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Der Preis der Privilegien

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Langgediente Piloten der AUA erhalten ab der 70. Flugstunde (im Monat) einen Zuschlag, ab der 88. Stunde bekommen sie das Doppelte bezahlt. Das steht so im Kollektivvertrag.

Lokführer der ÖBB müssen spätestens 14 Tage vorher davon informiert werden, dass sie an einem bestimmten Tag arbeiten müssen, sonst gilt jede Arbeitsstunde automatisch als Überstunde. Auch das ist irgendwann ins Dienstrecht gekommen. Und jetzt gilt es eben.
Jüngere Flugkapitäne bei der AUA oder ihrer Tochter Tyrolean können von solchen Extras über den Wolken nur träumen. Für sie gilt ein anderer Kollektivvertrag. Für die Piloten bei Niki sowieso. Auch Lokführer bei der Westbahn müssen in ihren Arbeitszeiten flexibler sein, weil das junge Unternehmen sonst wohl nicht lang überlebt.

Die Gewerkschaften lehnen die Aushöhlung ihrer Errungenschaften gebetsmühlenartig ab. Das ist nachvollziehbar. Keiner gibt gern etwas ab. Nicht nachvollziehbar ist, warum die Gewerkschafter nicht sehen wollen, dass sie unzeitgemäße Privilegien einiger weniger verteidigen. Der Preis dafür sind immer mehr Werkverträge, unbezahlte Praktika und sonstige abenteuerliche Umgehungskonstruktionen für neue und jüngere Mitarbeiter. Wer in dem Umfeld einen fixen Vertrag als Leiharbeiter hat, kann sich so gesehen glücklich schätzen. Denn solange sich die Arbeitnehmervertreter eher für die ohnehin Privilegierten zuständig fühlen, wird das so bleiben.

6 Kommentare

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    Ihre Erkenntnis ist nicht neu. Die Gewerkschafter haben schon lange nichts anderes im Sinn als Privilegien, die sich überlebt haben, zu verteidigen, und diese Privilegien zahlen dann die anderen. Wer immer Steuerzahler und auch Gewerkschaftsmitglied ist, sollte daher über seine Mitgliedschaft nachdenken, sofern er nicht zu Priviligierten gehört. Warum sollte denn ein Stahlarbeiter wirklich für die Privilegien eine Bundesbahners oder Magistratsbeamten "blechen"? Mit Austritt vergelten ist das einzig Richtige, bei der AK geht das ja leider nicht.

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    Bei dem ganzen Gewerkschaftsbashing hätte ich doch einmal die eine oder andere Frage:
    Wer bestimmt eigentlich, was Privilegien sind?
    Wenn z.B. ein Schichtarbeiter (und das trifft auch auf ÖBB-Lokführer zu), für den es kein Wochenende gibt und der theoretisch 365 Arbeitstage im Jahr hat, gerne zwei Wochen vorher wüsste, ob er eingesetzt wird, ist das also ein Privileg.
    Wenn ein anderer Schichtarbeiter (ja, auch Piloten sind das) bei Überschreitung einer bestimmten Arbeitszeit die Mehrarbeitszeit als Überstunden ausgezahlt bekommen oder auf Zeitausgleich gehen kann, ist auch das ein Privileg (und nein, Piloten gehen nicht nach zwei Arbeitswochen wieder heim, bei denen werden nur die Arbeitszeiten anders berechnet, als z.B. bei Büroangestellten).
    Interessant wird es vor allem dann, wenn man untragbare Zustände, wie z.B. die Umgehung von Kollektivverträgen durch Leiharbeitsfirmen im Ausland, ignorieren von Überstundenleistungen und Zitat "sonstige abenteuerliche Umgehungskonstruktionen" als Folge dieser Privilegien und nicht der Gewinnmaximierung sieht.
    Wann wird aus einem Recht ein Privileg und wer bestimmt diesen Zeitpunkt? Das Management, der Aktionär, die Rating-Agentur oder sogar der darüber schreibende Journalist?
    Wie soll jemals der Trend zur immer weiter aufgehenden Schere arm-reich gestoppt werden, wenn täglich nur danach gesucht wird, welcher Angestellte oder welche Branche noch halbwegs vernünftige Arbeitsbedingungen und Bezahlung haben, nur, um diese danach genüßlich hinzurichten, weil es sich im Vergleich zu anderen um Privilegien handelt (warum eigentlich?).
    Stattdessen sollten eher die kreativen Umgeher verfolgt werden, denn sie sorgen dafür, dass immer mehr Menschen immer weniger verdienen, der Staat immer weniger Steuern bekommt und die Wirtschaft im Endeffekt immer schlechter funktioniert (wer nichts hat, kauft auch nichts ein).
    Ich würde mir von so manchen Wirtschaftsjournalisten eine kritischere Einstellung zu den hoch- und höchtbezahlten Managern wünschen. Was haben diese Herren und Damen eigentlich getan, um ein 10-, 20- ja 100-faches Einkommen im Vergleich zu ihren Angestellten zu verdienen? Auch diese haben nur einen Vertrag unterschrieben, der ihnen Rechte gibt und Pflichten auferlegt. Bei diesen jedoch wird ständig auf Einhaltung des Vertrages gepocht (und das wird von vielen Journalisten auch verteidigt), egal, wie erfolgreich sie sind.
    Die Arbeiter und Angestellten jedoch, die, die meist viel länger, als ein Manager in der jeweiligen Firma arbeiten und deshalb auch ein größeres Interesse an dessen Fortbestand haben, die sollen etwas hergeben, denn, das muss man einfach einsehen, sie kosten zu viel.

    • "Wann wird aus einem Recht ein Privileg ? " - also diese Ihre Frage - egal, ob das AUA-Mitarbeiter oder sonstwen betrifft - würde ich ganz allgemein so beantworten :
      "wenn dieses Recht Mitarbeitern anderer - vergleichbarer - Unternehmen nicht zusteht" - also "eine Extrawurst" die anderswo nicht üblich ist - alles klar !? Und ganz generell : es gibt viele "wohlerworbene Rechte" - die aber m. E. nie "rechtens/gerecht" waren, weil sie die davon Profitierenden im Vergleich zu anderen - "normalen" - Beschäftigten - zu privilegierten machten - und das wohl meist auf Regiments-Kosten - wie schlussendlich ja auch bei der AUA !

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    Sehr unehrenwerte Frau Graf!
    Woher glauben Sie kommt der rasante Anstieg von burn out und Depressionen bei Menschen. Ich meine von völlig unregelmäßigen Dienstzeiten 7 Tage die Woche, von der Dauerbereitschaft zu Hause (allzeit arbeitsbereit) . Zur Zeit sind Arbeitnehmer noch eine Leihgabe, nächstens werden sie wieder Sklaven sein - zu viele sind es bereits. Und der geschwätzige Herr Lauda versucht mit der „Nichts-zu-Verschenken-Masche- die Leute auszupressen und zu verbergen, dass er zumindest 40 Millionen schwer ist. Und das alles auf Kosten seiner Angestellten - eine Verwandte von mir arbeitet dort. Oder der Herr Trenkwalder, Betreiber einer Arbeitskräfteleasingfirma, hält sich einen Fußballclub oder Herr Wlaschek erarbeitete in seinem Leben ein Vermögen von € 10 Milliarden. Und seine Angestellten verdienten (fast) nichts.
    Alle diese Herren zahlen ja nicht die sozialen Kosten der Ausgebrannten, deren Krankheitskosten. Sie pressen die Leute aus, kassieren und überlassen die dadurch verursachten Kosten der Gesellschaft.
    Wie sollen solcherart „Ausgbebeutete“ ein Privatleben führen, oder haben sie kein Recht darauf? Wie sollen sie ihre Kinder betreuen? Oder wollen sie die Frauen wieder an den Herd verdammen?
    Kurz, die Kollektivverträge mit ihren Regeln, die Sie nicht mehr verstehen (wollen) hatten und haben den Sinn, dass sogar Arbeitnehmer Menschen sein dürfen und nicht Sklaven und damit sie nicht als Leihgabe gehandelt werden.

    Ich schätze die SN sehr. Aber solch ein Artikel!

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    Bevor man so einen Bericht schreibt sollte man sich zuerst gründlich Erkundigen über was man schreibt.
    Diese von Ihnen erwähnte Verständigunsfrist über zusätzliche Schichten oder Änderungen (Planpersonal 14 Tage, Springer 3 Tage) ist ein von der EU vorgeschriebenes Arbeitszeitgesetz. Es wurde 2003 von der Schwarz-Blauen Regierung eingeführt. Kein Lokführer wollte dieses Arbeitszeitgesetz haben. Diese 14 Tage dienen zum Schutz und planung der Freizeit eines Lokführers. Falls sie es nicht Wissen, ein Lokführer hat eine 7 Tagewoche, mit Dienstbeginn und Dienstende rund um die Uhr und das 365 Tage im Jahr. Hier wird es dem Lokführer wohl vergönnt sein seine Freizeit planen zu können. Im übrigen gilt dieses Arbeitszeitgesetz für alle Firmen die auf den Gleisen der Öbb fahren, auch für die Kollegen der Westbahn.
    Warum Schreiben Sie nicht über das Privileg vieler Arbeiter und Angestellten die jedes Wochenende von Freitag mittag bis Sonntag frei haben. So ein Wochenende gibt es bei einem Lokführer das ganz Jahr nicht.
    Also nächstesmal Informieren und nicht einfach Schreiben.
    .

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    Liebe Frau Graf,

    Journalisten fahren z.B. in der 1. Klasse OHNE Aufzahlung !

    (Von anderen "Privilegien" möchte ich dabei gar nicht reden ! ), wo liest man etwas darüber ?
    Wo bleibt den da ihre Aufregung ? Wer redet den da von Privilegien ? Sei's ihnen gegönnt ,

    aber die angeblich unabhängigen Medien sollten endlich aufhören, die Arbeitnehmer gegeneinander auszuspielen !

    Eine starke Gewerkschaft wird sich niemals überholen und ist wichtiger den je und sie sollte jedem Arbeitnehmer etwas Wert sein.


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