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Wrabetz II muss vieles besser machen

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Der neue alte ORF-General startet mit einer schweren Hypothek in die neue Ära. Jetzt muss er sich politisch emanzipieren.Jeder hat eine zweite Chance verdient, auch Alexander Wrabetz.

Er muss allerdings in seiner zweiten Funktionszeit die politischen Fußfesseln loswerden. Das engste Führungsteam mit Zechner, Amon und Grasl ist fachlich in Ordnung. Für einige der neuen Landesdirektoren gilt hingegen die Unvereinbarkeitsvermutung. Sie wurden aus Rücksicht auf Parteiinteressen in die Positionen gehievt, nicht aufgrund ihrer Qualifikation.

Die politische Mauschelei rund um die Wiederbestellung von Alexander Wrabetz hat deutlich gezeigt, wie dringend der gesamte ORF reformiert gehört. Das beginnt beim politisch durchsetzten Stiftungsrat. Die meisten Mitglieder sind willfährige Parteisoldaten. Sie haben nicht das im Sinn, was dem ORF guttäte, sondern das, wovon ihre Gesinnungsgemeinschaft am meisten profitiert.

Ganz besonders unangenehm ist der unsinnige Passus im ORF-Gesetz aufgefallen, wonach die Landeshauptleute vor der Bestellung des jeweiligen ORF-Landesdirektors zu kontaktieren sind. Man fühlt sich da in unselige Zeiten zurückversetzt, als die ORF-Landesstudios noch als Jubelfirmen der Regierungschefs missbraucht wurden. Wozu, bitte sehr, haben Günther Platter, Gabi Burgstaller oder Gerhard Dörfler etwas mitzureden, wenn es darum geht, wer in ihrem Land den ORF führt?

Alexander Wrabetz ist auch ein Gefangener des Systems. Das spricht ihn nicht frei von Verantwortung für inakzeptable Personalentscheidungen wie etwa die in Tirol, wo der frühere ÖVP-Geschäftsführer und jetzige Stiftungsrat neuer Landesdirektor wurde. Man kann aber so manches verstehen, was da auf dem Küniglberg abgeht, wenn man weiß, wie die politischen Realitäten in Österreich aussehen. Verstehen ja, aber Verständnis nein.
Mit der Rückholung von Kathrin Zechner hat Wrabetz nicht nur jenen einen Gefallen getan, die lieber Gerhard Zeiler an der Spitze des ORF gesehen hätten. Immerhin war Zechner schon einmal erfolgreiche Programmchefin. Damals hieß der ORF-Chef noch Gerhard Zeiler. Es besteht also die berechtigte Hoffnung, dass sich zumindest mit dem Programm etwas zum Guten wendet.

Alexander Wrabetz muss nicht nur vieles besser, sondern auch vieles anders machen als in den vergangenen Jahren. Ein drittes Mal wird er vermutlich nicht mehr um den Posten antreten. Ab sofort hätte er also die Freiheit, einen tatsächlich unabhängigen Rundfunk zu bieten.

3 Kommentare | Kommentieren

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    Wie soll ausgerechnet Wrabetz den Rotfunk zum Rundfunk machen?

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    Sie widmen diesem Thema extrem viel Raum; warum? Sie konstatieren ja selbst in Ihrem Artikel, daß die erbärmliche ORF - Situation samt der Figur Wrabetz - erschwerend kommt hinzu, daß der ausschließlich rote Bringschulden einzulösen hat - systemimmanent sei. Gleichzeitig erwarten Sie von Herrn Wrabetz sinnvolle Aktionen; das kann wohl nicht Ihr Ernst sein ! Herr Wallnhöfer hat dann die komplette Seite Drei, um sich im Detail über die Misere auszulassen. Auf Seite 11 spendet dann noch Herr Vitouch unmaßgeblichen relativierenden Senf dazu. Beiben Sie bitte auf dem gewohnten SN-Niveau und bringen Sie das dauerhaft ekelhafte ORF-Thema in einer Kurzmeldung unter.

  • Es besteht fast immer eine Möglichkeit, etwas (noch) besser zu machen, und das sollte man auch tun. Liest man alle diese oft unqulifizierten Angriffe auf Wrabetz, entsteht der Eindruck, er sei vogelfrei und alle und jede/r hätte das Recht - und die Qualifikation - ihn zu verfolgen, zu verurteilen, zu verdächtigen, ihm alles Mögliche und Unmögliche zu unterstellen u.s.w., und alle wüssten alles besser, aber keine/r sagt, wie und was. Lauter super Programm-Direktoren, die gar nicht fähig sind, auch nur ein einziges Programm anzubieten. Postenbesetzungen sind kein Programm, das unbs vorgesetzt würde.
    Daher fühle ich mich in dem Beitrag von Peter Vitouch zu diesem Thema (in derselben Ausgabe, S. 11) voll bestätigt. Da fragt Wallnöfer: "Wie sehr leidet das Image des ORF unter den wiederkehrenden systematichen Angriffen, die gefahren werden, selbst wenn es dafür gar keine neuen Fakten gibt?" Es ist alles andere als eine Heldentat, sich dieser Jagdgesellschaft anzuschließen!

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