nach sind die Teenager viel zu verzogen und werden zu sehr verwöhnt. Natürlich währe es auch für mich sehr erfreulich später einmal einen guten Job zu haben, wenig Stress und auch noch Zeit für meine Freizeit und meine Familie. Doch von nichts kommt nichts.
Viele wissen anscheinend nicht, dass man für den Erfolg auch etwas machen sollte. Selbstständigkeit ist in jungen Jahren eines der wichtigsten Faktoren. Abhängig sein von den Eltern und selbst Erfahrungen machen ist angesagt. Man muss Fehler machen um aus Fehlern zu lernen, doch wenn man nur Ansprüche stellt und nichts dafür macht, dann bekommt man genau das, was man nicht haben wollte.
Herr Bruckmoser, vielen Dank für ihren treffenden Artikel. Natürlich spüren die Jugendlichen die soziale Kälte, sie haben ja meist Eltern, die in diesem Trott mit viel Stress und wenig Geld "gefangen" sind. Immer weniger Menschen müssen immer mehr Arbeit verrichten. Die, die diesem Druck nicht mehr gewachsen sind, werden aussortiert, in Pension geschickt, haben ein Burn-Out u.v.m. Wenn es der Wirtschaft schlecht geht (was immer das heißen mag), werden die Mitarbeiter entlassen, gibt es Kurzarbeit... Die Betriebe können oder wollen es sich nicht leisten, eine schwierige Auftragslage mit ihren Mitarbeitern durchzustehen. Kein Arbeitsplatz ist sicher, man muss jederzeit mit einer Kündigung "aus wirtschaftlichen Gründen" rechnen. Betriebe jammern, keine Facharbeiter, Handwerker usw. zu bekommen, bilden aber oft selbst keine Lehrlinge aus und/oder stellen nur Maturanten ein. Es werden Castingshows veranstaltet, um Lehrlinge anzuwerben, statt dass sich Betriebe in den Schulen an Projekten zum Kennen lernen der Berufe beteiligen. Klingt doch alles ziemlich frustrierend, oder? Ich finde es toll, dass uns Jugendliche aufzeigen, doch endlich mit diesem unmenschlichen Arbeitsstress und Arbeitsdruck aufzuhören und uns wieder mehr Lebensqualität zu gönnen bzw. solche Arbeitsbedingungen zu schaffen, dass es uns vergönnt wird! Arbeit ist das HALBE Leben!
"Denn keine andere junge Generation konnte auf einem derart hohen Level von Wohlstand und Sicherheit starten" - anstatt zu kritisieren, sollte sich die heutige Gesellschaft glücklich schätzen, dass ihre Kinder, als auch Enkelkinder, in solch einer Umgebung aufwachsen können. Selbst wenn die Eltern die Handyrechnung der Kinder bezahlen, oder ihnen das Auto leiht, viele Jugendliche gehen noch in die Schule und können sich dies nicht selber leisten. Immer wieder wird in den Medien das Wort "Bildung" erwähnt. In den Anforderungsprofilen diverser Unternehmen ist die Matura bereits Pflicht, aber auch die Eltern sind stolz auf ihre Kinder, wenn diese sich entscheiden, ein Studium zu beginnen und dies dann auch erfolgreich beenden. Das 21. Jahrhundert ist kaum zu vergleichen mit den 70er Jahren, denn Lebensqualität, als auch die Arbeitswelt zeigen extreme Unterschiede.
Wenn die Kinder dann erwachsen werden, müssen auch sie beginnen zu arbeiten und sich das Geld selbst verdienen. Die Eltern greifen ihnen dabei gerne unter die Arme, da sie selbst wissen, wie schwer es ist, einen Job und einen angemessenen Lohn zu erhalten. Im Laufe der Zeit jedoch, sind auch sie ganz auf sich alleine gestellt und müssen das Leben alleine meistern. Im Gegensatz zu früher sind auch Preise für diverse Produkte enorm gestiegen und um sich das heutige Leben leisten zu können, bedarf es eben an guter Schulbildung, um somit einen gutbezahlten Job zu erlangen.
Man sollte anfangen, die Arbeit der Jugendlichen zu schätzen und nicht immer nur kritisieren.
Die Vorstellungen der Jugendlichen sind doch durchaus verständlich. Ein Leben, das sich nur ums Geld verdienen dreht will doch keiner. Leider ist genau das aber heutzutage Realität. Wir starten von einem höheren Level als die jungen Erwachsenen vor 30 Jahren, doch das kann man überhaupt nicht miteinander vergleichen. Wenn man vor einigen Jahren die Matura gemacht hat war man noch etwas "Besonders", man hatte eine schulische Ausbildung, die nicht viele vorzuweisen hatten. Doch das Bild hat sich geändert. Wenn man aktuelle Jobinserate der Unternehmen liest, steht überall, dass eine Matura Pflicht, oder zumindest wünschenswert ist. Falls man einen gutbezahlten Job will, ist es eigentlich unumgänglich die Matura zu machen bzw. zu studieren. Viele können sich aber das Leben während des Studiums nicht durch Aushilfsjobs wie z. B. Kellnern verdienen, sodass sie länger finanzielle Hilfe von ihren Eltern annehmen müssen.
Es ist entsteht also eine Zwickmühle. Entweder entscheiden wir uns für eine gute, lange Ausbildung und danach einen gut bezahlten Job oder keinen höheren Schulabschluss und eine Anstellung zu deutlich geringeren Gehalt.