Die Salzburger Festspiele gehören organisatorisch reformiert, aber nicht wirtschaftlich kastriert. Neider wollen das.
Die Geschichte der Salzburger Festspiele ist eine einzige Erfolgsgeschichte. Sie sind heute das bedeutendste Kulturfestivals Europas, wenn nicht der ganzen Welt. Eine so hochkarätige Mischung aus allen Genres der Kunst wird nirgendwo sonst geboten. Entsprechend groß ist der Zuspruch.
Doch das gefällt nicht allen. Wo Erfolg ist, ist auch Neid. Seit vielen Jahren häufen sich die Angriffe der Wiener Kulturschickeria sowie anderer Veranstalter. Es gibt mittlerweile in Österreich eine Festivalitis. Jeder Steinbruch hat seine eigenen Spiele.
Eifersüchtig blicken diese Möchtegerns nach Salzburg. Wie können diese Provinzler nur so etwas Großartiges zustande bringen? Und sie finden die Erklärung nicht in der eigenen Unzulänglichkeit sondern in einer rechtlichen Bevorzugung. Tatsächlich: Die Festspiele sind das einzige Festival, das gesetzlich abgesichert ist. Das jährliche Defizit wird garantiert durch Bund, Land, Stadt und Tourismusfonds abgedeckt.
Aber das heißt nicht, dass hier immer mehr Geld zum offenen Fenster hinausgeworfen wird. Im Gegenteil. Die Subventionsgeber kürzen sogar ihre Förderungen. Die Festspiele werden deshalb aber nicht schlechter.
Also machen sich besonders Missgünstige daran, das Festspielgesetz aufs Korn zu nehmen. Ihre Hoffnung ist es, dass die Finanzierungsgarantie für Salzburg fällt. Ihr kurzsichtiges Kalkül ist es, dass Salzburg an Qualität abbauen würde, und es mehr Geld für andere Veranstalter geben könnte.
Die zuletzt vom Rechnungshof aufgezeigten Mängel in der Organisation und in der Aufstellung der zuständigen Gremien gehören beseitigt. Der Einfluss der Politik auf die Postenbesetzungen muss begrenzt werden. Die Debatte, ob ein Millionen-Unternehmen wie die Festspiele nun als GmbH, als Stiftung oder gar als Genossenschaft besser geführt werden kann, greift zu kurz. Wichtig ist, dass sparsam und zweckmäßig gearbeitet wird, dass darunter aber die inhaltliche Qualität nicht leiden darf. Die Salzburger Festspiele können international nur mit höchster Qualität bestehen. Die herausragende Position rechtfertigt die Sonderstellung. Den neidischen Heckenschützen darf es nicht gelingen, die Festspiele sturmreif zu schießen.




Völlig richtig!
Leider haben sich die Salzburger Festspiele mit den Schlampereien infolge mangelnder Aufsicht selber geschadet und damit den zitierten Neidern Angriffsflächen geboten. Eine kleine Buchhalterin hätte den Kopf herhalten sollen für das Versagen der Kontrollinstanzen.
Sehr geehrter Herr Chefredakteur,
was ist los mit den SN? Warum zeigen Sie "anonyme" Missstände auf, ohne die durchaus auffindbaren Verursacher beim Namen zu nennen? "Der Einfluss der Politik" ist billigster Wischi-Waschi-Boulevard-Journalismus. Warum sagen Sie nicht Burgstaller, Haslauer, ... ?
Als bekennende Kulturbanause lässt mich das Schicksal der Kultur-Schiki-Mickies kalt. Es fällt mir also leicht, Ihren Verweis auf die "neidischen Heckenschützen" in's rechte Licht zu rücken. Wie in Wirtschaft, Politik, Religion, Sport, ... also wie im Leben schlechthin, wird es den bösen, äußeren Feinden nur gelingen, jemanden "sturmreif zu schießen", wenn jemand seinen sprichwörtlichen (chaotischen, feigen, korrupten, ...) inneren Schweinehund nicht bändigt. (Siehe auch Barazon, "Und was ist, wenn man's nicht hat).
Konkurrenz belebt auch in der Kultur das Geschäft, möge das bessere Festspiel gewinnen.
Auch hier scheint der Hinweis auf die unübersehbare Notwendigkeit direkt demokratischer Kontroll- und Korrekturmechanismen angebracht zu sein. Im Unterschied zu Scriptor bin ich nämlich der Meinung, dass die gegenständlichen, sogenannten Kontrollinstanzen nicht versagt, sondern ausgezeichnet gearbeitet haben. Es war - so, wie so oft im öffentlichen Bereich - offensichtlich gar nicht ihre Aufgabe, wirklich zu kontrollieren, sie sollten nur den Schein der Kontrolle erwecken und aufrecht erhalten, also den, die Subventionen finanzierenden, SteuerzahlerInnen Sand in die Augen streuen.
Lieber Herr Perterer,
grundsätzlich Stimme ich mit Ihnen überein, es gibt jedoch ein nicht unbedeutendes ABER bei dieser Sache: ABER von jedem noch so kleine Sportverein (ich bin im Vorstand eines solchen) wird verlangt, dass er eine ordentliche Buchhaltung hat, zwei Rechnungsprüfer uvm. Für Ehrenamtliche ist das sehr oft mit viel Zeitaufwand verbunden, denn man sollte sich mit der Materie auch auskennen (sprich man muss Gesetze, Steuervorschriften etc. lesen und kennen). Die Verantwortung ist groß, die Konsequenzen bei Mängeln oft empfindlich.
Daher sollte es auch hier ein Gleichgewicht geben. Wenn nur einige Aussagen des Berichts der Wahrheit entsprechen, wovon ich ausgehe, dann ist das nicht nur peinlich, sondern auch untragbar für einen Betrieb, der Millionen zur Verfügung hat. Gerade dieser muss auch in der Organisation, Abrechnung etc. als Vorbild voran gehen, vor allem wenn viele öffentliche Gelder investiert werden. Sowas sollte man von Nicht-Ehrenamtlichen durchaus verlangen dürfen, wenn es sogar wir kleine Vereinsmeier gut hin bekommen.
Es hat so den Eindruck, dass diese neue Sache um die Festspiele nun wieder heruntergespielt wird, viele stellen sich schützen vor unser "Aushängeschild". Bitte liebe Politiker und Medien: Lasst die gleiche Gerechtigkeit walten, wie ihr es auch bei anderen Vereine/Institutionen macht. Für Fehler muss es Konsequenzen geben, vor allem bei unserem "Aushängeschild". Solche Fehler dürfen den Festspielen einfach nicht passieren, mehr gibt es dazu wohl nicht zu sagen.
Liebe Grüße,
ein Sportfunktionär
Leserbrief zum „Standpunkt“ des CR
„Finger weg von den Festspielen!“
Dem „Standpunkt“ des Herrn Chefredakteurs Manfred Perterer in der Ausgabe Nr. 17 ist ausdrücklich zuzustimmen!
Von Schilderungen unserer politischen Altvorderen, namentlich der Alt-Lh`s Lechner und Haslauer erfuhren wir vom mühsamen Weg der Werdung des Gesetzes über den Festspielfonds in den Fünfziger Jahren.
Es gelte wachsam zu sein gegen Aufschnürungsgelüste der Zentralisten, wurden wir ermahnt!
Nun ist es ja ein offenes Geheimnis, dass der provinziellen Wiener Kultur-Schickeria die Salzburger Festspiele ein Dorn im Auge sind, das manifestiert sich Jahr für Jahr durch Ermahnungen und Wertungen der diversen Jungbluth`s und Holender`s.
Aufpassen muß man jedoch, dass die notwendigen Sparpakete nicht auch das bundespolitische Esthablishment lüstern nach Kostenbremsen in diese Richtung lugen lässt.
Noch sind Kulturministerin und Finanzministerin Gott sei Dank auf der Salzburger Seite!
Aber bitte wer hat denn nach dem Auffliegen der Malversationen in den Festspielen als erste nach einer Änderung des Festspielfonds-Gesetzes in einer parlamentarischen Anfrage gerufen?
Die Grünen natürlich!
Und die Salzburger Ableger derselben haben gehorsam apportiert!
Seinem Bekunden nach ist dem Cyriak Schwaighofer und seinen Vereinen auch der Wunsch gekommen, den Festspielfonds zu deren Gunsten plündern zu können.
Es besteht daher mitnichten Aussicht darauf, dass es die Grünen schafften, die einfältige Gleichung Hochkultur versus Gegenwartskultur endlich einmal überwinden zu können!
Und was ist da noch?
Die ökonomische Bedeutung der Salzburger Festspiele für die Stadt und das Land. Aber das darf aus grüner Sicht natürlich den“Kultur-Klassenkampf“ nicht relativieren.
Wäre ja auch völlig neu, dass sich die Grünen den Luxus leisteten, über die wirtschaftlichen Lebensgrundlagen der Bevölkerung nachzudenken!
Bertl Emberger
Dritter Landtagspräsident a.D.
Wahrscheinlich bin ich einfach zu blöd!
Nachdem alle politischen Freunderln und sonstige wirtschaftlich ahnungslose Gurus immer wortgewaltig die "ökonomische Bedeutung" der Selbstbedienungsläden, die nur mit Hilfe von Subventionen auf Kosten der "wirtschaftlichen Lebensgrundlage der Bevölkerung" überleben, beteuern, frage ich mich immer, warum wir bei so viel Umwegrentabilität so hoch verschuldet sind, dass wir jetzt schon auf Kosten unserer Urenkel leben.
Auch wenn mir die hohe Mathematik der PolitikerInnen, für die natürlich die Unschuldsvermutung gilt (ausgenommen einer "unserer politischen Altvorderen, namentlich der Alt-Lh ... Haslauer ..."), viel zu hoch ist, so ist es mir doch ein ganz besonderes Anliegen, dem dritten Landtagspräsidenten a.D. für seinen unermüdlichen Einsatz bei der Gestaltung des kulturell äußerst anspruchsvollen Rahmens von Ausbau und Vertiefung der Filzokratie in Salzburg zu danken.
Möge er weiter, gut geschützt abseits der Realität, in seiner politischen Traumwelt ruhen.